Haseloff zu Wind-Gipfel: Grüner Strom als Standortvorteil

    Windkraft-Gipfel:Haseloff: Grüner Strom als Standortvorteil

    von Julia Vonier
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    Bei der Windkraft hat der deutsche Norden die Nase vorn. Falls der Süden nicht umsteuere, werde das einen "gehörigen Standortnachteil" bringen, so Magdeburgs Landeschef Haseloff.

    Es brauche eine Beschleunigung im Ausbau der Windkraft, deshalb "müssen die Verfahren abgekürzt werden", so Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff, CDU.22.03.2023 | 5:01 min
    Für mehr Tempo beim Ausbau von Windrädern hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in Berlin zu einem "Windkraft-Gipfel" eingeladen. Erwartet werden unter anderem Vertreter von Energieverbänden sowie aus den Ländern. Die Bundesregierung hatte umfangreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, unter anderem mit einem Flächenziel für die Länder.

    Sachsen-Anhalt im ersten Quartal vorn

    Dem Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), reichen beschleunigte Genehmigungsverfahren allein nicht aus, um den Ausbau in Deutschland voranzutreiben. Im ZDF-Morgenmagazin sagte er:

    Sie sehen ja die Unterschiede in Deutschland. Es gibt ja auch Bundesländer in Deutschland wo es gut und besser funktioniert. Was die Genehmigung anbelangt, sind wir im ersten Quartal in diesem Jahr Spitzenreiter in Deutschland.

    Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

    Dagegen passiere im Süden Deutschlands in punkto Windkraft nichts. "Aber auch wir merken, dass wir eine Beschleunigung brauchen und deshalb müssen die Verfahren abgekürzt werden" so Haseloff weiter.

    Produktion und Nutzung vor Ort

    Er prognostiziert, dass der Süden Deutschlands in naher Zukunft große Nachteile haben werde, sollte der Ausbau von Windkraftanlagen dort weiter stocken. Sein Kalkül liegt auf Nachhaltigkeitsstrategien. Sachsen-Anhalt werde in der Nähe der Windkraftanlagen Industrieflächen ausweisen,

    so dass von Industrieanlagen der Strom direkt genutzt werden kann.

    Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

    Er geht davon aus, dass sich dann künftig Industrieanlagen dort ansiedeln werden, wo große Windparks stehen, die billigen Strom prouzieren.
    Bundeswirtschaftsminister Habeck hat zu einem Windkraft-Gipfel eingeladen. Branchenvertreter wollen beraten, wie der Ausbau der Windenergie in Deutschland beschleunigt werden kann.22.03.2023 | 2:47 min

    Haseloff: Nachteile durch Vorteile ausgleichen

    Ein Argument für die Verlagerung von Produktionskapazitäten in andere Länder sei, dass der Standort Deutschland auch in punkto Energiepreise zu teuer geworden sei. Damit die Überlegung, Industrieanlagen durch günstigere Strompreise in Deutschland zu halten, auch funktioniere, müssten allerdings Gesetzesänderungen her, fordert Haseloff:

    Dass die Nachteile, die durch einen starken Ausbau entstehen, abgebaut werden.

    Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

    Es gehe darum, dass künftig dort, wo am meisten grüner Strom erzeugt werde, nicht mehr wie derzeit möglich, die Kosten für Strom am höchsten seien.

    Das muss bundesweit umgelegt werden, es kann nicht sein, dass - wenn wir ausbauen - noch den Nachteil haben.

    Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

    Produziert, bezahlt und ungenutzt15.11.2022 | 7:37 min

    Grüne Energie von Unternehmen nachgefragt

    Unternehmen würden immer häufiger aktiv nach grünem Strom fragen. Die Erklärung liege klar auf der Hand:

    Wenn man Produkte absetzen will, dann muss die energetische Basis grün sein.

    Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

    Haseloff ist sich sicher: "Neuansiedlungen werden langfristig dort passieren, wo der Strom möglichst günstig ist und auch vor Ort erzeugt wird." Sollte der Süden Deutschlands nicht umdenken, und mehr auf Windenergie setzen, dann gibt er seinen Kollegen in den Ländern zu bedenken:

    Wenn sie jetzt den Zug der Zeit verpassen, dann werden sie auch bezüglich des Standortes Deutschland in Nachteil geraten.

    Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

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