Giftattacken im Iran: Chamenei fordert harte Strafen

    Giftattacken auf Schulen im Iran:Vergiftungen: Chamenei fordert harte Strafen

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    Im Iran mehren sich die Berichte über Giftanschläge auf Schulen. Hunderte Mädchen sind Behörden zufolge erkrankt. Das geistliche Oberhaupt Chamenei fordert strenge Strafen.

    Ajatollah Ali Chamenei, Oberste Führer des Iran
    Ajatollah Ali Chamenei fordert harte Strafen.
    Quelle: dpa

    Im Iran hat das geistliche und staatliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei die jüngsten Vergiftungen von Schülerinnen als "unverzeihliche Verbrechen" bezeichnet. Die Behörden müssten die Fälle ernsthaft verfolgen, sagte Chamenei laut Staatsmedien.

    Die Täter sollten streng bestraft werden.

    Ajatollah Ali Chamenei

    Eltern demonstrieren gegen mutmaßliche Anschläge

    Am Wochenende war es in mehreren Städten zu Protesten von Eltern gegen die mutmaßlichen Anschläge gekommen. Eine der Kundgebungen in Teheran entwickelte sich Videoaufnahmen zufolge zu einer regierungsfeindlichen Demonstration.
    Seit November war es zu ungeklärten Giftanschlägen auf mehr als 30 Schulen in weiten Teilen des Landes gekommen. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind Hunderte Mädchen erkrankt.
    Im Iran kam es an mehreren Mädchenschulen zu einer Vergiftungswelle. Oppositionelle im Exil vermuten dahinter islamistische Einflüsse - mit Billigung der iranischen Führung.01.03.2023 | 2:31 min
    Einige Politiker hatten angedeutet, die Schülerinnen könnten Ziel religiöser Gruppen gewesen sein, die eine Schulbildung für Mädchen ablehnen.

    Präsident: "Ausländische Feinde" verantwortlich

    Der iranische Präsident Ebrahim Raissi machte unlängst "ausländische Feinde" für die Anschläge verantwortlich. Raissi ließ offen, wen er damit meinte. Allerdings werden regelmäßig die USA und Israel als Feinde der Islamischen Republik bezeichnet.
    Die iranischen Machthaber sehen sich seit Monaten mit regierungsfeindlichen Protesten konfrontiert, die nach dem Tod der 22-jährigen Jina Mahsa Amini begonnen hatten. Amini war Mitte September in Polizeigewahrsam gestorben. Zuvor war sie von der sogenannten Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie ihr Kopftuch falsch getragen haben soll.
    Auch Schülerinnen beteiligten sich an den Protesten.

    Unsichtbares Grauen an Schulen
    :Wie erklärt der Iran vergiftete Schülerinnen?

    Hunderte Schülerinnen im Iran zeigen schwere Vergiftungssymptome. Einige Eltern machen den Staat dafür verantwortlich. Der widerspricht sich bei seinen Erklärungsversuchen.
    von Diana Zimmermann
    Vergiftungen im Iran
    mit Video
    Quelle: Reuters