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Artensterben - die Fakten

Dirk Steffens hält einen zusammengerollten Pangolin in seinen Händen.

In der Gegenwart sterben hundert Mal mehr Arten aus als bei einer natürlichen, evolutionsbedingten Rate zu erwarten wäre. Seitdem Menschen auf der Erde existieren, befand sich die Natur noch nie in einem derart schlechten Zustand wie heute.

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Im TV-Programm: ZDFneo, 31.07.2022, 13:15 - 14:00
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17.02.2019
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Die Weltgemeinschaft hat sämtliche Ziele zur Erhaltung der biologischen Vielfalt 2020 verfehlt, das zeigt der neueste UN-Bericht. Eine Million aller Arten auf der Erde sind vom Aussterben bedroht. Das beeinflusst das gesamte Ökosystem und die Entwicklung des Klimas. Die Krise der Biodiversität hat auch für die Menschheit dramatische Konsequenzen: Nicht nur die Versorgung mit Wasser und Nahrung wird langfristig nicht mehr überall sicher zu stellen sein, auch die Möglichkeiten, sich gegen Pandemien zur Wehr zu setzen, verringern sich deutlich.

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"Wir erleben gerade das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier", erläutert Dirk Steffens. Der "Terra X"-Moderator ist UN-Dekade Botschafter "Biologische Vielfalt" und gilt als engagierter Experte zum Thema Artenschutz. "Man muss sich das Leben auf der Erde wie ein Netz vorstellen, das uns alle trägt. Jede Art hat eine Funktion, so wie ein einzelner Faden. Wenn zu viele Fäden reißen, bricht alles zusammen. Die Menschheit ist gerade dabei, ihre eigenen Lebensgrundlagen zu vernichten."

Der Verlust der Insekten stellt beispielsweise die Bestäubung unserer Nutzpflanzen infrage. Gleichzeitig sorgt das Schwinden der Biodiversität im Erdreich für schlechteres Pflanzenwachstum. Menschen sind in vielfältiger Weise auf Pflanzen angewiesen, trotzdem lassen wir zu, dass heute eine von vier Arten vom Aussterben bedroht ist.

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Über Jahrmilliarden formten die Elemente Feuer, Wasser und Luft die Erde – bis der Mensch den Planeten innerhalb kürzester Zeit gravierend veränderte. Wissenschaftler sprechen heute vom Anthropozän, dem Zeitalter des Menschen.

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Überfischung, Vergiftung und Klimawandel als Hauptgründe

Der UN-Report legt nicht nur die verheerenden Zahlen vor, sondern konstatiert auch in aller Deutlichkeit die Hauptgründe für das Artensterben: Überfischung, Klimawandel und Vergiftung wirken zusammen und richten viel Schaden an. Die wichtigste Einzelursache für den Verlust der Biodiversität ist allerdings die Zerstörung natürlicher Lebensräume. 75 Prozent der Landfläche, die nicht von einem polaren Eisschild bedeckt sind, wurden bereits vom Menschen in Siedlungsraum oder Anbaufläche umgewandelt. Die Konsumenten bestimmen durch die Waren, die sie im Supermarkt kaufen, mit, welche Arten verloren gehen.

Terra X - Artensterben im Wandel der Zeit 

In den letzten 500 Millionen Jahren hat sich die biologische Vielfalt auf der Erde verändert. Wie bei einer Fieberkurve ging es dabei aufwärts und einige Male steil bergab. Die Ausreißer nach unten werden als die fünf großen Massensterben beschrieben.

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Das zerstörerische Verhältnis des Menschen zur Natur bringt jedoch nicht nur andere Arten und ganze Ökosysteme in Gefahr, sondern auch die Menschen selbst. Der Handel mit Wildtieren und die Vernichtung von Lebensräumen hat das Auftauchen von bislang unbekannten Krankheiten möglich gemacht.

Terra X - "Normal schmeckt schal" Fragen an Maja Göpel 

13 Fragen an die Scientists for Future-Mitbegründerin Prof. Maja Göpel zum Thema Verhaltensänderungen im Konsum vor dem Hintergrund der zu hohen CO2-Emissionen und den daraus resultierenden klimatischen Veränderungen.

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Die nächste Pandemie kommt bestimmt

"Die aktuelle Pandemie ist nicht die letzte, mit der wir es in Zukunft zu tun bekommen werden", vermutet Dr. Fabian Leendertz, Epidemiologe am Robert Koch Institut und 2020 ausgezeichnet als "UN Champion of the Earth". "Gerade im tropischen Afrika gibt es eine große Nachfrage nach dem sogenannten Bush Meat, also Wildtierfleisch. Wenn die großen Tiere, die viel Fleisch liefern, dann weg sind, fangen die Jäger an, auch kleinere Tiere zu jagen: Nagetiere, Fledermäuse und Flughunde stehen zum Beispiel viel häufiger auf dem Speiseplan als früher. Und das sind Tiere mit einem großen Erregerspektrum".

Alle Wissenschaftler in der Dokumentation lassen nur eine Erkenntnis zu: Wir sind an einem Kipp-Punkt. Noch ist die Lage nicht aussichtslos. Die Liste der Gründe, jetzt zu handeln, erscheint allerdings lang.

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Precht - Ökonomie und Ökologie – Ein Widerspruch?  

Industriegesellschaften verbrauchen zu viel, vernichten zu viel Lebensraum, blasen zu viel CO2 in die Luft. Und doch scheint sich die Wirtschaftsweise nicht fundamental zu ändern.

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"Wir leben in einer Scheinrealität"

Die Ökonomin Prof. Maja Göpel, die als "Scientists for Future"-Repräsentantin und Spiegel Bestseller-Autorin Bekanntheit erlangte, ist sich sicher: "Wir leben in einer Scheinrealität, in der wir so tun, als könnten wir mit endlosen Ressourcen wirtschaften und als hätte unsere Lebensweise keine weiteren Folgen. Aber wir können auf diesem Planeten zusammenleben, ohne seine ökologischen Grenzen zu sprengen. Und dafür müssen wir nicht einmal an Lebensqualität einbüßen. So sollten wir alte Ideen, die sich als falsch erwiesen haben, endlich über Bord werfen, etwa unser auf ewiges Wachstum ausgerichtetes Wirtschaftssystem. Stattdessen brauchen wir eine neue Lebensweise, die mit der Realität endlicher Ressourcen vereinbar ist."

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Die Mill Avenue Bridge in den USA, hinter der ein riesiger Sandsturm aufzieht. Am Himmel ein Flugzeug.

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Tierfilmer Rolf Steinmann über die Herausforderungen und Gefahren bei Drehs in extremen Lebensräumen, die Auswirkungen des Klimawandels und den Traum, Tierfilmer zu werden.

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