Politologe Jacob Ross: Trump als "Weckruf" für die EU
Interview
Jacob Ross:Politologe: Trump als "Weckruf" für die EU
|
Die zweite Amtszeit Trumps könnte ein "Impuls", ein "Weckruf" für das deutsch-französische Duo in der EU sein, so Experte Jacob Ross. Auf die EU kommen "stürmische Zeiten" zu.
Sehen Sie hier das Interview mit Jacob Ross in voller Länge.23.01.2025 | 4:03 min
Ob US-Präsident Donald Trump am Mittwoch auf die deutsch-französischen Botschaften hörte, bleibt fraglich. Doch Bundeskanzler Olaf Scholz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron war es wichtig, ihre Botschaft zu übermitteln: Europa werde sich "nicht ducken und verstecken, sondern ein konstruktiver und selbstbewusster Partner sein", sagte Scholz in Paris. Macron betonte erneut ein "geeintes, starkes, souveränes Europa".
Das Treffen, nur zwei Tage nach Trumps Amtseinführung, bot eine Gelegenheit, den deutsch-französischen Schulterschluss zu bekräftigen - auch gegenüber den USA. Es sei ein Appell an den europäischen Zusammenhalt, auch aus einer gewissen Not heraus, macht Jacob Ross von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) klar.
Donald Trump hat sich heute beim Wirtschaftsforum in Davos über die Handelspolitik der EU beschwert. Wirtschaftsexperte Florian Neuhann ordnet Trumps Aussagen ein.23.01.2025 | 1:20 min
Politologe: Europa hat Zeit gebraucht, um aufzuwachen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte in Straßburg, dass auf Europa, auf die Europäische Union stürmische Zeiten zukommen. "Das ist eigentlich schon seit Längerem klar", sagt Politologe Ross. "Spätestens seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine 2022."
Europa habe Zeit gebraucht, um aufzuwachen. Das liege auch daran, dass Deutschland und Frankreich ihren traditionellen Status als Führungsmächte, als Führungsduo der Europäischen Union lange nicht gerecht werden konnten.
Da könnte Trump jetzt, auch das hofft Frau von der Leyen, dazu führen, dass dieser Weckruf jetzt gelingt.
„
Jacob Ross, Deutsche Gesellschaft für Politik
Kanzler Scholz und Frankreichs Präsident Macron haben sich über das Verhältnis Europas zu den USA ausgetauscht. Olaf Scholz sieht in US-Präsident Trump eine "Herausforderung".23.01.2025 | 1:38 min
Ähnlicher Weckruf schon zu Trumps erster Amtszeit
Einen ähnlichen Weckruf habe Europa schon zur ersten Amtszeit Trumps erlebt, sagt Ross.
"Ich glaube die erste Amtszeit Donald Trumps hat vor acht Jahren bereits gezeigt, dass das einen Impuls geben kann, dass eine gemeinsame Bedrohung für Deutschland, Frankreich und die Europäer ingesamt dazu führen kann, dass man sich an der ein oder anderen Stelle vielleicht einigt, an der diese Einigkeit schwer gefallen ist."
So könne man hoffen, dass die zweite Amtszeit Trumps erneut in Europa und in der deutsch-französischen Beziehung zu einem solchen Impuls führen kann, bilanziert der Politologe.
Das Interview führte Nazan Gökdemir, zusammengefasst hat es Katharina Schuster.
Quelle: dpa
Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie beim ZDFheute-WhatsApp-Channel richtig. Hier erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Podcast "Kurze Auszeit" inspirieren. Zur Anmeldung: ZDFheute-WhatsApp-Channel.
Um dir eine optimale Website der ZDFmediathek, ZDFheute und ZDFtivi präsentieren zu können, setzen wir Cookies und vergleichbare Techniken ein. Einige der eingesetzten Techniken sind unbedingt erforderlich für unser Angebot. Mit deiner Zustimmung dürfen wir und unsere Dienstleister darüber hinaus Informationen auf deinem Gerät speichern und/oder abrufen. Dabei geben wir deine Daten ohne deine Einwilligung nicht an Dritte weiter, die nicht unsere direkten Dienstleister sind. Wir verwenden deine Daten auch nicht zu kommerziellen Zwecken.
Zustimmungspflichtige Datenverarbeitung • Personalisierung: Die Speicherung von bestimmten Interaktionen ermöglicht uns, dein Erlebnis im Angebot des ZDF an dich anzupassen und Personalisierungsfunktionen anzubieten. Dabei personalisieren wir ausschließlich auf Basis deiner Nutzung der ZDFmediathek, der ZDFheute und ZDFtivi. Daten von Dritten werden von uns nicht verwendet. • Social Media und externe Drittsysteme: Wir nutzen Social-Media-Tools und Dienste von anderen Anbietern. Unter anderem um das Teilen von Inhalten zu ermöglichen.
Du kannst entscheiden, für welche Zwecke wir deine Daten speichern und verarbeiten dürfen. Dies betrifft nur dein aktuell genutztes Gerät. Mit "Zustimmen" erklärst du deine Zustimmung zu unserer Datenverarbeitung, für die wir deine Einwilligung benötigen. Oder du legst unter "Einstellungen/Ablehnen" fest, welchen Zwecken du deine Zustimmung gibst und welchen nicht. Deine Datenschutzeinstellungen kannst du jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in deinen Einstellungen widerrufen oder ändern.