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Hintergründe zur heute-show vom 14.12.2018

Verleihung der goldenen Vollpfosten

Verleihung der goldenen Vollpfosten
Quelle: ZDF

Aus aktuellem Anlass geht einer der Goldenen Vollpfosten in diesem Jahr an Großbritannien und die Debatte um den Austritt aus der EU. Inzwischen – so scheint es – wissen die Briten selber nicht mehr, was sie wollen in Sachen Brexit. Jetzt hat Premierministerin Theresa May die Abstimmung über die Einigung mit der EU erst einmal auf nächstes Jahr verschoben.

Die heute-show verleiht dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman einen Vollpfosten. Der saudische Journalist Jamal Khashoggi wurde im Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet. Kronprinz bin Salman wird verdächtigt, davon gewusst oder die Tat sogar angeordnet zu haben. Dieser habe den Befehl direkt ausgeführt, sagt etwa Ayman Nour, ein ägyptischer Exilpolitiker, bei heute.de. Auch auf internationalem Parkett ist die Frage groß, wie man mit dem Prinzen umgehen soll. Geradezu kumpelhaft fiel die Begrüßung zwischen dem Prinzen und dem russischen Präsidenten Putin aus. Sie klatschten sich in die Hände und unterhielten sich lächelnd.

Auch US-Präsident Donald Trump darf zum wiederholten Mal einen Vollpfosten entgegennehmen. Wieso? Er hat es geschafft, Handelskriege anzuzetteln, Schweigegeld für Pornostars zu zahlen, viele MitarbeiterInnen zu feuern – und natürlich den so genannten „Frieden“ mit Nordkorea zu verhandeln. Im Frühjahr machte Trumps „Zero Tolerance“-Politik Schlagzeilen: Die Bilder von Kindern in Käfigen sorgten für weltweite Proteste, das SZ-Magazin berichtet ausführlich über diese Zeit.

Ein weiterer Pfosten geht im Jahr 2018 an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, CDU. Ihr Preis kommt zu spät und wird teurer als geplant – in Anlehnung an die derzeitige Situation bei der Bundeswehr, bei der regelmäßig große Rüstungsprojekte verschleppt werden. Im Sommer sorgte zudem die „Berater-Affäre“ für negative Schlagzeilen. In vergangenen Jahren wurden dort mindestens 200 Millionen Euro für externen Sachverstand ausgegeben. Vorwürfe der Verschwendung von Steuereinnahmen und der Vetternwirtschaft wurden laut. Die Opposition beantragte deshalb diese Woche einen Untersuchungsausschuss.

Er galt als einer der mächtigsten Männerbündnisse der Bundesrepublik: der Andenpakt. Mitglieder des informellen Förderclubs – gegründet von damaligen Funktionären der Jungen Union bei einem Flug über die Anden – sind unter anderem Roland Koch, Friedrich Merz und Christian Wulff. Mittlerweile gilt der Pakt als gescheitert und wenig einflussreich, berichtet unter anderem die BILD. Deshalb bekommt er ebenfalls einen Vollpfosten verliehen.

Auch Verkehrsminister Andreas Scheuer, CSU, bekommt in diesem Jahr von der heute-show einen Vollpfosten. Scheuer hatte in diesem Jahr fast täglich mit dem Thema Fahrverboten zu kämpfen, musste sich um die Bahn-Probleme kümmern und sich mit den vielen Funklöchern im Land beschäftigen.

Die Zahl der Wölfe in Deutschland nimmt weiter zu. Insgesamt sind in diesem Jahr 73 Wolfsrudel ermittelt worden, die meisten davon in Brandenburg, laut Erhebungen der Bundesländer. Ebenso nimmt die Angst der Menschen vor dem Tier zu. Deshalb wird ein Vollpfosten in der „Lammkeulen-Edition“ dieses Jahr an den deutschen Wolf für „das Comeback des Jahres“ überreicht. Ob das Tier wirklich so gefährlich ist wie von manchen Menschen befürchtet, analysiert der ZDF-Länderspiegel in diesem Beitrag.

Ein Video, das eine rassistische Hetzjagd in Chemnitz zeigt, wurde im Spätsommer ein Dauerbrenner in den sozialen Medien. Es zeigt eine Szene, in der ein Mann einem anderen, vermutlich einem Migranten, nachrennt und ihn tritt. Eine Frau, die hinter der Kamera steht und nicht sichtbar ist, ruft jemandem zu: „Hase, du bleibst hier.“ Deshalb geht einer der Vollpfosten in diesem Jahr nach Chemnitz. Hier eine Chronologie der Ereignisse.

Deutschland ächzte im Jahr 2018 unter einem extrem trockenen Sommer – dafür gibt es den Vollpfosten an den Hitzesommer 2018. Das ablaufende Jahr werde voraussichtlich als das viertheißeste Jahr verzeichnet werden, heißt es von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Die 20 wärmsten Jahre lagen demnach in den vergangenen 22 Jahren, berichtet der Tagesspiegel.

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