Spanien: Hitzewelle schon im April

    Hohe Temperaturen schon im April:Spanien ächzt unter Hitzewelle

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    In weiten Teilen des Landes herrschen Dürre und Wassermangel, die Menschen schwitzen: Spanien ächzt unter einer für April ungewöhnlichen Hitzewelle.

    Ein Mann erfrischt sich an einem Wasserschlauch in Sevilla, Spanien
    Erfrischung tut not: Sevilla in Spanien
    Quelle: ap

    Spanien leidet unter einer unerwartet frühen Hitzewelle. Das Thermometer stieg so hoch wie noch nie zuvor in einem April seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. In der südspanischen Stadt Córdoba wurden am Freitag laut Wetterdienst 38,8 Grad Celsius gemeldet.
    Die spanischen Behörden warnen vor erhöhter Waldbrandgefahr. Die Regierung in Madrid erklärte, die Waldbrand-Wacht werde ab sofort aufgenommen - anderthalb Monate früher als normal. In diesem Jahr gingen in dem Land bereits 54.000 Hektar Land in Flammen auf, deutlich mehr als die 17.000 Hektar zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres.

    Behörden: 27 Prozent von Territorium im Dürre-Notstand oder -Alarm

    Bereits für Donnerstag wurden im Guadalquivir-Tal im Süden des Landes Höchstwerte um etwa 37 Grad Celsius erwartet. Der spanische Wetterdienst Aemet erklärte, dass die Temperaturen für April aufgrund einer sehr warmen und trockenen Luftmasse aus Nordafrika "außergewöhnlich hoch" seien.
    Hitze in Spanien
    In Spanien liegen die Temperaruten derzeit bei deutlich über 30 Grad. Der Wetterdienst rechnet mit den heißesten Apriltagen seit 1950. In den nächsten Tagen werden Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet. 27.04.2023 | 1:28 min
    Nach Angaben des Ministeriums für ökologischen Wandel befinden sich derzeit 27 Prozent des spanischen Territoriums im Dürre-Notstand oder -Alarm, die Wasserreserven sind demnach landesweit auf 50 Prozent ihrer Kapazität geschrumpft.

    Suche nach Abkühlung

    Das Gesundheitsministerium schlug den Regionen des Landes vor, den Nationalen Aktionsplan zum Hitzeschutz dieses Jahr zwei Wochen früher als geplant umzusetzen, berichteten spanische Medien. Das soll den Regionen helfen, auf die Temperaturen zu reagieren.
    Trockenheit in Katalonien
    Die Stauseen in Katalonien sind nur noch zu knapp 30% gefüllt, mitunter sogar weniger. Der Wasserverbrauch wurde in 224 Gemeinden eingeschränkt.11.04.2023 | 2:03 min
    Der TV-Sender RTVE zeigte Bilder von schwitzenden und schimpfenden Berufstätigen. Vor Eisdielen bildeten sich lange Schlangen. Auch in Brunnen und klimatisierten Einkaufszentren suchten die Menschen nach Abkühlung.
    Die spanische Regierung beantragte bei der Europäischen Union Soforthilfemittel, um Landwirte angesichts der extremen Dürre in landwirtschaftlichen Kerngebieten wie dem Guadalquivir-Tal zu unterstützen. So trieb die Trockenheit die Preise für spanisches Olivenöl bereits auf ein Rekordniveau - Spanien ist der weltweit größte Exporteur von Olivenöl.
    Ein altes Boot steht auf einem ausgetrockneten Stausee. Vilanova de Sau, 18.04.2023
    Rekord-Eisschmelze, Hitze, Dürre. Das vergangene Jahr war in Europa von Klima-Negativ-Rekorden geprägt- mit gravierenden Folgen. Das berichtet der EU-Klimawandeldienst Copernicus.21.04.2023 | 2:27 min

    Auch Portugal meldet Hitze-Rekord

    Schon seit Wochenanfang ist es in Spanien ungewöhnlich warm, wie der Wetterdienst Aemet mitteilte. Die besonders frühe und intensive Hitzewelle sei auf den globalen Klimawandel zurückzuführen, erklärte Aemet-Sprecher Rubén del Campo. Bereits 2022 war in Spanien das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961 und auch das sechsttrockenste.
    Auch Portugal leidet unter der Hitze: Der Wetterdienst meldete einen Rekord von 36,9 Grad, die am Donnerstag in Mora im Zentrum des Landes gemessen wurden.

    Klimazustandsbericht der WMO
    :Forscher sicher: Die große Hitze kommt

    2023 und die kommenden Jahre könnten heißer werden, als alles, was wir in den vergangenen Jahren erlebt haben. Das 1,5-Grad-Ziel sei derzeit unerreichbar, so Meteorologen.
    Symbolfoto: Hand hält Thermometer bei über 30 Grad Celsius
    Quelle: AP, dpa, AFP

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