"Mensch ärgere dich nicht": Wie das Spiel zum Erfolg wurde
Klassiker der Brettspiele:So wurde "Mensch ärgere dich nicht" zum Erfolg
von Andrea Meuser
|
"Mensch ärgere dich nicht" ist einer der Klassiker unter den Brettspielen, der sich in fast jedem Haushalt findet. Nun feiert das Spiel 110. Geburtstag - wie es zum Erfolg wurde.
Auch nach 110 Jahren ist das Brettspiel bei groß und klein beliebt, weil die Regeln einfach sind und jeder mitspielen kann.
26.08.2024 | 8:04 min
Der Spielzweck ist schnell erklärt: Ziel ist, die eigenen vier Spielfiguren sicher ins Häuschen zu bringen. Dazu müssen die Figuren das Spielfeld einmal umrunden. Gewonnen hat der, dessen Mannschaft als erste die sicheren Felder erreicht.
Und gerade in dieser Einfachheit liegt vermutlich auch das Erfolgsgeheimnis des Spiels: "Mensch ärgere dich nicht"(Fans nennen es "MÄDN")ist eines der meistverkauften Gesellschaftsspiele überhaupt. Mehr als 100 Millionen Exemplare wurden nach Angaben von des Herstellers, Schmidt Spiele Berlin,bisher auf den Markt gebracht.
Auch nach über hundert Jahren zählt "Mensch ärgere dich nicht" zu den beliebtesten Brettspielen. Dabei ist es vor allem dessen simpler und unberechenbarer Charakter, der oft begeistert.
Quelle: dpa
"Mensch ärgere dich nicht": Überraschender Erfolg für Erfinder
Erfunden wurde der Dauerbrenner von Josef Friedrich Schmidt. Dass das Spiel so ein Erfolg werden würde, hatte der Unternehmer vermutlich gar nicht erwartet, als er das Spiel in seiner kleinen Werkstatt in München entwickelte.
Denn erfunden wurde es eigentlich nur für den privaten Gebrauch. Als Vater dreier äußerst lebhafter Söhne suchte eine einfache und günstige Beschäftigung.
Heute aber ist der Ruhm, der mit der Erfindung des Spiels einhergeht, nicht mit München, sondern mit der kleinen oberpfälzischen Stadt Amberg verbunden. Schmidts Geburtstort. Die Stadt hält das Andenken an den Geschäftsmann und Tüftler in einem eigenen Museum lebendig.
Wieso spielen auch Erwachsenen gut tut
Museumsleiterin: Spiel anfangs "auf einen Karton gezeichnet"
Stephanie Riß, Leiterin des Stadtmuseum Amberg, kennt die Geschichte des Spieles wie kaum eine andere. "Schmidt war jemand, der immer selbständig sein wollte," erzählt sie. "Sein Spiel hat er zunächst ganz einfach auf einen Karton, andere sagen, eine alte Hutschachtel, gezeichnet."
Als Vorlage und Inspirationsquelle dienten ihm dabei Pachisi, ein altes indisches Spiel, das über viele Umwege nach Europa gelangt war. Schmidt veränderte änderte allerdings die Regeln und brachte den Faktor hinein, der das Spiel so einzigartig macht: ein bisschen Gemeinheit und das Recht zu ärgern.
"Mensch ärgere dich nicht" mit Durchbruch im Erstem Weltkrieg
In den ersten Jahren war das Spiel nicht sonderlich erfolgreich, den Durchbruch aber schaffte es im Ersten Weltkrieg:
Schmidt schickte 3.000 Exemplare an Lazarette, wo verwunderte Soldaten das Spiel lieben lernten.
„
Stepanie Riß, Stadtmuseum Amberg
Später wollten die Genesenen das Spiel natürlich auch mit ihren Familien zu Hause spielen. Der Siegeszug von "Mensch ärgere dich nicht" begann. Bis 1920 wurden eine Million Spiele verkauft. Zum Preis von je 35 Pfennig.
Auf der Spielemesse Essen wurden wieder viele Brett- und sonstige Gesellschaftsspiele vorgestellt - wie schlagen sie sich im Test?05.10.2023 | 2:37 min
Vermutlich ist es gerade die Einfachheit, die den Reiz von "MÄDN" bis heute ausmacht. Jeder versteht es, man kann es generationsübergreifend spielen, keiner wird ausgeschlossen und niemand muss sich durch komplizierte Regelwerke arbeiten oder erst ein YouTube-Tutorial absolvieren, bevor er an den Spieltisch darf.
Spieleexperte: Würfelglück wichtig - aber auch Taktik
Und obwohl man "MÄDN" so einfach zu Hause spielen kann, treffen sich Menschen jeden Alters, aus allen Schichten und aus allen Regionen immer wieder zu "Mensch ärgere dich nicht"-Wettbewerben.
Es ist ein Spiel, so der Spieleexperte Udo Schmitz, das jedem das Glück eröffnet. Denn bei "Mensch ärgere dich nicht" kommt es vor allem auf das Würfelglück an.
Gewinnen oder verlieren - das ist zu 70 Prozent Glück und zu 30 Prozent Taktik.
"Mensch ärgere Dich nicht" kennt fast jeder. Was kaum einer weiß: Es gibt auch Meisterschaften. Wie man dort Erfolg hat? Tipps vom Weltmeister.
Und er gibt auch gleich noch zwei Tipps:
Die Spielfiguren der Mitspieler immer sieben Schritte hinter sich zu lassen damit man nicht rausgeworfen wird. Oder im Windschatten der anderen laufen. Auch dort ist man sicher vor Attacken.
„
Udo Schmitz, Spieleexperte
Und Schmitz ist sich auch sicher, dass das Spiel seine Stellung auf dem hart umkämpften Spielemarkt weiter verteidigen wird. Neben der Einfachheit der Regeln hat "Mensch ärgere dich nicht" auch noch einen weiteren großen Vorteil: Es ist schnell aufgebaut und schnell gespielt. Nach nur wenigen Minuten ist eine Runde vorbei. Und auch das ist ein Erfolgsfaktor in unserer schnelllebigen Zeit.
Nach Daten des Statistischen Bundesamts verbringen Kinder und Jugendliche mehr als eine Stunde am Tag mit Computer- und Videospielen. Dabei zocken Jungen deutlich mehr als Mädchen.
Um dir eine optimale Website der ZDFmediathek, ZDFheute und ZDFtivi präsentieren zu können, setzen wir Cookies und vergleichbare Techniken ein. Einige der eingesetzten Techniken sind unbedingt erforderlich für unser Angebot. Mit deiner Zustimmung dürfen wir und unsere Dienstleister darüber hinaus Informationen auf deinem Gerät speichern und/oder abrufen. Dabei geben wir deine Daten ohne deine Einwilligung nicht an Dritte weiter, die nicht unsere direkten Dienstleister sind. Wir verwenden deine Daten auch nicht zu kommerziellen Zwecken.
Zustimmungspflichtige Datenverarbeitung • Personalisierung: Die Speicherung von bestimmten Interaktionen ermöglicht uns, dein Erlebnis im Angebot des ZDF an dich anzupassen und Personalisierungsfunktionen anzubieten. Dabei personalisieren wir ausschließlich auf Basis deiner Nutzung der ZDFmediathek, der ZDFheute und ZDFtivi. Daten von Dritten werden von uns nicht verwendet. • Social Media und externe Drittsysteme: Wir nutzen Social-Media-Tools und Dienste von anderen Anbietern. Unter anderem um das Teilen von Inhalten zu ermöglichen.
Du kannst entscheiden, für welche Zwecke wir deine Daten speichern und verarbeiten dürfen. Dies betrifft nur dein aktuell genutztes Gerät. Mit "Zustimmen" erklärst du deine Zustimmung zu unserer Datenverarbeitung, für die wir deine Einwilligung benötigen. Oder du legst unter "Einstellungen/Ablehnen" fest, welchen Zwecken du deine Zustimmung gibst und welchen nicht. Deine Datenschutzeinstellungen kannst du jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in deinen Einstellungen widerrufen oder ändern.