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Noch weit entfernt von Rio

Mit 37 ist Dirk Nowitzki noch immer top in der NBA. Dennoch:"Ich bin nicht mehr so gut wie vor 10 Jahren." Bei der EM will er dem DBB-Team eine Hilfe sein, und darüberhinaus "auch mit 70 noch werfen".

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft rund um ihre NBA-Stars Dirk Nowitzki und Dennis Schröder hat sich kurz vor Beginn der Heim-EM noch nicht gefunden – Verletzungen von Leistungsträgern sorgen für zusätzliche Probleme.

Die vorletzte Probe für den Ernstfall, zugleich der erste von zwei Vergleichen mit einer europäischen Spitzenmannschaft, lieferte ein eindeutiges Ergebnis: Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft war der Auswahl Frankreichs am Freitagabend in keinerlei Hinsicht gewachsen, das 52:76 (19:50) mehr als deutlich. Hoffnung machte an diesem Abend für die EM (5. bis 20. September) und das Rückspiel gegen die Franzosen (Sonntag, 15 Uhr, live im ZDF), wenig. Auch nicht Dirk Nowitzki, dem magere sechs Punkte gelangen und dem weiterhin noch die Bindung zu dieser Mannschaft fehlt, die sich über die EM für Olympia qualifizieren soll.

Nowitzkis Team

Es ist Nowitzkis Team, unabhängig wie viele Punkte er macht oder wie viele Minuten er spielt, der NBA-Star ist der überaus respektierte Anführer. „Seine Präsenz ist weiterhin einmalig“, sagt Steffen Hamann, ehemaliger Nationalmannschafts-Kapitän und früherer Mitspieler von Nowitzki, im Gespräch mit zdfsport.de. „Er wird den jungen Spielern noch mehr helfen – und in den entscheidenden Momenten auf dem Feld da sein.“


Einer dieser jungen Spieler ist NBA-Kollege Dennis Schröder. 21 Jahre alt und schon ein Leistungsträger bei den Atlanta Hawks. „Dennis hat sich enorm entwickelt“, sagt Hamann. Der Aufbauspieler ist derjenige, der das Team tragen muss. Sportlich ist die DBB-Auswahl von ihrem Aufbauspieler mindestens so abhängig wie Nowitzki. Mit seiner blitzartigen Schnelligkeit, seinem furchtlosen Zug zum Korb kann Schröder Spiele an sich reißen. „Er muss aber auch den freien Mitspieler sehen“, sagt Hamann. Denn es warten einige durchaus fähige Hände auf Schröders Zuspiele.

Die von Paul Zipser etwa. Der Forward des FC Bayern München gilt als eine der Säulen der Zukunft im deutschen Basketball. Zipser, der stets eine stoische Ruhe ausstrahlt, kann vom Dreier bis zum Dunk vielseitig punkten, ist zudem ein guter Verteidiger. „Die EM ist seine Chance, sich zu zeigen“, sagt Hamann. „Mit Paul ist zu rechnen.“

Verletzungssorgen

Auf den Guard-Positionen und auf dem Flügel ist die Mannschaft von Bundestrainer Chris Fleming an sich sehr ordentlich besetzt. Aber sowohl Maodo Lo (Columbia University) als auch Akeem Vargas (Alba Berlin) – der sich mit Karsten Tadda (Baskets Bamberg) ein Duell um den letzten Platz im Zwölfer-Kader für die EM liefert – sind verletzt. Mit Anton Gavel (FC Bayern), Robin Benzing (CAI Saragossa), Niels Giffey (Berlin), Heiko Schaffartzik (vereinslos) steht international erfahrenes Personal im Kader – die Klasse, ein Spiel wie gegen Frankreich an sich zu reißen, fehlt allerdings.


Richtig problematisch wird es auf den großen Positionen unter dem Korb: Da fielen die wichtigen Spieler verletzungsbedingt gleich reihenweise aus. Elias Harris und Daniel Theis (beide Bamberg) etwa, Maxi Kleber (FC Bayern), zuletzt auch Maik Zirbes (Roter Stern Belgrad). „Nach dem Ausfall von Maik wird’s eng“, sagt Steffen Hamann. Trainer Fleming muss improvisieren.


Platz sieben muss es sein

Alex King (Berlin) wird noch mehr auf der Power-Forward-Position spielen müssen, auch Robin Benzing, eigentlich keiner, der unter dem Korb schiebt und rempelt, wird dort aushelfen müssen. Auf der Center-Position bleiben mit Tibor Pleiß (Utah Jazz) und Johannes Voigtmann (Frankfurt Skyliners) ein Spitzenspieler und ein solider Ergänzungsmann übrig. „Tibor könnte es nochmal einen Schub geben, wenn er weiß, wie sehr er gebraucht wird“, sagt Hamann. Denkbar ist auch, dass Nowitzki dann und wann direkt unter dem Korb aushilft.

Siebter muss die Mannschaft bei der EM werden, soll der Traum von der Qualifikation für Olympia 2016 weiterleben. Aber alleine die Gruppenphase in Berlin mit den Gegnern Türkei, Spanien, Serbien und Italien sowie Außenseiter Island ist eine riesige Herausforderung. Und Rio ist derzeit noch ganz fern. „Es muss alles zusammenpassen“; sagt Steffen Hamann. „Vor allem Dennis und Dirk müssen ihre Leistung auf den Punkt abrufen. Sonst ist nach der Vorrunde Schluss.“

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