Apfelsaft wird knapper: Streuobstwiesen-Ertrag schrumpft

    Streuobstwiesen-Ertrag schrumpft:Schlechte Ernte lässt Apfelsaft knapp werden

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    Apfelsaft dürfte in den kommenden Monaten knapper und damit für Verbraucher teurer werden - vor allem wegen der sehr schlechten Ernte auf den Streuobstwiesen in diesem Jahr.

    Äpfel hängen an einem Apfelbaum auf einer Streuobstwiese
    Der Ernteertrag auf Streuobstwiesen ist in diesem Jahr deutlich geschrumpft.
    Quelle: dpa

    Angesichts der schlechten Ernte auf den Streuobstwiesen dürften die Preise für Apfelsaft in den kommenden Monaten ansteigen. "Es ist wirklich katastrophal", sagte die Vorstandsvorsitzende des Streuobstwiesen-Bündnisses Niedersachsen.
    Der Einbruch der Ernte ist bundesweit spürbar. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sei der Ertrag auf den Streuobstwiesen spürbar geringer.

    Frosteinbruch im Frühjahr: Apfelsorten fallen aus

    Washof nannte zwei Gründe:
    • Bei der Apfelernte wechseln sich starke Jahre regelmäßig mit schwachen Erntejahren ab. Nach der guten Ernte im vergangenen Jahr sei die Ernte in diesem Jahr daher natürlich schwächer. Fachleute bezeichnen diesen Wechsel als Alternanz.
    • Eine andere Ursache sei ein Frosteinbruch im Frühjahr gewesen, dem viele Blüten zum Opfer gefallen seien. Daher seien vor allem die frühen Apfelsorten ausgefallen.
    Im kommerziellen Apfelanbau könnten die Landwirte die empfindlichen Blüten durch ein künstlich erzeugtes Frostmäntelchen vor dem Erfrieren schützen. "Diese Möglichkeit haben wir für die Streuobstwiesen nicht", sagte Washof.
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    Nur 10 bis 15 Prozent der Ernte wird zu Saft verarbeitet

    Bei den Apfelbauern werde die Apfelernte in diesem Jahr etwas geringer ausfallen als im vergangenen Jahr, sagte Claus Schliecker, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbauern im Landvolk Niedersachsen.
    Für den Apfelsaft werden allerdings nicht die gut geratenen Früchte verwendet, sondern diejenigen, die zu krumm gewachsen sind oder Insektenstiche haben. Das seien pro Jahr etwa 10 bis 15 Prozent der Ernte.

    Für Mostobst kann man heute keinen Apfel mehr produzieren, geschweige denn ernten.

    Claus Schliecker, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbauern

    Der Ertrag sei so gering, dass sich dafür allein der Apfelanbau nicht lohne, so Schliecker.
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    Ernteeinbruch führt zu höheren Preisen

    In Norddeutschland, eingeschlossen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin/Brandenburg, stünden den Mostereien in diesem Jahr 44 Prozent weniger konventionell erzeugte Äpfel und 42 Prozent weniger biologisch erzeugte Äpfel zur Verfügung als vor einem Jahr, sagte Klaus Heitlinger, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Fruchtsaftindustrie.
    Die Preise für angelieferte Äpfel seien seit Beginn der Kelter-Kampagne Mitte August kontinuierlich gestiegen. Nach den Regeln der Marktwirtschaft dürfte das zu höheren Preisen führen - sowohl bei den Säften der Discountern, als auch bei den Säften von regionalen Mostereien.
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