Schiiten und Sunniten

Die zwei Hauptrichtungen des Islam

Kultur | Forum am Freitag - Schiiten und Sunniten

Nur etwa 15 Prozent aller Muslime sind Schiiten. Gerade haben sie das Aschura-Fest begangen. Es ist der Höhepunkt des Monats Muharram. Wie dort gefeiert wird, berichtet Abdul-Ahmad Rashid.

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14 min
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Video verfügbar bis 07.11.2019, 23:55

Die Sunniten bilden die weitaus größte muslimische Glaubensgruppe. Nur etwa 10-15 Prozent aller Muslime weltweit sind Schiiten, die vor allem im Südirak, Iran und auf dem indischen Subkontinent sowie in Pakistan und dem Libanon beheimatet sind. Gerade haben die Schiiten das Aschura-Fest begangen. Das Fest ist der Höhepunkt des islamischen Monats Muharram. Was dort und gefeirt wird und wie, das berichtet "Forum am Freitag"-Moderator Abdul-Ahmad Rashid.

Nach dem Tod des Propheten Muhammad zerstritten sich die Gläubigen in der Frage der Nachfolge als Leiter der muslimischen Gemeinde. Während die Mehrheit der Muslime, die Sunniten, die vier sogenannten "rechtgeleiteten Kalifen" anerkennt, halten die Schiiten einzig den vierten von ihnen, den Vetter und Schwiegersohn des Propheten Ali, für seinen rechtmäßigen Nachfolger.

Streit ist Ursache der Trennung

Dieser Streit ist die Ursache der Unterscheidung zwischen schiitischen und sunnitischen Muslimen. Während die Schiiten (Schia = Partei Alis) nur Ali als rechtmäßigen Nachfolger des Propheten Mohammed betrachten, sehen die Sunniten in Abu Bakr, Omar, Othman und dann erst in Ali die vier ersten "Rechtgeleiteten Kalifen". Die Schiiten verlangen, dass der Führer (Imam) der islamischen Gemeinschaft ein Nachkomme Alis und der Prophetentochter Fatima sein muss.

Die meisten Schiiten gehören zu den Zwölferschiiten. Grundlegend für die Zwölferschia ist die Imamatslehre, welche eine Kette von zwölf Imamen annimmt, angefangen mit Ali als erstem und seinen Söhnen Hasan und Hussain als zweitem und drittem Imam. Das Imamat wird an die direkten männlichen Nachkommen der Prophetenfamilie, die aus Muhammad, Fatima und Ali besteht, weitergegeben. Die Imame gelten den Schiiten als sündenlos und unfehlbar. Nach schiitischer Lehre ist der Zwölfte Imam nicht gestorben, sondern lebt in der Verborgenheit fort und wird eines Tages als Messias, "der Rechtgeleitete" (Mahdi), erscheinen, um die Herrschaft der Tyrannen zu beenden und Gerechtigkeit walten zu lassen. Weiterhin grundlegend für die schiitische Auffassung ist, dass die übrigen elf Imame als Märtyrer starben. Daraus entstand die für den schiitischen Islam grundlegende Idee des "Märtyrertums".

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