Sie kamen übers Wasser. Bis an die Zähne bewaffnet eroberten sie Dörfer und versetzten die Küstenbewohner in Angst und Schrecken: Wikinger! Was ist dran an diesem Mythos?
Darum geht's in der Sendung
Sie kamen übers Wasser. Bis an die Zähne bewaffnet eroberten sie Dörfer und versetzten die Küstenbewohner in Angst und Schrecken: Wikinger, muskelbepackte Riesen - was ist dran an diesem Mythos?
"pur+"-Moderator Eric Mayer erlebt den Alltag der wilden Nordmänner hautnah mit. An Bord eines originalgetreuen Wikingerschiffes lernt er blitzschnell den Mast hochzuklappen, das Segel zu setzen und in See zu stechen.
Im "pur+"-Experiment heißt es für das Schiff dann: raus aus dem Wasser. Denn Eric und "seine Wikinger" wollen das Schiff an Seilen übers Land ziehen. So sollen die Wikinger bei ihren Beutezügen bis ins Landesinnere vorgedrungen sein. Aber kann das wirklich funktionieren? Zu einem echten Wikinger gehören natürlich auch Waffen: Eric übt sich in der Kampftechnik mit dem Langbogen, dem traditionellen Kampfgerät der kriegerischen Nordmänner. Hätte er als Wikinger bestanden?
Mehr Infos zu den Wikingern
Wikinger kommt von dem Wort "vikingr“ und bedeutet rauben und plündern. Die Wikinger lebten in Nordeuropa, dazu gehören heute die Länder Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland. Mit ihren Schiffen gingen sie auf Beutezug durch ganz Europa. Aber nicht alle Wikinger fuhren zur See. Der größte Teil der Bevölkerung blieb in der Heimat und lebte als Bauern, Jäger, Fischer und Handwerker.
Hungrige Wikinger auf Beutezug
Da die Wikinger oft nicht genug zu essen hatten, versammelten sich die Männer, um auf Beutezug zu gehen. Gegen Ende des achten Jahrhunderts versetzten die Wikinger mit ihren schnellen Drachenbooten ganz Europa in Angst und Schrecken. Sogar die großen Flüsse wie Rhein und Rhone machten sie mit ihren Schiffen unsicher und gelangten so ins Landesinnere.
Die Wikinger fuhren mit ihren Schiffen an die Küsten und überfielen dort die Dörfer, Kirchen und Klöster. Wenn sie genug Beute gemacht hatten, schleppten sie es auf ihre Schiffe und segelten davon. So schnell wie die Wikinger auftauchten, so schnell verschwanden sie meist auch wieder.
Die Waffen der Wikinger
Die Wikinger waren Seeräuber und jeder Krieger war für seine eigene Waffenausrüstung zuständig. An den Waffen konnte man erkennen, ob es ein reicher oder armer Krieger war. Die armen Wikinger hatten meist nur eine einfache Axt. Die reichen Wikinger hatten ein teures, zweischneidiges Langschwert. Aber auch Speer, Bogen und das Hiebschwert waren ebenfalls Waffen der Wikinger.
Auf ihren Raubzügen trafen die Wikinger viele Christen und ihre Beute stammte oft aus Kirchen und Klöstern. Deshalb dachten die Wikinger, dass der Glaube an einen christlichen Gott zu Reichtum verhalf. Daraufhin ließen sie sich taufen und versuchten ein christliches Leben zu führen. Für die Wikinger war das gar nicht so einfach, denn der christliche Glaube verbietet das Rauben, Stehlen und Töten.
Das Ende der Wikingerzeit
Dann ließen sich die Könige taufen, die lateinische Schrift wurde eingeführt und die Wikinger bauten große Siedlungen. Die Wasserwege beherrschten mittlerweile auch andere Völker, die sich das Seefahrer-Wissen der Wikinger abgeschaut hatten. So kam das christliche Mittelalter nach Nordeuropa und die Wikingerzeit ging zu Ende.