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Die neue Seidenstrasse - Chinas Griff nach Westen

Teil 1: Von China nach Pakistan

Die Autoren Normen Odenthal und Thomas Reichart reisen auf dem See- und dem Landweg entlang der neuen Seidenstraße und zeigen, wie China mit dem größten Investitionsprogramm der Geschichte seinen Einfluss weltweit ausdehnt.

Abfahrt bei Nacht
Abfahrt bei Nacht: ein Containerriese macht sich auf von China nach Europa.
Quelle: ZDF/Bert Schönborn

Hoffnung und Sorge begleiten das Projekt. Das erfahren die Reporter an einem Güterzugterminal in der kasachischen Steppe, in einer Jurte in den kirgisischen Bergen, in Sri Lanka und am Duisburger Hafen. Über die legendäre Handelsstraße führt Chinas Weg zur globalen Macht.

Die Autoren reisen auf zwei Wegen Richtung Westen: Odenthal folgt der Seeroute, entlang derer China Stützpunkte ausbaut, während Reichart der alten Seidenstraße durch Zentralasien folgt. Auf ihre Reise entdecken sie überwältigende Landschaften, magische Orte und uralte Karawansereien, an denen der Mythos der alten Seidenstraße nach wie vor weiterlebt. Gleichzeitig begegnet ihnen auf Megabaustellen und riesigen Güterumschlagplätzen Chinas neuer, machtvoller Einfluss. Überall hoffen Menschen darauf, dass der Handel und Austausch der Güter ihnen und ihren Kindern Arbeit und Wohlstand bringen. Genauso wie vor hunderten von Jahren die alte Seidenstraße. Und viele fürchten, dass ihnen die Zukunft im Zeichen des chinesischen Drachen nichts Gutes bringt. 

Teil 1: Von China nach Pakistan

Die Reise beginnt in Shenzhen, am Perlflussdelta. Hier begann wo vor vierzig Jahren Chinas sagenhafter Aufstieg zur Wirtschaftssupermacht. Das Experiment mit den entfesselten Kräften privater Marktwirtschaft ließ Shenzhen zu einer Megametropole heranwachsen.

Normen Odenthals Team fährt auf einem Containerschiff Richtung Südostasien. Erste Station: die Hafenstadt Sihanoukville in Kambodscha. In diesen Tagen macht ein Scherz die Runde: Man könne jetzt ohne Pass nach China reisen, ohne das eigene Land zu verlassen. Denn Sihanoukville sei jetzt quasi China! Galgenhumor gegenüber einer Entwicklung, die vielen Kamboschanern missfällt. Fast alles, was in jüngster Vergangenheit hier gebaut wurde, haben Chinesen finanziert: den Ausbau des Hafens, neue Straßen, Brücken und Fabriken. Und nicht zuletzt neue Casinos mit glitzernden Fassaden, in denen vor allem  chinesischen Gäste zocken bis zum Morgengrauen. Viele Kambodschaner fühlen sich als Verlierer des China-Booms. Steigende Preise und Mieten machen die Armen noch ärmer. Für Land- und Hausbesitzer dagegen sind goldene Zeiten angebrochen. Die Chinesen - so scheint es - zahlen jeden Preis. 

China verkauft seine neue Seidenstraße als ein Projekt, von dem alle Seiten profitieren. Doch in Myanmar formiert sich bereits Widerstand. In Kachin haben Einheimische erfolgreich gegen ein Staudammprojekt protestiert: „Wie kann es sein, dass die Chinesen bei uns Energie für China produzieren, während wir selbst in unseren Hütten keinen Strom haben?“ fragen sie. Die Regierung zog die Notbremse. Das große Staudamm-Projekt der Chinesen kam über die ersten Betonpfeiler im Fluss nicht hinaus.

Am Kunjerab Pas, an der Grenze zwischen China und Pakistan geht alles langsam. Muss es vielleicht auch. Denn auf 4800 Metern bleibt einem schnell die Luft weg. Chinas Grenzposten gleicht einem Nachbau der chinesischen Mauer im Miniaturformat. Das Tor ist verschlossen, als das ZDF-Team ankommt. Einer der chinesischen Grenzsoldaten kommt an den Grenzzaun, man vergleicht die Uhrzeit. Pakistan-China – die Zeitdifferenz beträgt hier drei Stunden! Es ist eine der vielen Überraschungen, denen die Autoren auf ihrer Reise immer wieder begegnen. Der Karakorum Highway von Kashgar in China über das Dach der Welt bis nach Islamabad in Pakistan ist eine der schwierigsten und gefährlichsten Straßen der Welt. Wie ein dünner Seidenfaden schlängelt sie sich vorbei an schneeglitzernden Sieben- und Achttausendern. Ein Faden, der jederzeit reißen kann in dieser ebenso atemberaubenden wie bedrohlichen Bergwelt. Wo die Straße fertig gebaut ist, zerfällt sie oft schon wieder. Steinschlag und Erdrutsch verschütten den Weg, als wollte der Karakorum China den strategischen Zugang zum Arabischen Meer verweigern. In Islamabad endet der erste Teil der Reisereportage

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