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Hass und Gewalt gegen Frauen

Hintergründe zur heute-show vom 05.03.2021

Hintergründe zur heute-show vom 05.03.2021
Quelle: ZDF/Getty

Die Zahlen sind erschreckend – aber auch schon länger bekannt: Gewalttaten gegen Frauen in Deutschland stagnieren seit Jahren auf hohem Niveau. Im Jahr 2019 etwa wurde durchschnittlich jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Und durchschnittlich alle 33 Minuten registrierte die Polizei eine Frau, die Opfer einer vollendeten oder versuchten gefährlichen oder schweren Körperverletzung in ihrem häuslichen Umfeld wurde, berichtet der Spiegel hier unter Berufung auf Zahlen des Bundeskriminalamts und der Landeskriminalämter.

Frauen, vor allem auch in exponierteren Positionen wie Politikerinnen, sind in den sozialen Medien regelmäßig Hass, Gewaltandrohung und Stalking ausgesetzt. Der Spiegel hat in einer Titelgeschichte festgestellt, dass die frauenfeindliche Szene im Netz, in der sich viele Rechtsextreme tummeln, immer radikaler wird. Knapp 70 Prozent der vom Spiegel befragten Politikerinnen im Bundestag sagten, sie erlebten „frauenfeindlichen Hass als Bundestagsabgeordnete“. Auch der WDR berichtet in einer Planet-Wissen-Reportage über Frauen, die in Beziehungen, im Arbeitsleben, im Netz oder auf der Straße bedroht und beschimpft werden oder (sexualisierte) Gewalt erfahren.

In den Kriminalstatistiken von Bund und Ländern wird Gewalt gegen Frauen bislang meistens in der Rubrik „Partnerschaftsgewalt“ geführt. Das Bundesinnenministerium hielt das bislang für ausreichend. Ende Februar gab es einen Umschwung und Innenminister Horst Seehofer (CSU) zeigt sich nun offen dafür, frauenfeindliche Gewalttaten genauer zu erfassen. Das hatten unter anderem Teile der SPD und der Grünen schon länger gefordert. Seehofers Begründung: „Wir wissen, wie oft Frauen Opfer von Straftaten werden. Wir wissen aber nicht, wie viele dieser Taten aus frauenfeindlichen Motiven begangen werden.“

Mit dem Gesetz gegen Hass im Netz soll geregelt werden, dass Anbieter sozialer Netzwerke Straftaten künftig nicht nur blockieren und löschen, sondern auch an das Bundeskriminalamt melden sollen. Zudem sollen auch die Androhung von Straftaten künftig geahndet und Beleidigungen vor dem Millionenpublikum im Netz schärfer bestraft werden. Derzeit hängt das Gesetz allerdings im Bundesrat fest, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Das Gesetz gegen Hass im Netz müsse jetzt kommen, fordert Justizministerin Christine Lambrecht von der SPD.

Hass gegen Frauen wird auch von den so genannten „Incels“ im Netz zelebriert. Der englische Begriff setzt sich aus „involuntary“ und „celibate“ zusammen und bezeichnet vorwiegend Männer, die unfreiwillig zölibatär leben und Hass auf Frauen sowie auf sexuell aktive Männer entwickeln. Die Autorin Veronika Kracher plädiert im Kulturformat Titel Thesen Temperamente dafür, den Frauenhass der „Incel“-Bewegung sehr ernst zu nehmen, was sich auch an Beispielen aus der Vergangenheit zeigt: Attentäter wie Alek Minassian, der im April 2018 in Toronto mit seinem Auto zehn Menschen tötete, zählt dazu. Auch der norwegische Massenmörder Anders Breivik und Stephan Balliet, der rechtsextreme Attentäter von Halle, bekannten sich zu ihrem Hass auf Frauen.

Auch bei jetzt.de wird Veronika Kracher dazu interviewt. Sie führt unter anderem aus: „Laut einer Umfrage des Forums »incels.co« stammen knapp 60 Prozent der User aus der Mittelschicht, 33 Prozent zählen sich zur »Lower Class«, der Rest zur Oberschicht.“

Neben den „Incels“ gibt es auch die „Men go their own way“-Bewegung. Darunter verstehen sich Männer, die sich sagen, dass sie quasi jede Frau haben könnten, dies aber nicht wollen, weil Frauen einen nur ausnutzen und böse sind. Der britische Guardian schreibt über die „toxische männliche Separatistenbewegung“.

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