Reaktion auf Assad-Sturz:Golanhöhen: Israel schickt Truppen in Pufferzone
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Israel reagiert auf den Sturz des Assad-Regimes mit der Einnahme der Golan-Pufferzone zu Syrien. Damit soll laut Netanjahu das Eindringen bewaffneter Gruppen verhindert werden.
Israelische Panzer auf den Golanhöhen.
Quelle: dpa
Israel übernimmt nach den Worten von Regierungschef Benjamin Netanjahu die Kontrolle in der Pufferzone zu Syrien auf den Golanhöhen.
Bei einem Besuch vor Ort sagte Netanjahu am Sonntag, er habe die Armee angewiesen, in die Pufferzone auf den Golanhöhen einzurücken und die Kontrolle über dieses Gebiet sowie "angrenzende strategische Positionen" zu übernehmen.
Wir werden es keiner feindlichen Kraft erlauben, sich an unserer Grenze zu positionieren.
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Benjamin Netanjahu, Israels Premierminister
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Israel reagiert auf Assad-Sturz
Die israelische Armee hatte zuvor mitgeteilt, dass sie Soldaten in die entmilitarisierte Pufferzone zu Syrien auf den Golanhöhen entsandt habe. "Angesichts der Entwicklungen in Syrien und auf der Grundlage (...) der Möglichkeit, dass bewaffnete Gruppen in die Pufferzone eindringen könnten", seien dort Truppen positioniert worden, erklärte die Armee am Sonntag.
Die Soldaten seien an mehreren für die Verteidigung wichtigen Orten im Einsatz, "um die Sicherheit der Gemeinden auf den Golanhöhen und der israelischen Bürger zu gewährleisten". Generalstabschef Herzi Halevi sagte vor Rekruten:
Seit gestern Abend sind wir an vier Fronten im Kampfeinsatz.
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Herzi Halevi, Generalstabschef
"Die Bodentruppen kämpfen an vier Fronten: gegen den Terrorismus in Judäa und Samaria, im Gazastreifen, im Libanon, und gestern Abend haben wir Truppen in syrisches Gebiet verlegt", so der Generalstabschef weiter.
Judäa und Samaria sind die israelischen Namen für das besetzte Westjordanland. Israel betonte jedoch, dass die Armee sich nicht in die internen Ereignisse in Syrien einmischen werde. Dort haben von Islamisten angeführte Milizen am Sonntag Damaskus erobert und den Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad verkündet.
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Am Samstag hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitgeteilt, dass sich syrische Soldaten aus ihren Stellungen in der Provinz Kuneitra im syrischen Teil der Golanhöhen zurückgezogen hätten.
Israel hatte 1967 im Verlauf des Sechstagekrieges den Großteil der syrischen Golanhöhen besetzt und die Gebiete später annektiert. Dieser Schritt wird von den meisten Staaten nicht anerkannt.
1974 richtete die UNO eine Pufferzone zwischen dem israelisch annektierten und dem syrischen Teil der Golanhöhen ein. Dort sind UN-Blauhelme stationiert. Netanjahu sagte aber nun, das seit Jahrzehnten geltende Abkommen mit Syrien über die Pufferzone sei am Ende.
Ein Sprecher der UN-Beobachtungstruppe auf den Golanhöhen (Undof) berichtete von "nicht identifizierten Bewaffneten", von denen etwa 20 in eine Undof-Stellung im nördlichen Teil der Pufferzone eingedrungen seien. Die israelische Armee erklärte, sie habe der UN-Truppe bei der Abwehr eines Angriffs geholfen.
Lesen Sie mehr zur Entwicklung in Syrien in unserem Liveblog:
In Syrien haben Rebellengruppen Machthaber Assad gestürzt. Nun will die EU die Bevölkerung über eine "Luftbrücke" mit Hilfsgütern unterstützen. Alle Entwicklungen im Liveblog.
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