Appell an die USA:Kiew dringt auf Einsatz weitreichender Waffen
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Darf die Ukraine weitreichende vom Westen gelieferte Waffen für Ziele auf russischem Staatsgebiet einsetzen? Bislang nicht. Doch die Ukraine dringt auf ein Umdenken.
Die USA hatten vor einigen Monaten damit begonnen, die Ukraine mit Raketen vom Typ ATACMS zu beliefern. Die US-Regierung verbietet der Ukraine aber bisher, damit Ziele im russischen Hinterland anzugreifen.
Quelle: AP
Angesichts ständiger russischer Raketen- und Luftangriffe möchte die Ukraine die Quelle des Übels ausschalten - Militärflugplätze und Raketenabschussrampen auf russischem Staatsgebiet, bis tief ins Landesinnere.
Die Liste möglicher Ziele ist inzwischen lang, der Wunsch nach Vergeltung groß. Nur fehlt die Erlaubnis der USA, die vom Westen gelieferten weitreichenden Waffensysteme einzusetzen.
Beim Nato-Gipfel wird der Ukraine Unterstützung zugesichert. Im Vordergrund steht der Beschluss der USA, Langstreckenwaffen in Deutschland zu stationieren.12.07.2024 | 2:26 min
Ukraine hofft auf Einlenken der USA
Bisher bleibt Washington bei den Waffensystemen hart, die USA haben der Ukraine noch keine Erlaubnis zu Angriffen mit diesen weitreichenden Waffen gegen Ziele auf russischem Staatsgebiet erteilt. Das teilte Ihor Schowka, der stellvertretende Leiter der Präsidialkanzlei von Wolodymyr Selenskyj, in einem Interview von "Voice of America" mit.
Dennoch arbeite die Ukraine weiter mit den USA an dieser Frage und hoffe auf ein baldiges Einlenken: "Alle wissen, wo die Gefahr liegt, wo die Raketen (gegen die Ukraine) gestartet werden."
Alle wichtigen Entscheidungen, die die USA früher getroffen haben, erfolgten äußerst leise - und das wird auch dieses Mal so sein.
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Ihor Schowka, Stellvertretender Leiter der ukrainischen Präsidialkanzlei
Die Nato habe der Ukraine keine Einladung zu einer Mitgliedschaft ausgesprochen und somit auch "keine konkrete Sicherheitsgarantie" geboten, sagt ZDF-Korrespondent Armin Coerper.12.07.2024 | 3:30 min
Ausweitung des Einsatzgebietes westlicher Waffen?
Die Ukraine fordert schon seit einiger Zeit die Erlaubnis, die von den USA und anderen westlichen Partnern gelieferten weitreichenden Waffen, also Raketen oder Marschflugkörper, gegen Ziele auf russischem Staatsgebiet einsetzen zu dürfen. Bisher konnten die ukrainischen Militärs lediglich Drohnen mit deutlich geringerer Sprengkraft einsetzen. Bei Treibstofflagern oder Raffinerien erzielten diese mehrfach Erfolge, aber gegen Flugplätze oder Raketenabschussbasen zeigten die unbemannten Flugkörper bisher wenig Wirkung.
Westliche Waffen dürfen bisher nur gegen Ziele in den besetzten Gebieten der Ukraine, einschließlich der Krim sowie im Osten des Landes im unmittelbaren Grenzgebiet eingesetzt werden. Den USA sei dieses Problem bekannt, betonte Schowka. Daher erwarte er auch eine baldige Zustimmung der USA, "so wie es auch früher bei anderen Fragen geschah, die wir mit der US-Regierung erörtert haben."
Ab 2026 sollen Marschflugkörper des Typs "Tomahawk" in Deutschland stationiert werden. Diese "vertrackte, verdammte Abschreckungslogik" sei die einzige, die jetzt funktioniert, meint Claus Kleber.11.07.2024 | 0:37 min
Ukrainisches Militär: Russland nutzt neuartige Gleitbomben
Die russischen Luftstreitkräfte sind nach Angaben aus ukrainischen Militärkreisen in jüngster Zeit dazu übergegangen, neuartige Gleitbomben gegen Ziele in der Ukraine einzusetzen. So seien Bomben mit einem Gewicht von drei Tonnen mit kleinen Tragflächen und entsprechender Elektronik ausgestattet worden, um sie aus großer Entfernung von Flugzeugen abzuwerfen und dann ins Ziel zu lenken.
"Dazu nutzen sie Kampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su-34, die von Flugplätzen starten, die wir zerstören müssten, um unsere Menschen zu schützen", wurde Andrij Jermak, Leiter des Präsidialbüros in Kiew, von der Agentur Unian zitiert. Doch dafür fehle wiederum die Erlaubnis, westliche Waffen einzusetzen, klagte er.
Nur eine solche Erlaubnis kann viele Menschenleben schützen.
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Andrij Jermak, Leiter des Präsidialbüros
Ein russischer Kampfpilot hob im Gespräch mit der Staatsagentur Tass die Zielgenauigkeit der aufgerüsteten, eigentlich veralteten Bomben, hervor. Die maximale Abweichung betrage zehn Meter, behauptete der namentlich nicht genannte Pilot. Zudem könnten die Bomben von keiner Flugabwehr in ihrem Anflug gestoppt werden, "weder mit Patriots noch mit Geparden".
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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
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