Sicherheitspaket der Ampel: Erste Beratungen im Bundestag
Sicherheitspaket im Bundestag:Union: "Vernünftige Maßnahmen" - aber zu wenig
|
Mit härteren Regeln in der Asyl- und Sicherheitspolitik will die Ampel-Koalition Konsequenzen aus dem Anschlag von Solingen ziehen. Der Bundestag hat erstmals darüber beraten.
Der Bundestag debattierte hitzig über das Sicherheitspaket, das die Bundesregierung nach den jüngsten Anschlägen vorgelegt hat. Der Union gehen die Vorschläge nicht weit genug.12.09.2024 | 2:43 min
Rund drei Wochen nach dem Messeranschlag von Solingen haben die Ampel-Fraktionen im Bundestag erste Schritte für eine schärfere Asyl- und Sicherheitspolitik auf den Weg gebracht. Die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP reichten am Donnerstag zwei entsprechende Vorlagen der Bundesregierung in das Parlament ein.
phoenix im Livestream rund um die Uhr.08.03.2025
Faeser: Freiheit und Sicherheit in Deutschland
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) betonte, aus der Gewalttat von Solingen müssten die notwendigen Konsequenzen gezogen werden. "Das tun wir mit dem heutigen Gesetzespaket." Mit Blick auf den mutmaßlichen Täter von Solingen betonte die SPD-Politikerin:
Wer unseren Schutz bekommt, darf ihn nicht missbrauchen, ansonsten muss er unser Land wieder verlassen.
„
Nancy Faeser, Bundesinnenministerin
Regierung und Union konnten sich nicht auf umfassende Zurückweisungen von Migranten an den Landesgrenzen einigen. So reagieren die Bundesminister Faeser, Buschmann und Baerbock.10.09.2024 | 22:59 min
Die Union kritisierte die Vorhaben als nicht ausreichend. In den beiden eingebrachten Gesetzentwürfen der Bundesregierung sind drei Säulen enthalten:
Erstens sollen Sozialleistungen für ausreisepflichtige Asylbewerber gekürzt und mitunter sogar gestrichen werden.
Zweitens sollen die Befugnisse der Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den radikalen Islamismus gestärkt werden, vor allem bei Ermittlungen im Internet.
Drittens soll das Waffenrecht mit Blick auf Messer verschärft werden. Vorgesehen sind unter anderem Messerverbote bei Veranstaltungen und im Fernverkehr.
Innenministerin Faeser ordnet Kontrollen an deutschen Grenzen an, um die Zahl unerlaubter Einreisen einzugrenzen. Österreich weigert sich, zurückgewiesene Migranten aufzunehmen.10.09.2024 | 1:52 min
Beschlussfassung noch offen
Wann die Gesetze vom Bundestag in zweiter und dritter Lesung beschlossen werden, ist noch unklar. Teile des Pakets müssen dann noch vom Bundesrat verabschiedet werden.
Die umstrittene Frage von Grenzkontrollen und Zurückweisungen von Asylbewerbern wird in den Vorlagen nicht behandelt.
In der Generaldebatte im Bundestag hat Olaf Scholz Oppositionsführer Merz Taschenspielertricks in der Asyldebatte vorgeworfen. Merz wehrte sich gegen die „infame Behauptung".11.09.2024 | 2:50 min
Union will weitergehende Schritte
Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion, Thorsten Frei, sagte:
Es gibt in den Vorlagen viele vernünftige Maßnahmen, die wir unterstützen können.
„
Thorsten Frei, Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion
Zugleich sei es aber auch so, dass "der Schritt, den Sie gehen, hinter dem Notwendigen zurückbleibt", betonte Frei, der für die Union die gescheiterten Gespräche mit der Bundesregierung über eine konsequente Zurückweisung bestimmter Asylbewerber an den deutschen Grenzen führte. "Wir müssen etwas tun, um die irreguläre Migration zu stoppen", mahnte Frei. Und das gehe nur mit Zurückweisungen an den Grenzen.
Faeser: Für Gespräche mit Union offen
Faeser betonte, wie auch Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP), die Regierung sei weiter offen für Gespräche mit der Union, der größten Oppositionsfraktion im Bundestag. CDU/CSU hatten die Beratungen am Dienstag für beendet erklärt mit dem Argument, die Regierung sei zu weitreichenden Zurückweisungen an den deutschen Grenzen nicht bereit.
Faeser legte der Union einen Plan vor, nach dem es künftig an den Grenzen beschleunigte Asylverfahren geben soll und abgelehnte Bewerber dann schnell wieder abgeschoben werden sollen. Faeser will dieses Vorgehen nun ohne die Union weiter mit den Bundesländern besprechen. Ein Beschluss des Bundestages dafür ist nicht erforderlich.
In vielen Städten gibt es bereits Waffenverbotszonen, so auch in der Düsseldorfer Altstadt. Dort hat man mit der Maßnahme positive Erfahrungen gemacht.12.09.2024 | 1:30 min
Grenzkontrollen für sechs Monate
Zudem hat die Ministerin Kontrollen an allen deutschen Grenzen angeordnet, die ab kommendem Montag zunächst für sechs Monate gelten sollen. Diese Kontrollen sollen allerdings nur stichprobenartig durchgeführt werden. Der Pendlerverkehr sowie die Wirtschaft sollen möglichst wenig beeinträchtigt werden, wie Faeser betont.
Hendrik Wüst hat ein Maßnahmenpaket zu den Themen Migration und Sicherheit vorgestellt. Es soll vermehrt über Islamismus aufgeklärt und stärker gegen diesen vorgegangen werden.11.09.2024 | 1:48 min
In Solingen hatte ein Angreifer bei einem Stadtfest am 23. August drei Menschen erstochen, mutmaßlicher Täter ist ein 26-jähriger Syrer. Der Mann hatte Verbindungen zu muslimischen Extremisten. Nach den Dublin-Regelungen der Europäischen Union war der mutmaßliche Täter ausreisepflichtig. Er hatte in Bulgarien erstmals EU-Gebiet betreten und hätte dort sein Asylverfahren durchlaufen müssen. Bulgarien war bereit, den Mann zurückzunehmen. Die Rückführung scheiterte dann aber an Versäumnissen deutscher Behörden.
Quelle: dpa
Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie beim ZDFheute-WhatsApp-Channel richtig. Hier erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Podcast "Kurze Auszeit" inspirieren. Zur Anmeldung: ZDFheute-WhatsApp-Channel.
Um dir eine optimale Website der ZDFmediathek, ZDFheute und ZDFtivi präsentieren zu können, setzen wir Cookies und vergleichbare Techniken ein. Einige der eingesetzten Techniken sind unbedingt erforderlich für unser Angebot. Mit deiner Zustimmung dürfen wir und unsere Dienstleister darüber hinaus Informationen auf deinem Gerät speichern und/oder abrufen. Dabei geben wir deine Daten ohne deine Einwilligung nicht an Dritte weiter, die nicht unsere direkten Dienstleister sind. Wir verwenden deine Daten auch nicht zu kommerziellen Zwecken.
Zustimmungspflichtige Datenverarbeitung • Personalisierung: Die Speicherung von bestimmten Interaktionen ermöglicht uns, dein Erlebnis im Angebot des ZDF an dich anzupassen und Personalisierungsfunktionen anzubieten. Dabei personalisieren wir ausschließlich auf Basis deiner Nutzung der ZDFmediathek, der ZDFheute und ZDFtivi. Daten von Dritten werden von uns nicht verwendet. • Social Media und externe Drittsysteme: Wir nutzen Social-Media-Tools und Dienste von anderen Anbietern. Unter anderem um das Teilen von Inhalten zu ermöglichen.
Du kannst entscheiden, für welche Zwecke wir deine Daten speichern und verarbeiten dürfen. Dies betrifft nur dein aktuell genutztes Gerät. Mit "Zustimmen" erklärst du deine Zustimmung zu unserer Datenverarbeitung, für die wir deine Einwilligung benötigen. Oder du legst unter "Einstellungen/Ablehnen" fest, welchen Zwecken du deine Zustimmung gibst und welchen nicht. Deine Datenschutzeinstellungen kannst du jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in deinen Einstellungen widerrufen oder ändern.