Skandale, Prozesse, Reality-TV:Der Trump-Clan: Aufmerksamkeit als Strategie
von Merlin Münch
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Vom Immobilien-Clan zur einflussreichen Politdynastie: Die Trumps streben seit Generationen nach der Macht. Trotz aller Skandale könnten sie bald mächtiger sein denn je.
Vom skrupellosen Immobilien-Clan zur einflussreichen Politdynastie? Seit Generationen streben die Trumps nach Macht und Anerkennung. Allen Skandalen zum Trotz könnten sie bald mächtiger sein als je zuvor.26.07.2024 | 16:14 min
Mit einer Mischung aus Opportunismus, Übertreibung und Selbstinszenierung haben sich die Trumps über Jahrzehnte vom Familienunternehmen bis ins Zentrum der Macht hochgearbeitet. Woher kommt dieser Immobilien-Clan, den manche als Gefahr für die Demokratie sehen, andere als Retter des "American Dreams" - und was macht ihn so erfolgreich?
Friedrich Trump: Goldrausch als Grundstein
Den Grundstein für den heutigen Erfolg legte Donald Trumps Großvater Friedrich Trump bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Zunächst verdiente er sein Geld während des großen Goldrausches im kanadischen Yukon mit Hotels und Schnaps, später vermietete er in New York erste Wohnhäuser.
Sein Sohn Fred übernahm früh das Familienunternehmen und baute es im Laufe der Jahre mit staatlichen Subventionen und Steuertricks zu einem kleinen Imperium aus. Seinen Kindern brachte er vor allem eines bei: Nur der Erfolg zählt - um jeden Preis.
Donald J. Trump hat gute Chancen, erneut Präsident der USA zu werden. Das fürchten viele.23.07.2024 | 8:27 min
Donald Trump als Marke: Der Dealmaker
Doch erst Donald Trump machte die Trump Organization in den 1980er Jahren zu einer internationalen Marke - indem er die Maxime seines Vaters Fred auf die Spitze trieb und sich als erfolgreicher Dealmaker inszenierte. Insbesondere die Reality-Show "The Apprentice" verschaffte Donald über 15 Staffeln hinweg die ersehnte Aufmerksamkeit und bot ihm ausreichend Gelegenheit, sich als erfolgreicher Unternehmer zu präsentieren.
Schon damals verstand er, sich in die Schlagzeilen zu katapultieren. Ob Skandal oder Erfolgsstory spielte dabei keine Rolle. Über Jahre blähte Donald den Namen Trump so erfolgreich auf, dass kaum jemand merkte, wie schlecht die Geschäfte liefen. Als er Anfang der 1990er Jahre Konkurs anmeldete, war die Marke Trump bereits "too big to fail".
Als selbst inszenierter Underdog ins Weiße Haus
Als Donald Trump 2015 überraschend seine Präsidentschaftskandidatur ankündigte, half ihm vor allem das Image als erfolgreicher Dealmaker. Der milliardenschwere Unternehmer inszenierte sich als Underdog, präsentierte sich als Kämpfer gegen das Establishment und sprach damit Wähler an, die sich vom politischen System entfremdet fühlten. Damit gelang es ihm, sich als Verteidiger ihrer Interessen zu positionieren.
Um seine Anhänger zu erreichen und traditionelle Medien zu umgehen, setzte Trump intensiv auf Social-Media-Plattformen wie Twitter und eine einfache, direkte Sprache. Er versprach schnelle, simple Lösungen für komplexe Probleme - und gewann.
Nach einem Wahlkampf voller Skandale, Lügen und Angriffe auf politische Gegner, zog er 2017 ins Weiße Haus ein und versorgte seine Familienmitglieder mit wichtigen Regierungsposten. Diese nutzten die neu gewonnenen Verbindungen, aber auch ihre Unternehmen und Marken, um Einfluss und Bekanntheit der Trump-Familie noch weiter zu steigern.
Teilsieg für Donald Trump vor dem Obersten Gerichtshof: Der Ex-Präsident bleibt vor Strafverfolgung geschützt - zumindest für offizielle Amtshandlungen. ZDFheute live ordnet ein.01.07.2024 | 33:21 min
Trumps Anhänger stürmen das Kapitol
Die Wahl 2020 verlor er gegen Joe Biden. Doch damit wollten sich die Trumps nicht abfinden und verbreiteten die Lüge von der gestohlenen Wahl. Schließlich stürmten ihre Anhänger im Januar 2021 sogar das Kapitol in Washington. Trotz mehrerer Untersuchungsausschüsse und Gerichtsverfahren halten sie bis heute an dieser Lüge fest.
In der Zwischenzeit sorgten Trumps konfrontativer Stil und seine oft umstrittenen Äußerungen dafür, dass er und seine Familie in den Schlagzeilen blieben. Diese Aufmerksamkeit, ob positiv oder negativ, hielt das öffentliche Interesse an den Trumps hoch. Mit Erfolg, wie es scheint: Im Juli 2024 wurde Donald Trump erneut zum Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei gewählt.
Und so scheint es vorerst, als können die Trumps unter der Führung ihres Patriarchen so gut wie alle Rückschläge - darunter Verurteilungen und ein versuchtes Attentat - überstehen. Und sogar Kapital daraus schlagen.
Das Attentat auf Trump verändert die politische Debatte in den USA. Wie wirkt sich der Angriff auf den Wahlkampf aus und wie reagiert Präsident Biden? ZDFheute live analysiert.15.07.2024 | 26:59 min
Trumps Nachfolge: Lara, Eric und Don Jr. positionieren sich
Doch selbst wenn Trump die Wahl nicht gewinnt, ist das letzte Kapitel der Trump-Saga noch nicht geschrieben. Eric und Don Jr. etwa haben das Familienunternehmen übernommen und verbreiten lautstark die Parolen ihres Vaters. Don Jr. genießt eine solche Beliebtheit bei der republikanischen Basis, dass er gar als politischer Nachfolger seines Vaters gehandelt wird.
Donald Trump und J.D. Vance - damit gehen die Republikaner in die finale Phase des US-Wahlkampfs. Was ist aus der Partei geworden? Der Global Talk vom Nominierungsparteitag. 17.07.2024 | 29:58 min
Inzwischen haben sich auch Donalds Schwiegertöchter, Lara Trump und Kimberley Guilfoyle, wichtige Positionen innerhalb der republikanischen Partei gesichert. So wurde Lara Trump im März 2024 Co-Vorsitzende des Republican National Committee und entließ 60 Republikaner, die mit ihrem Schwiegervater nicht einer Meinung waren.
Quelle: dpa
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