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Maskenpflicht hilft nicht : Kinderärzte warnen vor Krisen-Zuspitzung

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Angesichts überfüllter Kliniken warnt Kinderärztepräsident Fischbach vor einer Zuspitzung der Lage. Eine Maskenpflicht hält der Mediziner jedoch für kontraproduktiv.

Ein RSV-Patient auf einer Kinderstation.
Ein RSV-Patient auf einer Kinderstation.
Quelle: dpa

Kinderärztepräsident Thomas Fischbach befürchtet eine Verschärfung der angespannten Lage in den Kinderkliniken, hält aber eine Maskenpflicht eher für kontraproduktiv.

"Wir sind in einer gefährlichen Situation für die Kinder, besonders für die Kleinsten", sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) angesichts der wegen Atemwegserkrankungen überfüllten Arztpraxen und Kinderkliniken der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

Fehlende Betten, zu wenig Personal: Bei ZDFheute live sprechen Chefärztin Beatrix Schmidt, Grünen-Politiker Janosch Dahmen und Prof. Jörg Dötsch über die Lage in Kinderkliniken.

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32 min
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Spitze der Infektionswelle in Sicht?

Und es könne noch schlimmer kommen: "Denn normalerweise stehen wir Anfang Dezember erst am Beginn der Erkältungssaison. Die Spitze der Infektionswelle steht also noch vor uns."

Rufen nach einer Rückkehr der Maskenpflicht für Kinder und Eltern erteilte Fischbach jedoch eine Absage.

Der Schrei nach Masken ist der übliche Reflex der Politik. Dabei ist die Maskenpflicht der zurückliegenden zwei Jahre ja ein wichtiger Grund für die aktuelle Krise.
Thomas Fischbach

Denn wegen der Masken seien weder die Immunsysteme der Kinder noch der Eltern trainiert worden. Viele Kinderpraxen und Kinderstationen sind aktuell extrem überfüllt. Experten berichten von einer enormen Welle an Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV), das für Babys gefährlich sein kann.

Kinderkliniken und Eltern der Patienten sind durch die hohen Kosten überlastet. Ohne Spenden ist das oft nicht zu stemmen. Ein neues Pflegegesetz soll jetzt eine bessere Finanzierung sichern.

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2 min
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Fischbach kritisiert Lauterbach

Die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), Pflegekräfte aus dem Erwachsenenbereich zur Unterstützung in der Pädiatrie einzusetzen, nannte Fischbach "irrwitzig".

Ähnlich kritisch äußerte sich dazu der Deutsche Pflegerat (DPR). "Das kann man nur als Verzweiflungstat bezeichnen", sagte DPR-Präsidentin Christine Vogler dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND). "In den Kliniken kann bereits jetzt nur die Minimalversorgung gesichert werden. Wir haben keine Station mehr, wo man Pflegepersonal abziehen kann."

Gesundheitsminister Lauterbach - "Personal in Kinderstationen verlagern" 

Gesundheitsminister Lauterbach will es Kliniken ermöglichen, Personal auf Kinderstationen zu verlagern. Grund sind die aktuellen Engpässe an Kinderkliniken.

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Fachkräfte fehlen in der Pflege

Pflegekräfte aus anderen klinischen Abteilungen hätten auch nicht automatisch die Qualifikation zu Versorgung im pädiatrischen Intensivbereich. Angesichts des Fachkräftemangels in Sozial- und Pflegeberufen plädierte Vogler auch für ein verpflichtendes soziales Gesellschaftsjahr für alle Schulabgänger in Deutschland.

"Wir müssen als Gesellschaft wieder zusammenrücken und lernen, dass wir uns im Sozialsystem wieder verstärkt den Kranken, den Kindern und Schwachen widmen müssen." Das zeige nicht zuletzt die aktuelle Situation in den Kliniken, sagte Vogler.

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