Tunesien und Marokko: Wieder Tote bei Bootsunglücken

    Tunesien und Marokko:Wieder tote Migranten bei Bootsunglücken

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    Bei Bootsunglücken vor Tunesien und Marokko sind womöglich dutzende Migranten ums Leben gekommen. Tunesien meldete 27 Tote und Vermisste. In Marokko starben elf Menschen.

    Ein Boot liegt neben Schwimmwesten und Müll am Strand (Symbolbild Flucht über das Meer).
    Vor der Küste Tunesiens sind seit Anfang März mehr als 100 Migranten bei Bootsunglücken gestorben oder gelten als vermisst. (Symbolbild)
    Quelle: AP Photo/Javier Bauluz

    Bei Bootsunglücken vor den Küsten Tunesiens und Marokkos sind womöglich dutzende Migranten ums Leben gekommen. Nach Angaben der tunesischen Behörden wurden am Strand der Stadt Sfax am Samstag vier Leichen gefunden, drei weitere Insassen eines am Morgen gekenterten Boots würden noch vermisst.
    Bereits am Vortag war in der Region ein Flüchtlingsboot untergegangen. 20 Insassen gelten als vermisst. Vor der Westküste Marokkos starben laut Medienberichten elf Migranten bei einem Bootsunglück.

    36 Passagiere in Tunesien gerettet

    Laut dem Sprecher des für die Ermittlungen zuständigen Gerichts in Sfax, Faouzi Masmoudi, konnten 36 Passagiere des am Samstag verunglückten Bootes gerettet werden. Nach seinen Angaben war bereits am Vortag ein Flüchtlingsboot vor der Küste untergegangen. 20 Menschen würden seitdem vermisst. 17 Insassen eines zweiten Bootes wurden demnach gerettet. Die Vermissten stammten dem Sprecher zufolge aus Ländern südlich der Sahara.

    Gefährliche Mittelmeer-Überfahrt
    :Deutlich mehr Bootsmigranten als 2022

    Seit Jahresbeginn sind mehr als vier Mal so viele Geflüchtete an den italienischen Küsten angelandet wie im Vorjahreszeitraum. Allein an diesem Wochenende waren es 5.500 Menschen.
    Italien: Migranten sitzen in einem Holzboot südlich der italienischen Insel Lampedusa auf dem Mittelmeer.

    Tunesien: Mehr als 100 tote oder vermisste Migranten seit Anfang März

    Die Zahl der seit Anfang März bei Schiffsunglücken vor der Küste Tunesiens gestorbenen oder vermissten Migranten erhöhte sich damit nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf über hundert.
    Vor der Westküste Marokkos ertranken unterdessen elf Migranten, als ihr Boot, mit dem sie die Kanarischen Inseln erreichen wollten, kenterte, wie örtliche Medien am Samstag berichteten. Unter den Opfern waren demnach sieben Männer und eine Frau aus der Region Guelmim sowie zwei Erwachsene und ein Kind aus einem Land südlich der Sahara. Ein Bootsinsasse konnte gerettet werden.

    Großteil der Flüchtlinge aus Ländern südlich der Sahara

    Die tunesische Küstenwache hatte am Freitag mitgeteilt, dass sie zwischen dem 1. Januar und 31. März mehr als 14.000 Menschen von der Überfahrt nach Europa abgehalten habe. Das seien fünf Mal so viele Menschen wie im selben Vorjahreszeitraum. Mehr als 13.100 Migranten stammten demnach aus Ländern südlich der Sahara, bei den restlichen handelte es sich um Tunesier.
    Die meisten Boote wurden vor der Küste der Provinzen Sfax und Mahdia abgefangen. Dort ist die Küste nur etwa 150 Kilometer von der italienischen Insel Lampedusa entfernt.
    Seit Beginn des Jahres ist die Zahl der Bootsmigranten auf Lampedusa wieder in die Höhe geschnellt. Die kleine Insel im Mittelmeer ist dem Ansturm kaum gewachsen. 05.04.2023 | 2:09 min

    Italien: Zahl der Migranten hat sich fast verdreifacht

    Nach Angaben des italienischen Innenministeriums kamen seit Jahresbeginn mehr als 14.000 Migranten in Italien an, im Vorjahreszeitraum waren es demnach rund 5.300. Bei der gefährlichen Fahrt übers Mittelmeer in überfüllten Booten sterben immer wieder dutzende Menschen.
    Quelle: AFP

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