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Hintergründe zur heute-show vom 28.09.2018

Missbrauch in der Katholischen Kirche

Missbrauch in der Katholischen Kirche
Quelle: PA/Getty

Diese Woche haben Wissenschaftler bei der Herbstvollversammlung der Bischöfe eine Studie zum Missbrauch in der Kirche vorgestellt. In den kirchlichen Akten der Jahre 1946 bis 2014 hatte das Forscherteam Hinweise auf 3677 Betroffene sexueller Übergriffe und auf rund 1670 beschuldigte Kleriker gefunden. Die Dunkelziffer ist wohl weit höher, wie unter anderem Tagesschau.de berichtet.

Der Kommentator des NDR sieht in der Studie ein Glaubwürdigkeitsproblem. Zwar hätten die von der Kirche beauftragten Wissenschaftler ihr Bestes getan - ihnen sei aber der direkte Zugang zu den Archiven verwehrt worden. Die Akten wurden ihnen stattdessen von kirchlichen Mitarbeitern ausgehändigt. Christian Pfeiffer, ein bekannter Kriminologe, sollte die Untersuchung anfänglich erstellen. Er kritisiert im Interview mit der taz den mangelnden Willen der Kirche zur Transparenz. Ursprünglich, so Pfeiffer, sollten pensionierte Richter und Staatsanwälte, die eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, die Akten durchsehen und die Daten erheben. Das hatte die Kirche aber wieder geändert. Pfeiffer zog sich dann zurück.

Die neue Studie sorgt immerhin dafür, dass wieder über den umstrittenen Zölibat diskutiert wird. Denn unter den Tätern sind fünfmal so viel Priester wie Diakone. Letztere dürfen heiraten. Aselm Bilgri ist ehemaliger Benediktinermönch und sagt im Interview mit Zeit Online: „Der Zölibat ist nicht die Ursache, aber er begünstigt den Missbrauch. Offensichtlich werden Menschen mit einer verkorksten Sexualität vom Zölibat des katholischen Priestertums besonders angezogen.“ Viele Missbrauchstäter handelten als Gelegenheitstäter, weniger aus einer pädophilen Veranlagung heraus, sondern weil sie nie gelernt hätten, auf Augenhöhe auf einen Sexualpartner zuzugehen.

Der Spiegel befasst sich diese Woche in seinem Titelthema mit der Rolle von Papst Franziskus (Bezahlinhalt). Im Text wird beschrieben, wie der Mann aus Argentinien, der als strahlender Reformer gestartet war, droht seine Autorität zu verspielen – weil er häufig zur Unzeit spreche, in wichtigen Momenten hingegen schweige. Kritik, so wissen die Autoren, komme momentan vor allem vom konservativen Flügel in den USA, wo der Verdacht geäußert wird, der Papst habe seine Hand schützend über ein Netzwerk homosexueller Würdenträger gehalten.

Von ZDFinfo gibt es eine lange Dokumentation, die die Spuren pädophiler Geistlicher - von Kamerun bis Argentinien, von den USA bis nach Frankreich und Italien - aufzeigt. Geheime Dokumente enthüllen, wie Oberhäupter der Kirche pädophile Priester schützten, indem sie diese auf Mission in weit entfernte Länder schickten. Welche Rolle spielte Papst Franziskus bei diesen „Transfers“?

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