Prozession für Regen in Südfrankreich

    Prozession in Südfrankreich:Ob der heilige Gaudérique Regen bringt?

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    Südfrankreich leidet unter einer verheerenden Trockenheit. In Perpignan beleben die Menschen eine Tradition aus dem Mittelalter wieder - und beten mit einer Prozession für Regen.

    Perpignan: Prozession für Regen
    Letzte Hoffnung Gott: Verzweifelte Bauern in Perpignan.
    Quelle: dpa

    Mit Brauchtumspflege hatte die Prozession im südfranzösischen Perpignan wenig zu tun: Erstmals seit 150 Jahren sind Landwirte und katholische Geistliche in der Stadt nahe der spanischen Grenze gemeinsam aufgebrochen, um den Schutzpatron der Bauern um Regen zu bitten. Mit Reliquien zogen die Betenden zu einem fast ausgetrockneten Fluss. Aber ob der heilige Gaudérique es richten kann?
    Schon seit Monaten hat es in der ohnehin trockenen Region sehr wenig geregnet. In weiten Teilen Frankreichs sieht es ähnlich aus, die Grundwasserreserven sind erschöpft und die Regierung ist alarmiert.
    Frankreich wird von einer beispiellosen winterlichen Dürrewelle heimgesucht. Einige Gemeinden haben bereits Wasserbeschränkungen eingeführt. Viele Bauern fürchten um ihre Ernte.28.02.2023 | 2:36 min
    Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1959 hat es in Frankreich im Winter noch nie so langanhaltend keinen Regen gegeben, berichtete der Wetterdienst Météo France. Das führte zu einer für die Jahreszeit bemerkenswerten Austrocknung der Böden, die bereits durch die Dürre im Sommer 2022 geschwächt wurden. Niederschläge im März haben die Situation inzwischen in einem Teil Frankreichs wieder verbessert. Im Süden des Landes aber ist es weiterhin trockener als normal.

    Pools füllen verboten

    Unmittelbarer Auslöser der jüngsten Trockenperiode war zwar ein Hochdruckgebiet. Wie eine Studie der nationalen französischen Forschungsorganisation CNRS aufzeigt, führt der Temperaturanstieg im Zusammenhang mit dem Klimawandel in Europa allerdings dazu, dass Umfang und Ausdehnung der Hochdruckgebiete sich ausweiten - mit zunehmender Trockenheit als Folge.
    Einige Departements vor allem im Süden Frankreichs ordneten bereits Einschränkungen an. Das Bewässern von Gärten und Sportstadien, das Auffüllen von Swimmingpools oder das Autowaschen wurden verboten - eine für die Zeit des Jahres bisher nie da gewesene Beschränkung.
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    Präsident Emmanuel Macron rief zum nationalen Wassersparen auf. "Wir haben einen trockenen Winter und zum entscheidenden Moment zu wenig Regen, der ein Auffüllen unserer Grundwasserreserven ermöglicht", sagte Macron. "Wir wissen also, dass wir, wie im letzten Sommer, mit Problemen der Verknappung konfrontiert sein werden." Statt knappes Wasser kurzfristig zu reglementieren, gelte es, frühzeitig zu planen.

    Klimawandel stellt Winzer vor Probleme

    Der Hilferuf an die Kirche in Perpignan, doch mit einer Prozession um Regen zu beten, kommt von Weinbauer Georges Puig. Er klagte kürzlich:

    Überall in Frankreich regnet es, nur nicht bei mir.

    Georges Puig, Weinbauer

    ZDFheute-KlimaRadar
    :Daten zum Klimawandel im Überblick

    Wie hat sich das Klima bereits verändert? Wie viel CO2 haben die Länder seit 1990 eingespart? Die wichtigsten Zahlen im KlimaRadar von ZDFheute.
    von Moritz Zajonz
    Fünf Icons mit Fabrikschlot, Blitz, Thermometer vor Deutschland und Weltkarte, und einem Haus über Wellen. Im Hintergrund ein Braunkohlekraftwerk.
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    Die zunehmenden Trockenperioden machen den Winzern im Mittelmeerraum zu schaffen. Der Ausrichtung des Weinbaus angesichts des Klimawandels hatte das französische Weinbau-Institut 2021 schon eine Studie gewidmet. Zu den Empfehlungen gehört, dass die Winzer auf Basis besserer regionaler Klimadaten ihre Produktion und Wassernutzung anpassen.
    Auch zum Anbau klimaresistenterer Reben wird geraten sowie zu Schritten, den Weinbau möglichst klimaneutral zu gestalten. Langfristig müsse Frankreichs Weinsektor sich auf die nötigen Anpassungen an den Klimawandel einstellen, hieß es kürzlich aus dem Agrarministerium in Paris. Die Regierung wolle beim Erstellen einer Strategie helfen.
    Quelle: Michael Evers, dpa

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