Bundesliga: "Träge" Bayern fürchten um den Titel

    Nach dem 1:2 gegen Leverkusen:"Träge" Bayern fürchten um den Titel

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    Plötzlich Zweiter: Der FC Bayern verliert mit dem 1:2 gegen Leverkusen die Spitzenposition und fragt sich, wie es soweit kommen konnte. Am Schiedsrichter habe es nicht gelegen.

    Bayerns Matthijs de Ligt reagiert nach einer vergebenen Chance neben Teamkollege Joshua Kimmich.
    In der Meisterschaft unter Druck. Matthijs de Ligt und Teamkollege Joshua Kimmich gefällt das nicht.
    Quelle: dpa

    Julian Nagelsmann und Hasan Salihamidzic haben das Gipfeltreffen ihres FC Bayern gegen Borussia Dortmund kurzerhand zum Endspiel ausgerufen. Die Partie steigt nach dem kommenden, bundesligafreien Spieltag am 1. April. Zwar stehen dann noch acht Spieltage aus, doch sehen die Bayern-Macher nach dem Verlust der Tabellenspitze an den BVB den Titel hochgradig in Gefahr.
    "Jetzt stehen wir gegen Dortmund extrem unter Druck", sagte Trainer Nagelsmann nach dem 1:2 bei Bayer Leverkusen:

    Wir müssen gewinnen, sonst wird es schwierig mit der Meisterschaft.

    Julian Nagelsmann, Trainer des FC Bayern

    Und Sportchef Salihamidzic stellte klar: "Da müssen wir wieder Mentalität und Gier auf den Platz bringen. Denn da geht es um die Meisterschaft!"
    Bayer Leverkusen hat den FC Bayern mit 2:1 geschlagen und so Borussia Dortmund zur Tabellenführung verholfen. Dabei spielte der VAR eine entscheidende Rolle.20.03.2023 | 8:59 min
    Vielleicht haben sie in München zu lange gedacht, dass der ewig tiefstapelnde und im Winter noch neun Punkte entfernte BVB nicht zur echten Bedrohung werden könnte. Doch mit dem 6:1 gegen den 1. FC Köln am Samstag waren die Dortmunder vorbeigezogen.

    Appelle vor dem Topspiel gegen Dortmund

    Und die Münchner schlugen am Sonntag nicht zurück. Nun wissen sie: Bis zum elften Meistertitel in Serie ist es plötzlich ein weiter Weg. "Wenn wir unentschieden spielen oder im worst case verlieren sollten, dann wird es - bei dem Lauf, den Dortmund grade hat - nicht einfacher", sagte Nagelsmann.
    Die Spieler haben in der Theorie offenbar verstanden, um was es geht. "Wir müssen das Spiel gewinnen, sonst sind wir ganz schnell raus aus dem Rennen", sagte Joshua Kimmich, der in Leverkusen das Führungstor erzielte (22. Minute):

    Wir alle können die Tabelle lesen. Und wir alle haben heute unsere Leistung gesehen. Dementsprechend wissen wir alle, dass wir jetzt in allen Wettbewerben Druck haben.

    Joshua Kimmich

    Leverkusen die bessere Mannschaft

    Was in München wirklich Besorgnis auslöste: Die Niederlage am Sonntag war kein Zufall, sondern hochverdient. Leverkusen war schon vor den beiden Elfmeter-Toren durch Exequiel Palacios (56./73.) die bessere Mannschaft. Aus dem Münchner Lager redete danach auch niemand drumherum, alle bezeichneten die Niederlage als verdient.
    Und den Hauptgrund sahen die Bosse in der Einstellung des Teams. Salihamidzic nutzte wie Nagelsmann das Wort "träge" und setzte nach Gefühlen, "von denen ich nicht weiß, wie sie heißen", zur Generalkritik an. "Alles" habe sein Team vermissen lassen:

    Das war das nicht das, was Bayern München bedeutet.

    Julian Nagelsmann

    Nagelsmann: Keine Schiedsrichter-Kritik

    Die Mannschaft sei "so gut", aber "nicht so gut, wenn sie spielt wie heute. Wenn sie denkt, dass sie mit der spielerischen Qualität alles erledigen kann. Das kann sie einfach nicht. Qualität ist auch Mentalität und Zweikampfstärke, die war heute gar nicht da", bemerkte Nagelsmann.
    An der Rechtmäßigkeit der zwei Elfmeter gab es trotz der kuriosen Umstände keine Zweifel. "Ich bin generell ein Freund vom VAR", sagte Nagelsmann: "Heute waren es zwei Elfmeter, demnach war alles im Sinne der Gerechtigkeit. Von daher war es bitter, aber fair."

    VAR als "Lebensretter"

    Zwei Mal hatte sich Schiedsrichter Tobias Stieler mächtig geirrt, zwei Mal bezichtigte er den Leverkusener Amine Adli einer Schwalbe im Bayern-Strafraum, zwei Mal verhängte er für den vermeintlichen Täuschungsversuch eine Gelbe Karte.
    Und: Zwei Mal musste er diese zurücknehmen, um Entschuldigung bitten und einen Foulelfmeter für Bayer geben.
    Stieler wusste, an wen er sich nach dem Abpfiff zu wenden hatte: an seinen Kollegen Sören Storks. "Es war ein Paradebeispiel für die perfekte Zusammenarbeit mit dem Video-Assistenten", sagte er bei "DAZN". "Der VAR wird immer viel kritisiert, aber das war sehr gut. Er war quasi mein Lebensretter - und auch für das Spiel der Lebensretter."
    Quelle: dpa, SID

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