Razzia gegen rechtsextreme Musikszene

    In Deutschland und auf Mallorca:Razzia gegen rechtsextreme Musikszene

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    In einer groß angelegten Razzia geht die Polizei gegen die rechtsextreme Musikszene vor. Es werden mehrere Gebäude durchsucht. Die Ermittlungen laufen schon seit Monaten.

    Symbolbild:  Polizisten sind bei einer Razzia im Einsatz
    Immer wieder führt die Polizei Razzien gegen rechtsextreme Vereine, Organisationen und Strukturen durch (Archivfoto).
    Quelle: dpa

    Die Polizei geht mit einer bundesweiten Razzia gegen die rechtsextreme Musikszene vor. Die Verdächtigen stünden im Verdacht der Produktion und des Vertriebs von volksverhetzender rechtsextremer Musik, teilte die Polizeidirektion Oldenburg am Donnerstag mit.

    Durchsuchungen in einigen Bundesländern und auf Mallorca

    Durchsucht werden demnach zahlreiche Gebäude in Niedersachsen, Hamburg, Berlin, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg nach Beweismitteln. Zudem liefen Durchsuchungen auf der spanischen Insel Mallorca.
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    Verdacht: Bildung einer kriminelles Vereinigung

    Die bundesweit agierende Tätergruppierung stehe im Verdacht, die strafrechtlich relevante Musik national und teilweise international vertrieben zu haben, hieß es weiter. Hintergrund ist ein bei der Oldenburger Kriminalinspektion geführtes Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung.
    Die Mitglieder der agierenden Tätergruppen seien größtenteils der rechtsextremen Szene zuzuordnen. Weitere Angaben machte die Behörde zunächst nicht. Die Durchsuchungen mit zahlreichen Polizeikräften dauerten an.
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    Musik als wichtiges Element der Szene

    Produktion, Vertrieb und Aufführung von Musik mit entsprechenden Texten erfüllen in der rechtsextremen Szene mehrere Funktionen. So ist die Musik verbindenes, kulturelles Element innerhalb der Ideologie und häufig der Einstieg für jüngere Menschen in rechtsextremes Gedankengut. So stärke entsprechende Musik das Zugehörigkeitsgefühl zur Szene, sagt der Politologe Henning Flad in einem Interview der Bundeszentrale für politische Bildung.
    Entsprechende Konzerte und Musikfestivals sind zudem immer wieder Treffpunkte der Szene. Der Verkauf von Merchandise rechtsextremer Bands oder CDs ist eine wichtige Einnahmequelle der rechtsextremen Szene. Dieses Geld fließt nicht selten im Anschluss wieder in rechtsextreme Strukturen.

    Nachrichten | Thema
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