"Do it yourself" oder doch eine Niete?

Christine Neubauer im Gespräch

Christine Neubauer zählt seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten und beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands und gewann viele Preise für ihr Schaffen. Zuletzt sah man sie im ZDF-Fernsehfilm der Woche "Die Minensucherin", der sich eher den leiseren und ernsteren Tönen annahm. Nun ist Christine Neubauer wieder in einer Komödie zu sehen. In "Lügen haben linke Hände" spielt sie eine Heimwerker- und Werbeikone, die allerdings ein brisantes Geheimnis hat: Sie hat zwei linke Hände. Im Interview spricht sie über die Dreharbeiten zu "Lügen haben linke Hände", ihre Rolle und wie geschickt sie in Sachen Heimwerken ist.

Lars (Tobias Licht) greift zu einem Ablenkungsmanöver, um Mona (Christine Neubauer) für eine Weile kalt zu stellen.
Lars (Tobias Licht) greift zu einem Ablenkungsmanöver, um Mona (Christine Neubauer) für eine Weile kalt zu stellen. Quelle: ZDF und Renko Bruhn


ZDF: Im Film "Lügen haben linke Hände" spielen Sie die Hochstaplerin Mona Nagel, die allen vor macht sie sei die perfekte Heimwerkerin. Dabei hat sie mindestens zwei linke Hände. Was hat Ihnen an der Rolle besonders gefallen?

Christine Neubauer: Ich fand es fantastisch, nach einigen sehr dramatischen und berührenden Stoffen die Hauptrolle in einer Screwballkomödie spielen zu dürfen. Als Mona konnte ich meine komödiantische Ader voll und ganz ausleben und hatte dabei unglaublich viel Spaß.


ZDF: Können SIE heimwerken?

Neubauer: Ich würde mich am ehesten als "künstlerisch begabte Heimwerkerin" bezeichnen. Das bedeutet, dass ich sehr wohl mit einem Schlagbohrer umzugehen weiß, mir das genaue Ausmessen und Berechnen aber eher lästig ist. Kompliziertere Handwerksarbeiten überlasse ich daher schon gerne dem Fachmann. Natürlich nicht, ohne ihm über die Schulter zu schauen. Ich sage dann schon, wo er sägen, bohren und hämmern soll.


ZDF: Zwei Frauen gelten bei uns als "Heimwerker-Ikonen": Tine Wittler und Sonya Kraus. Tine delegiert und bringt ihren Geschmack bei Ideen und Deko ein. Sonya greift selbst zu den Geräten und macht alles. Welchem Typ würden Sie sich zuordnen?

Neubauer: Ich glaube, ich liege dazwischen. Ich bin der Typ der kreativen Gestaltung und packe gerne mit an, muss aber nicht alles alleine machen und schaue bei der Ausführung dann doch lieber zu.


ZDF: In einer Szenen kommen Sie nur mit einem weißen T-Shirt bekleidet und zwei Bohrmaschinen in der Hand aus dem Wasser. Haben Sie sich in diesem Moment als "Christine Croft" gefühlt?

Neubauer: Dieses Spiel mit Klischees und bekannten Filmszenen hat mir sehr viel Freude gemacht. Wenn das der Auslöser sein sollte, dass man mir eine Rolle in einem Action-Film anbietet, würde ich garantiert nicht Nein sagen.


ZDF: Haben Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn schon mal so gemogelt wie Mona? Wenn nein, wie dann?

Neubauer: Ich habe vor vielen Jahren einmal ein wenig gemogelt, als es um meine reiterlichen Fähigkeiten ging. Für den Film "Krambambuli" musste ich reiten können. In Wirklichkeit konnte ich schlecht bis überhaupt nicht reiten, behauptete aber, ich könne es ein "bisschen". Als klar war, dass ich mitspiele, musste ich es in 14 Tagen heimlich "lernen". Da bin ich beim Training schon auch mal vom Pferd runtergefallen. Beim Dreh habe ich dann auf ein Double verzichtet und sogar halsbrecherische Szenen selbst gespielt. Die Sache mit dem Reiten habe ich nach inzwischen fünf Filmen in verschiedenen Ländern und auf unterschiedlichen Pferden allerdings im Griff und kann mittlerweile wirklich sagen, dass ich es "ein bisschen" kann.


ZDF: Wie gehen Sie im realen Leben mit Misserfolgen um?

Neubauer: Ich habe gelernt, einzustecken und daraus zu lernen. Man darf fallen, aber nicht vom Boden wieder aufstehen, ohne etwas für sich mitgenommen zu haben.


ZDF: Ihr Filmsohn Tom will die Schule schmeißen und nach Australien auswandern. Wie würden Sie damit umgehen, wenn Ihr Sohn eine solche Entscheidung treffen würde?

Neubauer: Wenn ein junger Mensch einen Traum hat und etwas von ganzem Herzen will, sollte man ihn unterstützen, auch auf die Gefahr hin, dass es schief geht. Ich denke, als Eltern spürt man, ob das eigene Kind etwas wirklich ernst meint und man fängt das Kind gerne auf, wenn es nicht geklappt hat.

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