Chinas früherer Staatschef Jiang Zemin gestorben

    Im Alter von 96 Jahren:Chinas Ex-Präsident Jiang Zemin ist gestorben

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    Der frühere chinesische Staats- und Parteichef Jiang Zemin ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Er erlag einer Leukämie-Erkrankung.

    Jiang Zemin
    Jiang Zemin erlag im Alter von 96 Jahren einer Leukämie-Erkrankung.
    Quelle: reuters

    Vom Fabrikdirektor zum "starken Mann" Chinas: Jiang Zemin wurde oft belächelt, übte aber hinter den Kulissen auch nach dem Ende seiner politischen Karriere großen Einfluss aus. Noch lange zog er im Hintergrund die Fäden. Jetzt ist er im Alter von 96 Jahren gestorben, wie staatliche Medien berichteten.
    ZDF-Korrespondentin Miriam Steimer schreibt auf Twitter
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    Der ehemalige Staats- und Parteichef sei an Leukämie erkrankt gewesen und in Shanghai infolge multiplen Organversagens verstorben, heißt es.

    Jiang Zemin, der Sachverwalter

    Jiang Zemin hatte lange Mühe, als großer Führer in die Geschichte eingehen zu können. Er war 13 Jahre Chinas Staatsoberhaupt und Vorsitzender der Kommunistischen Partei gewesen und führte China von den späten 1980er-Jahren bis ins neue Jahrhundert - in einer Zeit großer Umbrüche im Land.
    Doch war er nie für seine Visionen bekannt, sondern wirkte eher als Sachverwalter und Kompromissfigur verschiedener Strömungen in der Partei. Politische Reformen schloss er aus: "Chinas politisches System darf niemals erschüttert werden." Erst als Kritiker seiner Nachfolger, gewann er Beliebtheit. Im Volk wurde er gerne "der Senior" (Zhangzhe) genannt.

    Jiang Zemin war in der Bevölkerung beliebt

    Chinas heutiger Staatschef genoss eindeutig nicht den Respekt des beliebten "Seniors". Beim Parteitag 2017 verfolgte Jiang Zemin eine dreistündige Rede von Staats- und Parteichef Xi Jinping, schien aber Langeweile oder gar Respektlosigkeit zu zeigen, indem er mit weit geöffnetem Mund gähnte oder wiederholt auf die Uhr schaute, was noch zu seiner Popularität beitrug.
    "Hinter der Nostalgie für Jiang Zemin steckt aber nicht notwendigerweise eine echte Verehrung oder Zustimmung zu seinem harschen Regierungsstil, sondern eher Ablehnung gegenüber dem gegenwärtigen Führer Xi Jinping", schrieb Lotus Yang Ruan in "The Diplomat".

    Ärger mit Xi Jinping

    Doch die Strippenzieher-Rolle brachte Jiang Zemin auch Ärger ein. Die Anti-Korruptions-Kampagne von Xi Jinping, der sich gegen Widerstand in der Partei wehren musste, zielte auch auf das bis hoch in die Militärspitze reichende Netzwerk von Jiang Zemin. 2015 kritisierte das Parteiorgan "Volkszeitung" nicht näher genannte "pensionierte Führer", die sich an die Macht klammerten und weiter einmischten, was als Botschaft an Jiang Zemin verstanden wurde.
    Eine chinesische Flagge, dahinter Menschen mit Mundschutz vor einem Gebäude der Verbotenen Stadt.
    China hat eine lange und stolze Geschichte als Kulturnation. Sie dient der Supermacht des 21. Jahrhunderts als Legitimation und Machtinstrument. 10.09.2022 | 92:23 min
    Quelle: dpa, Reuters, AFP
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