Riem Hussein - EM als Meilenstein

Frauenfußball- EM: Deutsche Schiedsrichterin bei der EM

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Die 36-Jährige mit palästinensischen Wurzeln ist seit 2009 FIFA-Schiedsrichterin und pfeift seit zwei Jahren auch Profispiele der Männer in der 3. Liga. Die EM in den Niederlanden ist der nächste Meilenstein in ihrer Karriere.

Beitragslänge:
2 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.12.2017, 23:59

„Sie sind doch die …“ Der ältere Herr in der Fußgängerzone von Bad Harzburg kommt nicht sofort darauf, aber dann kann er den Satz vollenden: „… genau, die Apothekerin.“ Bekannt ist die freundliche junge Frau in ihrer Heimat im Harz durch ihren Hauptberuf, nicht durch den Zweitjob, den sie gelegentlich vor einem Millionenpublikum an den Fernsehgeräten ausübt.

Am besten fehlerfrei

Riem Hussein ist Fußballschiedsrichterin, hat schon Länderspiele und ein DFB-Pokalfinale der Frauen geleitet und pfeift seit 2015 auch im Profibereich bei den Männern. „Die Herausforderung, am besten fehlerfrei zu sein“, mag sie besonders. „Immer andere Situationen, immer andere Dinge.“ Fifa-Schiedsrichterin ist sie seit 2009 und schiebt noch eine kluge Begründung nach: „ … und dass man aus alten Fehlern lernt.“

Viele unterlaufen Riem Hussein nicht, sonst würde sie jetzt nicht bei der Europameisterschaft der Frauen in den Niederlanden pfeifen, heute Abend das Spiel der Gastgeberinnen gegen Dänemark.

Bei Niederlande - Dänemark im Einsatz

Die frühere Torjägerin des MTV Wolfenbüttel (18 Treffer in einer Zweitligasaison) zeichnet auch ein pfiffiges Bild zum Unterschied zwischen Spielern und Schiedsrichtern: „Wenn der Spieler danebenschießt, kommen drei, vier Leute und klopfen ihm auf Schulter. Beim Schiedsrichter kommt niemand, wenn er bei der Elfmeterentscheidung falsch liegt.“ Wenn sie redet, ist Riem Hussein bei aller Höflichkeit sehr konkret, klar und bestimmt. Keine Frage also, wie sich die 36 Jahre alte Akademikerin mit 1,63 Metern Körpergröße auf dem Platz Respekt verschafft.

Durchsetzungsfähigkeit hat sie sich als Kind auf dem Schulhof in ihrer Heimatstadt Bad Harzburg erworben. In der niedersächsischen Provinz fiel sie wegen ihrer Herkunft auf; die Eltern waren in den 1960er Jahren aus Palästina eingewandert. Doch ihre Muttersprache hat die Tochter nie richtig gelernt, spricht arabisch nicht annähernd so gut wie deutsch – so hat sich Riem Hussein schon als Kind perfekt integriert. Dass sie als Muslima eine andere Religion hat als die meisten, bereitet ihre keine Probleme: „Das ist hier in der Region gar keine Frage, das ist akzeptiert. Ich lebe es auch nicht megaorthodox aus.“ Den Ramadan hat sie zwar eingehalten, würde aber auch mal Ausnahmen machen, wenn sie für ein Spiel eingeteilt ist.

Steinhaus Vorbild für alle

Seit zwei Jahren leitet sie auch Begegnungen der 3. Liga, als zweite Frau in Deutschland nach Bibiana Steinhaus („Ein Vorbild für alle Schiedsrichterinnen weltweit“). Ein wenig ist es immer noch etwas Besonderes als Frau unter Männern, doch „es ist normaler als früher und wird zum Glück immer mehr zur Regel“, findet Hussein, deren sportliche Entwicklung die Profispiele der Männer vermutlich beschleunigt haben: „Meistens sind viel mehr Entscheidungen zu treffen in einem Männerspiel, das ist schneller und intensiver.“

Aber Frauenspiele seien auch anspruchsvoll. In Rotterdam beim zweiten Auftreten der Niederländerinnen will die Apothekerin, die übrigens auch einen Doktortitel trägt, diese Ansprüche wieder erfüllen.

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