Neue Studie zeigt: Kein ausreichender Schutz für Insekten

    Neue Studie zeigt:Kein ausreichender Schutz für Insekten

    |

    Die meisten Insektenarten sind nicht ausreichend in Schutzgebieten vorhanden - so das Ergebnis einer neuen Studie. Die Lage müsse sich dringend verbessern, fordert das Studienteam.

    Eine Biene in einer Blüte.
    Auch zum Schutz der gesamten Umwelt müsse sich die Situation dringend ändern, so das Forschungsteam.
    Quelle: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild

    Insekten sind weltweit nicht ausreichend vor dem Aussterben geschützt. Das zeigt eine Studie, die das Fachmagazin "One Earth" veröffentlicht hat. Ein Forscherteam untersuchte darin, wie Insekten in Schutzgebieten vertreten sind, um dort vor Gefahren wie der Ausweitung der Landwirtschaft oder dem Bau von Straßen geschützt zu werden.
    Das Ergebnis: 76 Prozent der Insektenarten sind in Nationalparks und anderen Schutzgebieten nicht ausreichend repräsentiert.
    Dies müsse auch zum Schutz der gesamten Umwelt dringend verbessert werden, fordert das Team um Shawan Chowdhury vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung mit Sitz in Halle, Jena und Leipzig.
    Insekten sind für uns Menschen und für die Natur wichtig – denn alles hängt miteinander zusammen. Je weniger Bienen es zum Beispiel gibt, desto weniger Pflanzen werden befruchtet.25.04.2022 | 1:26 min

    Insekten machen Großteil aller Tierarten aus

    Schätzungen nach sind 80 Prozent aller Tierarten Insekten. In Deutschland wird dem Naturschutzbund zufolge von rund 33.000 verschiedenen Sechsbeinern ausgegangen.
    Sie sind in den meisten Biotopen zu finden - lediglich auf dem offenen Meer und an den Polargebieten lebten keine Insekten.

    Weltweit drastischer Artenrückgang

    In der Vergangenheit wurde, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, ein drastischer Rückgang der Arten verzeichnet, so die Autoren der Studie. Gleichzeitig seien die Tiere in Naturschutzprogrammen weitgehend übersehen worden.
    Schutzgebiete müssten zukünftig besser auf die Belange von Insekten ausgelegt werden, forderte das Forscherteam. In Nordamerika, Osteuropa, Süd- und Südostasien sowie weiten Teilen Australiens sei der Schutz durch diese Gebiete für viele Arten unzureichend.
    In Mitteleuropa seien die Tiere etwas besser geschützt. Bestimmte Insektenarten seien mancherorts in Schutzbereichen überhaupt nicht zu finden.
    Das Ebro-Delta ist Kataloniens größtes Feuchtgebiet. Brutplatz und Rastplatz vieler seltener Vogelarten - doch wie lange noch? Wie kann das Delta geschützt werden?11.10.2022 | 10:29 min

    Chowdhury: Bedürfnisse der Wirbeltiere wichtig

    Bei der Ausweisung von Schutzgebieten spielten vor allem die Bedürfnisse von Wirbeltieren eine wichtige Rolle, sagte Chowdhury.

    Deren Anforderungen an den Lebensraum sind häufig ganz andere als die der Insekten.

    Shawan Chowdhury, Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung

    Für eine Artengruppe, die einen "so großen Teil des Tierreichs ausmacht und vielfältige Ökosystemfunktionen erfüllt" sei das beunruhigend.
    Quelle: dpa

    Mehr zum Thema