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Speers Täuschung

Der "gute Nazi" und seine Verstrickungen

Geheimnisse des "Dritten Reichs"

Bis zu seinem Tod wird Albert Speer bestreiten, vom Holocaust gewusst zu haben ¿ eine Lebenslüge. Hitlers Rüstungsminister und Hofarchitekt war kein "guter Nazi", sondern in die NS-Gräueltaten tief verstrickt.

Hitler mit seinem Architekten Albert Speer 1943
Albert Speer und Hitler

Läuterung und Kloster

1966 entlassen die Alliierten den Kriegsverbrecher nach 20 Jahren Haft in Spandau. Von nun an gibt er den Reumütigen, Geläuterten, Schuldbeladenen - und lanciert das Bild vom "guten Nazi". Drei Jahre später publiziert er seine "Erinnerungen" und nutzt die Gelegenheit, seine Läuterung zur Schau zu stellen, fast schon stellvertretend für ein ganzes schuldbeladenes Volk.


Von 1971 an ist er regelmäßiger Gast im Benediktinerkloster Maria Laach. Pater Athanasius ist sich sicher, dass Speer "zeitlebens seine Strategie von Nürnberg beibehalten hat, weil es die einzige Stelle war, wo er überleben konnte, wo er sich nicht den Galgen, den Tod eingehandelt hat."

Reichtum und Zweiter Frühling

Entzauberung

Honorare und Tantiemen aus seinen Buchverkäufen machen ihn reich. Selbst mit einem gewinnbringenden Verkauf von Hitlers architektonischen Skizzen bereichert er sich ab Ende der siebziger Jahre. Weitere Einkünfte erzielt er durch den diskreten Verkauf von Bildern. Eine Debatte, inwieweit sie ursprünglich aus jüdischem Besitz stammen, kann Speer vermeiden.


Der mittlerweile 76-jährige erlebt zu dieser Zeit seinen "zweiten Frühling", eine Liebschaft zu einer Deutsch-Engländerin, die halb so alt ist wie er. Im Herbst 1981 trifft Speer die Geliebte in einem Londoner Hotel. Er stirbt in den Armen seiner Geliebten. Hitlers Architekt und Rüstungsminister entgeht der Entzauberung des Mythos vom "guten Nazi" zu seinen Lebzeiten. Erst nach und nach wird bekannt, wie sehr Hitlers "Aufrüster" in die Verbrechen des Regimes verstrickt war. Für den Speer-Biografen Dan van der Vat steht fest: "Wenn die Ankläger in Nürnberg das über Speer gewusst hätten, was uns heute an Informationen zur Verfügung steht, wäre er sicher gehängt worden."



Ein Film von Uli Weidenbach.Kamera: Anthony R. MillerSchnitt: Wolfgang Dauth

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