Springfield: Haitianer nach Trumps Lügenmärchen in Angst
Einwanderer in Springfield:Haitianer nach Trumps Lügenmärchen in Angst
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Im TV-Duell in den USA verbreitete Trump Unwahrheiten über Haitianer in der Stadt Springfield. Seitdem haben Drohungen und Anfeindungen gegen sie massiv zugenommen.
Schulbusse in Springfield evakuieren Schüler nach Bombendrohungen (13.09.2024)
Quelle: AFP
"Manche wollen die Stadt verlassen, einige sind schon weg", erzählt Romane Pierre. Er schließt sein haitianisches Restaurant in Springfield neuerdings schon um acht Uhr abends - damit seine Mitarbeiter nicht so spät allein nach Hause laufen müssen.
Bombendrohungen gegen Schulen, Beschimpfungen und bei Sonnenuntergang geschlossene Geschäfte: Viele Menschen aus Haiti, die vor Armut und Gewalt in ihrer Heimat geflohen sind, haben nun in den USA wieder Angst um ihr Leben.
Viele Haitianer nach Springfield gezogen
Die überwiegend von Weißen bewohnte Kleinstadt im Nordosten der USA, die jahrelang mit Wegzug und einer schrumpfenden Bevölkerung zu kämpfen hatte, hat in den vergangenen Jahren geboomt und viele Einwohner neu hinzugewonnen: die meisten aus Haiti. Sie fanden in Geschäften oder Restaurants Arbeit, die teils auch von ihren Landsleuten gegründet wurden. 2020 zählte die Stadt weniger als 60.000 Einwohner - dann kamen 10.000 bis 15.000 Haitianer dazu.
Der Erfolg des Wirtschaftsplans der Stadt hatte auch bald seine Kehrseiten: fehlende Wohnungen, nicht ausreichende medizinische Versorgung, nicht genug Plätze in den Schulen - tatsächliche Probleme, wie der frühere Pastor der Ersten-Baptisten-Kirche von Springfield, Wes Babian, einräumt. Die neuen Jobs änderten auch nicht so viel an der schon lange bestehenden Armut unter vielen Leuten in Springfield.
"Rassisistische Töne" gegenüber Einwanderern
Babian beklagt aber die zunehmend "rassistischen Töne" in den Beschwerden der Einheimischen. Die Rede war von "Invasion" von "illegalen" Einwanderern, denen grundlos vorgeworfen wurde, sie würden stehlen und eine Welle der Kriminalität mit sich bringen. Er sagt:
Es gab viele Auseinandersetzungen in den vergangenen Jahren mit Blick auf die neuen Nachbarn.
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Wes Babian, Pastor in Springfield
"Bestimmt verständlich bis zu einem bestimmten Punkt, aber jetzt ist es sehr viel negativer, sogar teils gefährlich geworden."
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TV-Debatte: Trump verbreitet Lügen über Haitianer
Seit Trump in der TV-Debatte mit seiner Rivalin Kamala Harris das Lügenmärchen wiederholte, dass Haitianer in Springfield Haustiere aufessen würden, haben sich die Spannungen noch verschärft - obwohl die Behörden der Stadt sofort widersprachen. Es gab eine Bombendrohung gegen das Rathaus und eine Schule mit vielen haitianischen Schülern. Dann eine Schulräumungen und Drohungen gegen ein Zentrum der haitianischen Gemeinschaft. Der Direktor des Zentrums, Viles Dorsainvil berichtet:
Es ist die traurige Realität, die Panik auslöst
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Viles Dorsainvil, Direktor eines Zentrums der haitianischen Gemeinschaft
Daniel aus Haiti, der seit vier Jahren in Springfield lebt, verlässt sein Haus seit der TV-Debatte mit Trump gar nicht mehr - es sei denn, es ist unabdingbar. "Die Bedrohung ist real", sagt er. Aber "es ist nicht die gesamte Bevölkerung", versichert er.
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Quelle: dpa
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