Rosa Luxemburg und die Freiheit

Radikale Kämpferin

Dokumentation | Die Deutschen - Rosa Luxemburg und die Freiheit

Seit ihrer Jugend war Rosa Luxemburg davon überzeugt, dass sich die Welt verändern muss. Sehen Sie in der 9. Folge von "Die Deutschen II", wie Rosa Luxemburg um mehr Gerechtigkeit kämpft.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.12.2020, 00:00

Seit ihrer Jugend war Rosa Luxemburg davon überzeugt, dass sich die Welt verändern muss. Ihren Traum von einer sozialistischen Revolution wollte sie verwirklichen, zunächst in der SPD, später in der von ihr mitgegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands. Doch die Revolution scheiterte. Am 9. November 1918 brach in Deutschland tatsächlich eine Revolution aus - doch sie endete letztlich mit der Verabschiedung der neuen Weimarer Verfassung.

Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht Quelle: ZDF

Sie stammte aus dem von Russland annektierten Teil Polens. Rosa Luxemburg (1871-1919) wurde politische Aktivistin in einer Zeit, in der Frauen in Deutschland noch nicht wählen durften. Die Arbeiterbewegung in Europa befand sich im Aufbruch, Sozialisten wurden überall verfolgt. Schon in jungen Jahren kämpfte Rosa Luxemburg für die Rechte der Arbeiterschaft - ab 1898, nachdem sie die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatte, auch in der SPD des wilhelminischen Deutschland. Rosa Luxemburg war Jüdin, sehr gebildet, besaß einen scharfen Verstand und ein mitreißendes Temperament. Sie war eine großartige Rednerin und brillante Schriftstellerin. Konflikte scheute sie nicht. Bei Streitfragen innerhalb der SPD nahm sie eine radikale Position ein.

Gegen preußischen Militarismus

Ihr Engagement brachte sie wiederholte Male ins Gefängnis - verurteilt wegen Majestätsbeleidigung, Aufforderung zu Ungehorsam, Gefährdung des öffentlichen Friedens. Unermüdlich sprach sich Rosa Luxemburg gegen preußischen Militarismus und gegen die Aufrüstung aus. Als die SPD im August 1914 die Kredite für den Krieg bewilligte, brach sie aus Enttäuschung über den "Verrat" an der internationalen Arbeiterbewegung fast zusammen, dachte sogar an Selbstmord. Rosa Luxemburg, die auch dazu aufgerufen hatte, den Dienst an der Waffe zu verweigern, verbrachte fast die gesamte Dauer des Ersten Weltkriegs hinter Gittern. Doch auch dort blieb sie politisch aktiv.

Als am 9. November 1918 die Revolution in Deutschland ausbrach und die Monarchie gestürzt wurde, war sie zur Stelle. Im Gegensatz zu den nun herrschenden Sozialdemokraten, die eine parlamentarische Republik errichten wollten, traten Rosa Luxemburg und ihre Mitstreiter für eine sozialistische Revolution ein, nach dem russischen Vorbild von 1917; sie ging jedoch auf Distanz zur Leninistischen Diktatur.

Revolution in Deutschland

Enttäuscht über die Politik der SPD gründete sie zusammen mit Karl Liebknecht die Kommunistische Partei Deutschlands. Als ihr engster Mitstreiter im Januar 1919 zum bewaffneten Kampf für die Revolution aufrief, ließ die Regierung den Aufstand, der sich gegen die junge Republik richtete, blutig niederschlagen. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die Köpfe der revolutionären Bewegung, wurden von Freikorps-Soldaten ermordet. Die sozialistische Revolution blieb aus. Die große Mehrheit der Deutschen stimmte für eine bürgerliche Demokratie - zunächst.

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