Trumps Amtsantritt: Tausende Migranten in Mexiko gestrandet
Nach Trumps Amtsantritt:Im letzten Moment vor US-Grenze gestrandet
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Sie hatten schon Termine für die legale Einreise in die USA, doch kurz nach der Amtseinführung von Donald Trump wurden diese gestrichen. Jetzt sitzen Tausende in Mexiko fest.
Migranten in Mexiko am 20. Januar auf dem Weg zur US-Grenze. Seit Trumps Amtsantritt sitzen viele von ihnen fest.
Quelle: AFP
Sie kommen aus Haiti, Venezuela und vielen anderen Teilen der Welt, ziehen kleine Koffer hinter sich her. Sie umklammern ihre Handys, waren sie doch bisher so etwas wie Boten einer neuen, glücklicheren Zukunft, zeigten ihnen auf, dass sie nach Monaten des Wartens endlich einen Termin hatten - für eine legale Einreise in die USA, einschließlich einer Arbeitserlaubnis.
Jetzt, draußen an einer Reihe von Grenzübergängen im Norden von Mexiko, haben sich Hoffnung und Vorfreude in Schock und Verzweiflung verwandelt - binnen Augenblicken nach dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident.
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Einreise-App funktioniert nicht mehr
Washingtons Zoll- und Grenzschutzbehörde teilte am Montag mit, dass die sogenannte CBP-One-App, die noch am Morgen des 20. Januar funktioniert hatte, nicht mehr für die Zulassung von Migranten in die USA benutzt werden könne.
Zehntausende von bereits vergebenen Terminen für den Einreiseprozess, die bis in den Februar hinein reichten, seien gestrichen worden, wurde den Antragstellern mitgeteilt. Und das war es. Es gibt keine Möglichkeit, dagegen anzugehen, nicht einmal einen Ansprechpartner.
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Fassungslos - der Hoffnung beraubt
Im mexikanischen Tijuana, wo täglich 400 Leute via der App an einem Grenzübergang zu San Diego in die USA einreisen konnten, scheute sich Maria Mercado zunächst, ihr Handy zu checken, aus Angst vor einer Enttäuschung. Als sie es schließlich tut, laufen ihr die Tränen über das Gesicht. Ihre Familie hatte einen Termin für 13 Uhr - zu spät.
Wir wissen nicht, was wir tun werden,
„
Maria Mercado, Einreisewillige
sagt sie. Die USA sind buchstäblich in Sichtweite - und doch plötzlich unerreichbar entfernt.
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Jahrelange Fluchtgeschichte
Mercado hat vor Jahrzehnten Kolumbien verlassen, war vor der Gewalt von Drogenkartellen nach Ecuador geflohen. Als diese dann auch ihr neues Heimatland heimsuchten, flüchtete die Familie im vergangenen Juni erneut, diesmal nach Mexiko - in der Hoffnung, die USA zu erreichen.
Migranten um sie herum umarmen sich Trost suchend oder weinen still vor sich. Viele stehen einfach wie gelähmt da, ungläubig, fassungslos - und ohne jede Ahnung, was sie als Nächstes tun können. Ein Schild in der Nähe erinnert sie an die Zeit, als sie noch hoffen konnten, es rief Leute dazu auf, sich die CBP-One-App zuzulegen.
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Lotteriesystem für legale Einreise in die USA
CBP One war äußerst populär, vor allem bei Venezolanern, Kubanern, Haitianern und Mexikanern. Es handelte sich praktisch um ein Lotteriesystem, das pro Tag 1.450 Termine an Migranten an einem von insgesamt acht Grenzübergängen vergab. Die betreffenden Menschen betraten die USA unter einer Sonderregelung mit vereinfachten Prozeduren, die in der Befugnis des Präsidenten liegt.
Der Zoll- und Grenzschutzbehörde zufolge haben sich täglich etwa 280.000 Menschen um die jeweils 1.450 Termine beworben.
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Befürworter sagen, dass das System für etwas Ordnung sorgte - inmitten des Chaos der illegalen Einwanderungen. Kritikern - allen voran Trump - war es ein Dorn im Auge. Sie argumentieren, dass CBP One es Migranten zu leicht mache und sie dazu verleite, an die mexikanische Grenze zu den USA zu kommen - um sie dann gegebenenfalls vielleicht auch illegal zu überqueren.
Viele Migranten in Mexiko gestrandet
Jetzt ist zumindest vorläufig Schluss mit der App, und viele Migranten sind an der Grenze zu den USA oder tiefer in Mexiko gestrandet. Für Menschen mit Terminen am Montagmorgen lief noch alles planmäßig ab.
Robert Caruzi, ein Venezolaner, zählte noch zu den Glücklichen. Er war in der letzten Gruppe, die anhand von CBP One die Grenze überquerte.
Ich bin zweimal an die Grenze gelangt und wurde zweimal zurückgeschickt,
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Robert Caruzi, Venezolaner
schildert er. "Aber ich habe die Hoffnung nicht verloren." Wenig später war die App außer Betrieb.
Donald Trump ist erneut US-Präsident. In einem seiner ersten Schritte entließ er Regierungsmitarbeiter, über 1.000 weitere sollen folgen. Die Entwicklungen im Liveticker.
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