EM-Sieg über Dänemark: Der Plan mit Havertz geht knapp auf
Sieg über Dänemark:Der Plan mit Havertz geht knapp auf
von Patrick Brandenburg
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Kai Havertz ist einer der Matchwinner beim Einzug ins Viertelfinale. Es gibt aber mehrere Kipp-Punkte, an denen das Vertrauen des Bundestrainers auf eine Probe gestellt wird.
Es war diese 37. Minute im Achtelfinale gegen Dänemark, als der Plan von Bundestrainer Julian Nagelsmann wohl am stärksten unter Druck geriet. Wie in der hoch dramatischen Nachspielzeit im letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz legte Linksverteidiger David Raum auch nun wieder den Ball fast perfekt in die Mitte des Strafraums.
Doch anders als der erfolgreiche Torschütze Niclas Füllkrug gegen die Eidgenossen brachte Kai Havertz keinen Wumms in den Kopfball. Statt Explosion der Freude auf der in deutschlandweiß gehüllten Dortmunder Südtribüne nur kollektives Haareraufen.
Füllkrug oder Havertz? Debatte nach Sieg verstummt
Die leidige Diskussion, wer nun im Sturm der Nationalmannschaft in die Startelf gehört, hing so schwer überm Westfalenstadion wie bis kurz zuvor die dicken Gewitterwolken, die das Spiel für fast eine halbe Stunde unterbrochen hatten.
Auch die schlechten Wettervorhersagen konnten der Vorfreude der Fans keinen Abbruch tun.29.06.2024 | 2:03 min
Nach dem am Ende verdienten 2:0-Sieg der DFB-Elf über die Tor-Minimalisten aus dem Norden war die Frage "Havertz oder Füllkrug" kein Thema mehr. Nicht eine einzige Frage musste sich der Bundestrainer bei der Pressekonferenz anhören zum Thema, das die Berichterstattung zuletzt bestimmt hatte.
Angesichts des Einzugs ins Viertelfinale konnte sich Nagelsmann Grundsätzlicherem widmen. Etwa: die Misserfolge der jüngeren Turniergeschichte zu begraben.
Hoffentlich bekommen die Spieler langsam die alte Festplatte gelöscht und merken, wie gut sie eigentlich sind.
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Julian Nagelsmann, Bundestrainer
Noch kurz vor der Partie war das anders. Da hatte der Bundestrainer seine Aufstellung verteidigen müssen: "Ich habe eine klare Idee mit Havertz", sagte Nagelsmann, leicht in der Defensive. In vielerlei Hinsicht war in der umkämpften Partie zu sehen, welche das ist.
Havertz bringt Ruhe und Präzision ins deutsche Spiel
Der Arsenal-Star tut dem deutschen Spiel einfach gut mit seiner Ballsicherheit, seiner Übersicht wie etwa beim klasse Pass kurz vor Ende der regulären Spielzeit; mit seinem Aktionsradius und Spielverständnis. Alles Attribute, die im Viertelfinale mit dem potenziellen Gegner Spanien noch sehr viel wichtiger werden dürften.
Genau wie seine Coolness, die er dann doch zeigt, wenn es drauf ankommt: In den wilden VAR-Minuten gegen die Dänen blieb Havertz eiskalt. Gerade mal zwei Minuten lagen zwischen dem vermeintlichen Führungstor des Außenseiters durch Joachim Andersen und einem Elfmeter für die DFB-Elf. Beides erst im Nachhinein durch Hinweis des Videoschiedsrichters entschieden.
In dieser hitzigen Spielphase einen Strafstoß so präzise zwischen Innenpfosten und fangbereiten Fingern des dänischen Keepers Kasper Schmeichel ins Tor zu jagen, muss man auch erst mal schaffen. Es war der Treffer, der die Partie aufs richtige Gleis hob.
Havertz vergibt Chancen, Musiala sichert den Sieg
Nur wenige Minuten später hätte der frühere Leverkusener zum unumschränkten Matchwinner aufsteigen können. Doch da zeigte Havertz seine andere Seite. Erst nahm er eine weitere gute Vorarbeit des starken Raum in Weltklassemanier mit, nur um dann den vergleichsweise leichten Chip über Schmeichel hinweg am Tor vorbei zu setzen. Das hätte im 50. Jubiläumsländerspiel sein 19. Treffer für Deutschland sein müssen.
An dem kratzte der Stürmer noch zwei weitere Male. Nach einem sehenswerten Doppelpass mit Leroy Sané, der es überraschend statt Wirtz in die erste Elf geschafft hatte, schob er den Ball am Tor des Weltranglisten-21. Dänemark vorbei. In der Nachspielzeit vergab er nach prima Vorarbeit von Wirtz frei vor Schmeichels Gehäuse.
Zum Glück und zur großen Erleichterung der deutschen Mannschaft zeigte Youngster Jamal Musiala zwischenzeitlich, wie es besser geht und setzte den Deckel auf die Partie. Der Münchner lief nach Vorlage von Innenverteidiger Nico Schlotterbeck allen davon und nutzte die einzige Unsicherheit des Dänen-Keepers Schmeichel zum 2:0.
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