Trump will kriminelle Migranten nach Guantanamo schicken

    Gefangenenlager auf Kuba:Trump: Kriminelle Migranten nach Guantánamo

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    Kriminelle Migranten, die sich illegal in den USA aufhalten, sollen nach dem Willen von Trump nach Guantánamo geschickt werden. Es soll Platz für bis zu 30.000 Menschen geben.

    Der Kontrollturm der Internierungseinrichtung Camp VI im Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba, ist durch Stacheldraht in zu sehen.
    Der US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba ist berüchtigt wegen des umstrittenen Gefangenenlagers. (Archivbild)
    Quelle: AP / Alex Brandon

    US-Präsident Donald Trump will ein Haftzentrum für kriminelle Migranten auf dem US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay einrichten lassen. Trump sagte bei einer Veranstaltung im Weißen Haus, dort könnten in Zukunft 30.000 der "schlimmsten kriminellen illegalen Einwanderer" inhaftiert werden.

    Wir haben 30.000 Betten in Guantánamo, um die schlimmsten kriminellen illegalen Einwanderer, die das amerikanische Volk bedrohen, zu inhaftieren.

    Donald Trump, US-Präsident

    Der Republikaner kündigte an, er werde das Verteidigungs- und das Heimatschutzministerium anweisen, mit den Vorbereitungen dafür zu beginnen.
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    Wenige Tage nach dem Amtsantritt Trumps soll seine Regierung Hunderte Migranten bereits festgenommen und abgeschoben haben. Mexiko baut Zeltlager für die Menschen.24.01.2025 | 1:32 min

    Trump: Trauen Ländern nicht, die Migranten zurücknehmen müssten

    Trump gab zunächst keine weiteren Einzelheiten zu dem überraschenden Vorstoß bekannt. Er sagte mit Blick auf manche kriminelle Migranten und deren Heimatländer:

    Einige von ihnen sind so schlimm, dass wir nicht einmal den Ländern trauen, sie festzuhalten, weil wir nicht wollen, dass sie zurückkommen.

    Donald Trump, US-Präsident

    Der 78-Jährige sagte weiter: "Also werden wir sie nach Guantánamo schicken." Es sei schwierig, dort herauszukommen.
    Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel bezeichnete die Pläne Trumps als "brutalen Akt": "In Form eines brutalen Aktes kündigt die neue US-Regierung an, Tausende Migranten, die sie zwangsweise ausweisen will, auf dem Marinestützpunkt Guantanamo festzuhalten, der sich auf illegal besetztem kubanischem Territorium befindet", erklärte Díaz-Canel bei X.
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    Guantánamo Bay nach 11. September errichtet

    Der US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba ist berüchtigt wegen eines umstrittenen Gefangenenlagers, das die Vereinigten Staaten nach den Anschlägen vom 11. September errichtet hatten. Zeitweise waren dort fast 800 Menschen inhaftiert.
    Das Camp wurde damals unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush eingerichtet, um mutmaßliche islamistische Terroristen ohne Prozess festzuhalten. Menschenrechtsorganisationen fordern seit langem die Schließung. Noch immer ist dort jedoch eine kleine Zahl von Häftlingen untergebracht.
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    Trump-Administration geht hart gegen Migranten vor

    Trump treibt seit seinem Amtsantritt einen harten Kurs in der Migrationspolitik voran. Er machte die Ankündigung bei einer Zeremonie im Weißen Haus, bei der er ein Gesetz unterzeichnete, mit dem das Vorgehen gegen bestimmte Migrantengruppen deutlich verschärft wird.
    Das von Trump unterzeichnete Gesetz ist benannt nach der Krankenpflegeschülerin Laken Riley, die von einem venezolanischen Einwanderer getötet wurde, der sich illegal in den USA aufhielt. Trump sprach von einem "bahnbrechenden Gesetz", das Riley "enormen Tribut" zolle.
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    Donald Trump könne Millionen Migranten nicht einfach so abschieben, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen. Er müsse erstmal Staaten finden, die diese Menschen aufnehmen.21.01.2025 | 2:35 min
    "Sie war ein Licht der Wärme und Freundlichkeit", sagte Trump bei der Unterzeichnungszeremonie, an der auch Rileys Eltern und Schwester teilnahmen. "Es ist eine enorme Anerkennung für Ihre Tochter, was heute stattfindet, das ist alles, was ich sagen kann. Es ist so traurig, dass wir das tun müssen."
    Seit Tagen forciert seine Regierung auch die Festnahme und Abschiebung von kriminellen Migranten und solchen ohne Aufenthaltserlaubnis. Der Republikaner hatte im Wahlkampf fast täglich in Aussicht gestellt, er werde "das größte Abschiebeprogramm in der amerikanischen Geschichte" starten.

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    Quelle: dpa

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    Quelle: dpa, AP, Reuters

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