Sie sind hier:

Helgoland

Das kleine Hochseeparadies

Roter Felsen von Helgoland - genannt Lange Anna

Deutschlands einzige Hochseeinsel ist etwas ganz Besonderes. So wie seine Bewohner: der Robbenschützer Rolf Blädel oder der 70-jährigen Helgo Krebs, der Deutschlands älteste Discothek führt.

09.05.2013
09.05.2013
Video leider nicht mehr verfügbar

Sie war schon so vieles in ihrer Geschichte: Piratennest, Tauschobjekt und Seefestung. Heute ist Helgoland Deutschlands einzige Hochseeinsel – und etwas ganz Besonderes. Ein sturmumtoster Ziegelstein in der rauen Nordsee auf dem Wind und Wetter das Sagen haben, die Menschen keine Eile kennen und auch sonst so manches anders ist als im Rest der Republik. Die Insel hat ihre eigenen Gesetze.

Hier kommt die Polizei noch mit dem Fahrrad, während alle anderen zu Fuß gehen müssen. Alkohol und Zigaretten gibt es steuerfrei. Und wer keine Lust hat in den Supermarkt zu gehen, der wird nach Anruf beliefert – frei Haus mit dem Elektroauto, denn andere gibt’s nicht, außer für Feuerwehr und Krankenhaus.

Paradies für Robben und Meeresvögel

Die etwa 1400 Insulaner mögen ihr beschauliches Leben auf dem knapp einen Quadratkilometer großen Fleckchen Fels. Und für Tiere ist die fast 70 Kilometer weit draußen in der Deutschen Bucht liegenden Insel ein willkommener Zufluchtsort: Tausende Zugvögel rasten hier während ihren langen Wanderungen in den Süden, Meeresvögel kommen im April zum Nisten auf den „Lummenfelsen“ - Deutschlands kleinstes Naturschutzgebiet - und an den Stränden der Nebeninsel Düne stellen über 1000 Kegelrobben und Seehunde Jahr für Jahr neue Geburtenrekorde auf.

Gut bewacht werden sie von Rolf Blädel, dem amtlichen „Robbenjäger“ und Naturschutzbeauftragten Helgolands. Fast 30 Jahre lang war Blädel Polizist auf Helgoland, heute zählt er jeden Tag die Mitglieder seiner „faulen Bande“. In den 80ern galten Kegelrobben in der Deutschen Bucht als fast ausgestorben, seit Mitte der 90er Jahre sind sie wieder zurück – und posen seither geduldig als Fotomodelle für Touristen.

Wo Spatzen Karkfinken heißen

Weit weniger gut bestellt ist es um die Inselsprache „Halunder“. Spatz heißt hier „Karkfink“, Möwe „Kub“ und Helgoland „Deät Lunn“ – das Land. Der alte Friesische Dialekt  ist allerdings vom Aussterben bedroht, nicht einmal zehn Prozent der Insulaner können ihn noch sprechen und verstehen. Vor hundert Jahren waren es noch 85 Prozent. Bettina Köhn ist mit Leib und Seele dabei, wenn es darum geht die Sprache zu retten. Inzwischen steht „Helgoländisch“ auch auf dem Stundenplan der Inselschule.

Seit Jahrhunderten trotzen die rote Felseninsel und ihre Bewohner den Elementen. Die Dokumentation verwebt Inselgeschichte und -geschichten mit aufwändig gedrehten Landschaftseindrücken zu einem stimmungsvollen Porträt der Insel, das eindrucksvoll vermittelt, wie Mensch und Tier im Takt der Naturgewalten leben.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.