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Leichtathletik-Trainer Salazar für vier Jahre gesperrt

Der umstrittene Leichtathletik-Trainer Alberto Salazar ist von der US-Anti-Doping-Behörde USADA wegen Dopingverstößen für vier Jahre gesperrt worden. Salazar ist Chefcoach des Nike Oregon Projects, dem auch Konstanze Klosterhalfen angehört.

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01.10.2019
in Deutschland

Der umstrittene Leichtathletik-Coach Alberto Salazar ist wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln für vier Jahre gesperrt worden. Das teilte die amerikanische Anti-Doping-Agentur (USADA) mit. Die Sperre gegen Salazar ist das Ergebnis langjähriger Untersuchungen. Der Mediziner Jeffrey Brown, der zahlreiche Athleten Salazars behandelt hatte, wurde von einem amerikanischen Schiedsgericht ebenfalls für vier Jahre gesperrt.

USADA: "Gewinnen war wichtiger als Wohlergehen der Athleten"

"Bei ihrer Arbeit für das Nike Oregon Project haben Herr Salazar und Dr. Brown demonstriert, dass Gewinnen wichtiger war als die Gesundheit und das Wohlergehen der Athleten, denen sie ihren Schutz versprochen hatten", sagte USADA-Chef Travis Tygart.

Salazar reagiert mit einem Statement auf der Homepage des Nike Oregon Projects auf die Entscheidung. Er sei geschockt, schrieb er. "Das Oregon Project hat und wird Doping nie erlauben." Er werde gegen die Entscheidung in Berufung gehen, kündigte der 61-jährige Amerikaner an.

Vorwurf: Anwendung von verbotenen Infusionen

Auf Drängen des US-Leichtathletikverbandes USATF entzog der Weltverband IAAF Alberto Salazar am Dienstag die Akkreditierung für die Leichtathletik-WM in Doha.

Die Hauptvorwürfe der US-amerikanischen Anti-Doping-Behörde USADA gegen Salazar sind: Anwendung von verbotenen Infusionen, Besitz und illegaler Handel mit Testosteron und die Vertuschung von Daten im Zusammenhang mit Doping-Kontrollen.

Athletin und Trainer sagen gegen Salazar aus

US-Läuferin Kara Goucher warf Salazar vor, sie zur Einnahme des Schilddrüsenhormons Thyroxin gedrängt zu haben, das nicht auf der Doping-Liste steht. Und nach Angaben von Trainer Steve Magness soll Salazar im Besitz von Testosteron gewesen sein. "Die Athleten haben in diesen Fällen großen Mut bewiesen und letztendlich die Wahrheit ans Tageslicht gebracht", sagte Tygart.

Der frühere Marathonläufer Salazar trainierte bis 2017 den vierfachen Olympiasieger und sechsfachen Weltmeister Mo Farah aus Großbritannien. Auch der zweimalige Olympia-Medaillengewinner Galen Rupp (USA) zählt zu Salazars Schützlingen.

Klosterhalfens Wechsel ins Elite-Camp

Die deutsche Medaillenhoffnung Konstanze Klosterhalfen trainiert seit November 2018 in den USA, sie gehört dem Nike Oregon Project offiziell seit April an. Trainiert wird sie dort nach eigenen Angaben von Assistenztrainer Pete Julian.

Wegen ihres Wechsels in Salazars Elite-Camp hatte Klosterhalfen in den vergangenen Monaten immer wieder kritische Fragen beantworten müssen. Denen begegnete sie offensiv-verständnisvoll. "Wer negativ darüber redet, soll sich vor Ort ein eigenes Bild machen", sagte Klosterhalfen. Die Leverkusenerin machte in diesem Jahr einen enormen Leistungssprung und stellte in der Halle und im Freien insgesamt sechs deutsche Rekorde auf.

DLV hat keinen Zweifel an Klosterhalfen

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat keinen Zweifel an der Integrität seiner Topläuferin. "Konstanze ist eine mündige Athletin. Schon im Vorfeld der WM in Doha hat sie sich mehrfach zu kritischen Fragen positioniert und dabei verdeutlicht, dass sie dem deutschen und internationalen Anti-Doping-Kontroll-System unterliegt. Trotz intensiver Kontrollen gab es bei ihr keine Beanstandungen und sie lehnt jede unerlaubte Methode ab", teilte DLV-Präsident Jürgen Kessing in einer Stellungnahme nach Bekanntwerden der Sperre von Salazar mit.

Das Management von Klosterhalfen, die am Mittwoch in Doha mit dem Vorlauf über die 5.000 Meter ins WM-Geschehen eingreift, sieht nach der Sperre Salazars keine direkten Auswirkungen für den deutschen Leichtathletik-Shootingstar. "Natürlich waren wir von der Meldung auch überrascht und schockiert. Für Konstanze ändert sich aber nichts, weil sie bei Pete Julian trainiert", teilte das Management am Dienstag dem Sport-Informationsdienst mit: "Sie hat sich nichts zuschulden kommen lassen und wird es auch nicht tun. Sie lehnt Doping komplett ab. Nach der Saison werden wir uns aber zusammensetzen und das aufarbeiten."

Quelle: dpa / SID

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