Hamas-Angriff auf Israel und die Rolle der sozialen Medien
Der 7. Oktober - live übertragen:Rolle der sozialen Medien beim Hamas-Angriff
von Daniela Völker
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Der Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 wird gefilmt und hochgeladen, von den Terroristen sowie den Opfern. Eine einzigartige und verstörende Aufzeichnung des Horrors in Israel.
Hamas-Terroristen entführen am 7. Oktober 2023 rund 250 Israelis nach Gaza: Freigelassene berichten vom Überleben in Gefangenschaft.22.11.2024 | 43:20 min
Als die Terroristen am 7. Oktober 2023 von Gaza nach Israel eindringen, um zu töten und zu entführen, filmen sie alles auf Handys und kleinen Kameras. Der Überfall auf Israel kommt unerwartet und wird dafür von ihnen umso gründlicher dokumentiert. Die Bilder werden so schnell wie möglich in den sozialen Medien hochgeladen. Die Welt soll die rücksichtslose Brutalität und die Zerstörungswut der Hamas-Terroristen sehen und sich fürchten.
Aber auch viele ihrer Opfer greifen zu ihren Handys, um festzuhalten, was mit ihnen passiert. Auch für den Fall, dass sie den Angriff nicht überleben. Darunter junge Leute, die das Nova-Musikfestival besuchen, oder Familien, die am Wochenende eines religiösen Festes in ihren Kibbuzen im Schlaf überrascht werden. Die schiere Menge an Filmmaterial vom 7. Oktober ist überwältigend. Es gibt auch noch Filmmaterial von der israelischen Armee (IDF) sowie von Überwachungskameras und Bodycams der Polizei.
Beim Angriff auf das Supernova-Festival am 7. Oktober starben mehr als 360 Menschen. Fünf Überlebende berichten von ihren traumatischen Erfahrungen und dem Kampf zurück ins Leben.01.12.2023 | 29:50 min
Aufnahmen zeigen die Angst in den Augen
Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie Leute zusammengetrieben werden, die Angst in ihren Augen, wie Familien auseinandergerissen werden, wie Gewalttaten, Morde oder brutale Entführungen auf geradezu unbekümmerte Art und Weise von den Terroristen ausgeführt werden. Sie sind manchmal in voller militärischer Ausrüstung, manchmal aber kommen sie auch wie Zivilisten daher.
Die Absicht hinter dem Filmen und Veröffentlichen dieser verstörenden Brutalität ist klar. Die Familien der Terroristen in Gaza sollen die Gewalt der Täter bewundern und die Familien der Opfer und die Israelis sollen in Angst, Schrecken und Schock versetzt zu werden.
Der Terror-Angriff der Hamas hat Israel zutiefst erschüttert. Das Land trauert und beklagt die Toten des schlimmsten Massakers seiner Geschichte. Überlebende und Hinterbliebene erzählen ihre Geschichte.22.11.2024 | 43:30 min
Angehörige werden in Social-Media-Posts erkannt
Viele Menschen erfahren an dem Tag über Telegram oder andere Social-Media-Kanäle, was da gerade passiert. Sie können sehen, dass inmitten des Gemetzels ihre Verwandten noch leben. Andere aber erkennen ihre Kinder, Eltern oder Freunde unter den Leichen. Furchtbare Anblicke und Momente. So sieht Idit Ohel die Entführung ihres Sohnes Alon, kurz nachdem sie stattgefunden hat.
Es sei möglich, "die eine oder andere Geisel" freizubekommen. Allerdings schwänden "die Chancen" dafür zunehmend, analysiert Andreas Reinecke, Direktor Deutsches Orient-Institut.30.09.2024 | 5:08 min
"Das Video zeigte, wie sie ihn wegbringen", erzählt Idit Ohel. Er sei an den Haaren zu einem Transporter geschleift worden.
Er lebt. Er tritt um sich und versucht sich zu wehren.
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Idit Ohel, sieht Video der Entführung ihres Sohnes Alon
Er habe blutverschmiert ausgesehen, aber er konnte sich bewegen, so Ohel. "Arme und Beine bewegten sich, also glaube ich, dass er ok ist."
Am 7. Oktober 2024 jährt sich der Terrorangriff der Hamas auf Israel. "Tatort Israel" nimmt den Jahrestag zum Anlass, den Überfall der Hamas, die Geschichten der Geiseln und das folgende Kriegsgeschehen in Gaza zu rekonstruieren. Zeitzeugen und Betroffene berichten offen über ihre zum Teil traumatischen Erlebnisse, sowohl in Israel als auch im Gazastreifen. Die Filme erzählen persönliche Schicksale und versuchen, beide Seiten des Konflikts zu beleuchten.
Sie können die drei Folgen jederzeit in der ZDF-Mediathek sehen.
Für die Produktion der Doku-Serie "Tatort Israel" müssen die Filmemacher viele Stunden schreckliche Bilder anschauen. Die beiden Autorinnen sowie die Cutterinnen haben so ziemlich alles angesehen, was an dem Tag des Überfalls hochgeladen wurde. Manche Aufnahmen sind extrem grauenhaft, brutal, verstörend und schwer erträglich.
Der Schnitt muss gut überlegt sein. Was soll gezeigt werden und warum? Die in Frage kommenden Sequenzen werden behutsam ausgewählt. Das Schlimmste wird weggelassen. Eine belastende Arbeit. Um damit einigermaßen klar zu kommen, spricht das Team so viel es geht miteinander über das Gesehene. Einmal in der Woche tauschen sich alle Kolleginnen und Kollegen mit einer Psychologin aus. Es wird auch dafür gesorgt, dass alle, die mit möglicherweise traumatisierend wirkenden Material in Kontakt kommen, es vermeiden können, es sich ganz oder überhaupt ansehen zu müssen.
Fall um Shani Louk betrifft auch Menschen in Deutschland
Die Deutsch-Israelin Ricarda Louk sieht in einem Hamas-Video ihre Tochter Shani, die anscheinend bewusstlos auf der Ladefläche eines Pick-ups liegt und von bewaffneten Kämpfern umzingelt ist. Ein Schock für die Familie.
"Mein älterer Sohn hat ein Video bekommen und fing an zu schreien und zu heulen und hat gesagt, das ist die Shani", erzählt Ricarda Louk. Er habe sie an den Tätowierungen an ihren Füßen erkannt. "Wir haben uns dann alle das Video angeschaut und es war wirklich schrecklich."
Und alle jubeln um sie herum, man spuckt ihr auf den Kopf, alle feiern, was da passiert, und sind im Gazastreifen, und das ist unsere Tochter.
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Ricarda Louk über ein Video mit ihrer Tochter Shani
Auf den brutalen Angriff der Hamas folgt der verheerende Gegenangriff Israels - und nichts ist mehr wie zuvor.22.11.2024 | 44:04 min
Hamas betreibt mit Bildern Propaganda
Der Terrorangriff vom 7. Oktober wird fast live übertragen auf den Social-Media-Kanälen. Die Filmemacher haben im Nachhinein die Verantwortung, mit dem Filmmaterial zurückhaltend und respektvoll umzugehen, auch um die Würde der Opfer zu wahren und den Betroffenen nicht noch mehr Leid zuzufügen.
Die Hamas zeigt ihre Gräueltaten zu Propagandazwecken. Die Aufgabe der Medien ist es, das reichliche Material sorgfältig zu prüfen und in den Kontext einzuordnen, ohne, wie von den Tätern beabsichtigt, ihren Terror zu verbreiten. Aber sie müssen auch berichten, was passiert ist, ohne zu verharmlosen. Häufig ein schmaler Grat.
Mit dem Hamas-Angriff auf Israel eskalierte der Nahost-Konflikt. Anfang des Jahres konnte eine Waffenruhe vereinbart werden. Nun fliegt Israel wieder Angriffe in Gaza.
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