"Godfather of KI": Experte Hinton warnt vor der Technologie

    Job bei Google gekündigt:"Godfather of KI" warnt vor Technologie

    |

    Geoffrey Hinton, ehemaliger Top-KI-Entwickler bei Google, warnt vor den Gefahren der Technologie. Den Job bei Google hat Hinton, auch "Godfather of KI" genannt, kürzlich gekündigt.

    Dr. Geoffrey Hinton, ein Pionier der künstlichen Intelligenz in seinem Haus in Toronto
    Dr. Geoffrey Hinton, ein Pionier der Künstlichen Intelligenz, mahnt vor den Gefahren der Technologie.
    Quelle: laif

    Wieder warnt ein Experte vor einer unkontrollierbaren Entwicklung besonders fortgeschrittener Künstlicher Intelligenz (KI). Geoffrey Hinton (75), ehemals führender KI-Entwickler beim US-Konzern Google, kündigte seinen Job und mahnte in der "New York Times", die Fortschritte im Feld der KI bedeuteten "ernste Risiken für die Gesellschaft und für die Menschheit".
    Hinton wird laut der Zeitung auch "Godfather of AI" genannt. Er sagte, der Wettbewerb bei Künstlicher Intelligenz - im Englischen Artificial Intelligence (AI) - bringe die Technologieunternehmen dazu, "in einem gefährlichen Tempo" immer neue KI zu entwickeln. Damit breiteten sich Falschinformationen aus und Arbeitsplätze gerieten in Gefahr.

    Es ist schwierig sich vorzustellen, wie man die Bösen daran hindert, KI für böse Dinge einzusetzen.

    Geoffrey Hinton, KI-Experte

    "Als Künstliche Intelligenz habe ich keine Emotionen oder Gefühle, daher beeinflusst es mich nicht persönlich, wenn Menschen Angst vor mir haben", sagt "Jenny" im ZDF heute journal.30.04.2023 | 4:16 min

    Hinton: KI übertrumpft Menschen bereits zum Teil

    Google und das Unternehmen OpenAI - das Startup, das den bekannten Chatbot ChatGPT entwickelt hat - begannen im vergangenen Jahr damit, lernende Systeme zu entwickeln, die dafür eine sehr viel größere Datenmenge als zuvor nutzen. Hinton sagte der "New York Times", diese Systeme würden aufgrund der schieren Datenmenge die menschliche Intelligenz in mancher Hinsicht in den Schatten stellen.
    Mit Blick auf die Arbeitsplätze sagte Hinton etwa, Künstliche Intelligenz könne "Sklavenarbeit" überflüssig machen. "Aber sie könnte noch viel mehr wegnehmen." Der Zeitung zufolge kündigte der Entwickler seinen Job bei Google im vergangenen Monat.

    Google will "verantwortungsvoll" vorgehen

    Sein Chef im Unternehmen, Jeff Dean, erklärte in einer Mitteilung an US-Medien, er danke Hinton für seine Arbeit. Dean betonte, Google habe als eines der ersten Unternehmen Leitsätze für die KI-Anwendung veröffentlicht.
    Google fühle sich auch weiterhin "zu einem verantwortungsvollen Umgang mit KI verpflichtet". Google lerne beim Verständnis der Risiken beständig dazu - und führe gleichzeitig weiterhin "kühn" Neuerungen ein.
    In vielen Bereichen wird KI als eine große Hilfe angesehen, gleichzeitig aber auch scharf kritisiert.17.04.2023 | 2:00 min

    Mehrere Experten warnen vor aktueller KI-Entwicklung

    Erst Ende März hatten der Technologie-Milliardär Elon Musk und zahlreiche Experten eine Pause bei der Entwicklung von besonders fortgeschrittener Künstlicher Intelligenz gefordert. "KI-Systeme mit einer Intelligenz, die Menschen Konkurrenz macht, können große Risiken für Gesellschaft und Menschheit bergen", warnten auch sie.

    Mächtige KI-Systeme sollten erst dann entwickelt werden, wenn wir zuversichtlich sind, dass ihre Auswirkungen positiv und ihre Risiken kontrollierbar sind.

    Experten warnen vor zu schneller KI-Entwicklung

    In einem offenen Brief zu einem Stopp der KI-Entwicklung verwiesen die Unterzeichner auf einen Satz von OpenAI-Gründer Sam Altman, demzufolge irgendwann eine "unabhängige" Überprüfung notwendig sei, bevor mit dem Training neuer Systeme begonnen werde. "Wir stimmen zu", schreiben die Verfasser des Briefes. "Der Zeitpunkt ist jetzt."
    Quelle: AFP

    Mehr zu Künstlicher Intelligenz