BDI-Präsident Russwurm: AfD "richtet großen Schaden an"

    BDI-Präsident warnt:Russwurm: AfD "richtet großen Schaden an"

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    BDI-Chef Russwurm warnt davor, die AfD zu wählen. Ihr Programm schade der Wirtschaft und dem gesellschaftlichem Zusammenhalt in Deutschland. Arbeitgeber-Chef Dulger mahnt ebenso.

    Alice Weidel und Tino Chrupalla
    In Sachsen, Thüringen und Brandenburg lag die AfD in Umfragen zuletzt vorn. Vertreter der Wirtschaft sehen das sehr kritisch.
    Quelle: dpa

    Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben vor AfD-Wahlerfolgen im kommenden Jahr gewarnt. "Wer erwägt, die AfD zu wählen, muss wissen: Diese Partei richtet großen Schaden an", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Siegfried Russwurm, der Deutschen Presse-Agentur. Auch Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger äußerte sich kritisch und sagte der dpa:

    Der zunehmende Zuspruch, den die AfD erhält, besorgt mich als Unternehmer und als Arbeitgeberpräsident sehr, wirklich sehr.

    Rainer Dulger, Arbeitgeberpräsident

    Im Juni findet die Europawahl statt. Im September werden die Landtage in Sachsen, Thüringen und Brandenburg neu gewählt. In allen drei Ländern lag die AfD in Umfragen zuletzt vorn. Der AfD-Landesverband Sachsen wurde kürzlich vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft, in Thüringen ist die Landes-AfD schon länger als rechtsextrem eingestuft.
    Christiane Hübscher mit einer neuen Folge von Inside PolitiX zur Frage, was ein AfD-Verbot bringt.
    Die AfD ist auf dem Vormarsch - obwohl sie in drei Bundesländern als "gesichert rechtsextrem" gilt. Sollte die Partei verboten werden?22.12.2023 | 14:26 min

    Russwurm: Programm der AfD schadet dem Zusammenhalt

    Russwurm sagte mit Blick auf die Wahlen in den drei ostdeutschen Bundesländern: "Da habe ich große Sorgen. Vieles, von dem die Bundesregierung sagt, wir haben doch geliefert, trifft in weiten Teilen der Bevölkerung auf große Skepsis und mangelnde Akzeptanz. In dieser Lage fischt die AfD Stimmen mit vermeintlich einfachen Lösungen, die keine sind", so Russwurm. Er treffe fast ausschließlich Unternehmerinnen und Unternehmer, die klare Kante zeigten:

    Das Programm der AfD schadet unserem Land. Es schadet der Wirtschaft und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt.

    Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie

    Arbeitgeberpräsident: Deutschland profitiert von Weltoffenheit

    Die AfD sei laut Verfassungsschutz in Teilen eine rechtsextreme Partei, sagte Dulger. "Sie leitet viele ihrer Positionen aus dem Nationalismus ab. Damit kann ich nichts anfangen.

    Wir haben unseren Wohlstand in Deutschland nicht mit Nationalismus aufgebaut, sondern wir waren und sind eine weltoffene und liberale Industrie- und Handelsnation."

    Rainer Dulger, Arbeitgeberpräsident

    Weiter sagt Dulger: "Wir haben mit allen ausländischen Freunden und Partnern wirtschaftlich gut zusammengearbeitet und Handel betrieben. Das ist der Ursprung unseres Wohlstands, und diesen Wohlstand möchte ich gern weiter festigen. Deutschland profitiert wie wenig andere Länder von seiner Weltoffenheit."

    Ich habe von der AfD auch noch keine Antwort auf die Frage gesehen, wie wir die Fachkräftelücke füllen wollen, die uns die Alterung der Gesellschaft bringt.

    Rainer Dulger, Arbeitgeberpräsident

    Auf dem Bild ist in Chemnitz ein fremdenfeindlicher Protest zu sehen.
    Betriebe aus Sachsen versuchen die Lücken in den Belegschaften mit Kräften aus dem Ausland auszugleichen. Fremdenfeindliche Parteien sorgen allerdings für ein schlechtes Image des Bundeslandes. Das schreckt ausländische Fachkräfte ab.21.04.2023 | 2:00 min

    Dulger kritisiert antieuropäische Einstellung der AfD

    Ihn störe auch die antieuropäische Einstellung, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. "Wir dürfen nicht vergessen, dass das Modell der Europäischen Union, eines vereinten Europas, nicht nur der Grund und die Ursache eines dauerhaften, mehr als 70 Jahre währenden Friedens in Europa ist, sondern auch der Garant für den Wohlstand, den wir heute alle genießen."
    "Wir können über Landesgrenzen hinweg arbeiten, ohne Zölle mit einer einheitlichen Währung einkaufen, Handel treiben, Existenzen aufbauen - und das alles in Frieden und Freiheit. Das ist doch das Erfolgsmodell Europa, das wir wollen. Und das alles steht bei der AfD so nicht auf der Agenda - die destruktive Anti-Haltung macht mir einfach große Sorge." Viele AfD-Wähler seien enttäuscht von den großen Volksparteien, so Dulger weiter.

    Die sagen: Es reicht. Dem sollte die Politik mehr Sorge tragen.

    Rainer Dulger, Arbeitgeberpräsident

    "Dazu gehört, dass die Bundesregierung nun liefert und sich nicht wieder in Debatten mit sich selbst verstrickt. Viele Parteien wollen bestimmte Themen auch nicht anfassen. Das ist falsch. Hier entsteht ein Vakuum, das die AfD gerne füllt."
    Tino Chrupalla
    AfD-Fraktionschef Tino Chrupalla wirft der Ampelregierung vor, in der Wirtschaftspolitik versagt zu haben, und das Wohl der Bürger nicht im Blick zu haben.13.12.2023 | 7:25 min
    Quelle: dpa
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