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Übernahme von Real-Filialen - Marktführer Edeka wird noch größer

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Die Zerschlagung der SB-Warenhauskette Real bietet den Wettbewerbern Chancen für kräftiges Wachstum. Davon kann auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka profitieren.

Edeka und Real Logos
Die Übernahme von 30 Prozent der anvisierten Filialen wurde Edeka jedoch verweigert.
Quelle: Imago

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka kann seine führende Marktposition weiter ausbauen. Das Bundeskartellamt gab dem Handelsriesen grünes Licht für die Übernahme von bis zu 51 Real-Filialen zwischen Lübeck und Bayreuth.

An sechs dieser Standorte muss Edeka allerdings Teilflächen für mindestens zehn Jahre an Wettbewerber vermieten oder eigene Standorte vorher schließen. An 21 Standorten musste der Handelsriese wegen Bedenken der Wettbewerbshüter seine Übernahmepläne begraben.

30 Prozent der geplanten Edeka-Übernahmen verweigert

"Wir hatten bei einer Reihe von Standorten die Sorge, dass Edeka mit der Übernahme in den jeweiligen regionalen Märkten zu stark würde. Edeka musste deshalb auf rund 30 Prozent der geplanten Übernahmen verzichten", betonte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Montag.

Das Bundeskartellamt will so sicherstellen, dass Verbraucher auch in Zukunft zwischen verschiedenen Lebensmittelhändlern auswählen können. "Diese Auswahlmöglichkeit erzeugt Wettbewerbsdruck auf die Anbieter und sorgt so für bessere Preise, Auswahl und Qualität", betonte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

"Große Vier" besitzen Marktmacht im Lebensmittelhandel

Tatsächlich ist der Lebensmittelhandel in Deutschland schon heute hochkonzentriert. Der Marktanteil der "großen Vier" - Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland - liegt laut Kartellamt mittlerweile bei mehr als 85 Prozent. Unangefochtener Marktführer ist dabei Edeka mit rund 112.000 Lebensmittelmärkten und einem Umsatz von über 55 Milliarden Euro.

Es war auch nicht nur Edeka interessiert, als der russische Finanzinvestor SCP im vergangenen Jahr die gut 270 Real-Filialen von der Metro übernahm, um die Handelskette zu zerschlagen und weiterzuverkaufen. Auch Kaufland und etliche kleinere Händler wie Globus oder Kaes warfen ihren Hut in den Ring.

Bereits im Dezember hatte der Großflächen-Discounter Kaufland von den Wettbewerbshütern grünes Licht für die Übernahme von bis zu 92 Real-Märkten erhalten. Die Supermarktkette Globus bekam die Freigabe für den Erwerb von bis zu 24 Real-Standorten. Der Edeka-Rivale Rewe zeigte dagegen kein Interesse an den - in seinen Augen überdimensionierten - Real-Filialen.

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Beitragslänge:
43 min
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Mittelständische Unternehmen im Blick des Kartellamts

Sorgen macht den Wettbewerbshütern bei der Zerschlagung von Real aber nicht nur, dass es den Verbrauchern an Einkaufsalternativen in ihrer Region fehlen könnte. Auch die Einkaufsmacht der Handelsriesen gegenüber ihren Lieferanten treibt die Kartellwächter um.

Akzeptabel sei die Abgabe so vieler Filialen an Edeka und Kaufland nur, weil sich SCP verpflichtet habe, Real-Standorte mit einem Absatzvolumen von rund 430 Millionen Euro an mittelständische Lebensmittelhändler zu veräußern, betonte Mundt am Mittwoch. Damit blieben alternative Absatzwege für die Hersteller erhalten.

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