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Federer-Festspiele brauchen Happy-End

Tennis in Halle - live im ZDF

Die deutschen Tennisprofis sind allesamt ausgeschieden, doch es hoffen ohnehin alle darauf, dass Roger Federer seinen zehnten Titel in Halle gewinnt. Dafür muss der Schweizer erstmal das Halbfinale überstehen.

Der Schweizer Roger Federer jubelt nach seinem Sieg
Der Schweizer Roger Federer jubelt nach seinem Sieg Quelle: epa

Selfies und Autogramme

Sie wissen genau, dass er kommen wird, und er hat sie noch nie enttäuscht. Nach jedem Match, das Roger Federer beim Rasenturnier in Halle bestreitet, können sich seine Fans darauf verlassen, dass der Schweizer Superstar irgendwann am Hinterausgang des Stadions herauskommt, um geduldig für Selfies zu posieren und Autogramme zu schreiben. Schon lange vorher drängen sich die Fans in Zehner-Reihen an der Absperrung, klettern mitunter waghalsig am Treppenaufgang herum, um wenigstens einen Blick auf Roger Federer zu erhaschen.

Und wenn er dann kommt, geht das Gekreische los und die "Roger, Roger"-Rufe überschlagen sich. Ein paar hundert glühende Anhänger drängeln sich dort. Und Federer genießt das Bad vor der Menge, auch wenn ihn fünf Bodyguards dabei abschirmen. "Das Publikum in Halle steht wie eine Wand hinter mir", sagt Federer, "das ist immer und immer wieder so. Ich probiere, das zurückzugeben eben durch gute Leistungen, durch nette Interviews, durch Unterschreiben, Fotos machen usw."

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Riesiges Zuschauer-Interesse

Es funktioniert. Sie haben ihn in Deutschland längst adoptiert, den bald 37-jährigen Familienvater aus Basel, der so nahbar ist, als sei er der nette Junge von nebenan und nicht der vielleicht größte Tennisspieler aller Zeiten, der Weltstar. "Ich fühle mich schon fast wie ein Lokaler", sagt Federer immer.

In Deutschland gefällt es ihm gut, besonders natürlich in Halle. Hier haben sie eine Straße nach ihm benannt, die Roger-Federer-Allee, er hat einen Vertrag auf Lebenszeit beim Rasenevent, das landläufig nur "Federer-Festspiele" genannt wird. Für den Schweizer pilgern Jahr für Jahr über 100.000 Zuschauer nach Halle, Tendenz steigend. Für Turnierdirektor Ralf Weber ist Federer als Aushängeschild und Turnierbotschafter unbezahlbar. Federer mit Mühe im Halbfinale

Mit Mühe weiter

Mehr noch in diesem Jahr, da es erstmals seit 1996 kein deutscher Profi ins Viertelfinale des 500er-Turniers geschafft hatte und es vor namenlosen Spielern nur so wimmelt. Was hätten sie da ohne Federer in Halle gemacht? Diese Frage schoss Weber am Donnerstag sicherlich mehrfach panisch durch den Kopf, als Federer in der zweiten Runde zwei Matchbälle gegen Benoit Paire abwehren musste und dem Aus nur knapp entkam.

Auch im Viertelfinale gegen den Weltranglisten-60. Matthew Ebden hatte Federer am Freitag Mühe und gewann erst mit 7:6 und 7:5. "Ich musste sehr kämpfen heute", meinte der Schweizer, "es fiel mir nicht so leicht, wie an anderen Tagen. Ich bin auch schneller frustriert, wenn ich müde bin." Das Match gegen Paire hatte viel Kraft gekostet, doch da war ja noch die "Federer-Wand". "Das Publikum stand voll hinter mir, die Unterstützung war ein großer Vorteil für mich."

Federer vor zehntem Titelgewinn

Nun steht Federer zum 14. Mal in Folge im Halbfinale von Halle und alles ist gut. Für den Veranstalter, für Federer und natürlich die Fans. Am Samstag ab 11.30 Uhr steht ihm dann der amerikanische Qualifikanten Denis Kudla gegenüber, die Nummer 109 der Welt. "Natürlich bin ich der große Favorit fürs Halbfinale gegen Kudla", sagt Federer, "und ich hoffe, dass ich das ausnützen kann und dann wieder in dem großen Finale stehen kann, wo es um alles geht. Und für das bin ich hierhergekommen."

Es könnte sein zehnter Titel in Halle werden, noch bei keinem anderen Turnier hat er diese Marke je geknackt. Federer würde so auch die Nummer eins bleiben. Es wäre zudem sein 99. Titel insgesamt, und bei einem wie Federer, der Rekorde über Rekorde aufgestellt hat, sind nur wenige wirklich wichtig für ihn selbst. Die 100 würde er gerne erreichen, "das wäre cool", sagt er. Es könnte in Wimbledon passieren, jenem Turnier, das ihm zu gehören scheint. Doch das wäre fast schon zu kitschig. "Wenn es passiert, ist es schön, aber es muss nicht immer alles im Märchen enden", sagt Federer, "wenn es nicht passiert, ist mein Leben auch völlig okay." Doch zumindest das kleine Rasen-Märchen in Halle soll sein Happyend finden, darauf hoffen sie jedenfalls in der Roger-Federer-Allee.

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