Am Wochenende bundesweit Demos gegen Rechtsextremismus

    200 Aktionen am Wochenende:Protest gegen Rechtsextremismus in 30 Städten

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    Neues Wochenende, neue Demonstrationen gegen Rechtsextremismus: Nicht nur in Berlin, in ganz Deutschland gehen wieder Menschen auf die Straße.

    Nordrhein-Westfalen, Köln: "Keine Bühne der AfD!" ist bei einer Demonstration gegen die AfD und Rechtsextremismus auf einem Schild zu lesen
    Rechtsextremismus wird von immer mehr Deutschen als drängendes Problem gesehen. Laut dem ZDF-Politbarometer finden 79 Prozent die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus gut.02.02.2024 | 0:28 min
    Am Wochenende wollen wieder Menschen bei mehr als 200 Demonstrationen in mehr als 30 Städten gegen Rechtsextremismus protestieren.
    Zu einer Großdemonstration am Samstag im Berliner Regierungsviertel haben zahlreiche Organisationen aufgerufen. Organisiert wird die Demonstration vom Bündnis "Hand in Hand - Jetzt solidarisch aktiv werden!". Den Aufruf "#WirSIndDieBrandmauer" haben bislang mehr als 1.700 Organisationen unterzeichnet.
    Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hält auf einer Demonstration gegen Rechtsextremismus in Osnabrück eine Rede.
    Boris Pistorius warnte zuletzt in Osnabrück, die AfD wolle zurück in die "dunklen Zeiten des Rassenwahns".27.01.2024 | 0:22 min

    Berliner Demo gegen Rechtsextremismus: 100.000 Teilnehmer erwartet

    Laut Polizei erwarten die Veranstalter rund 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Im Anschluss an die Kundgebung ist eine Menschenkette als symbolische "Brandmauer" um den Bundestag geplant.
    Das Bündnis ruft dazu auf, "der rechten Normalisierung in Deutschland und Europa nicht länger zuzuschauen". Ängste vor Veränderungen, Verlust und Armut würden absichtlich geschürt. Menschen würden gegeneinander ausgespielt.
    Protest
    Die deutschlandweiten Proteste gegen rechts haben viele Menschen zum Demonstrieren angeregt. Es gibt aber auch Kritik an den Inhalten, die einige Gruppen auf den Demos äußern.26.01.2024 | 2:35 min

    Auslöser der Protestwelle: Geheimtreffen der AfD mit Rechtsextremen

    Zugleich würden zwingende Aufgaben wie soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zu lästigen Zumutungen abgewertet: "Respektlosigkeit, Anfeindungen und das Leugnen von Fakten dominieren Teile der gesellschaftlichen Stimmung." Die Abgrenzung gegenüber Verächtern der Demokratie wie der AfD schwinde, heißt es im Aufruf.
    Seit Mitte Januar kommen Bürgerinnen und Bürger regelmäßig zu großen Demonstrationen gegen Rechtsextremismus zusammen. Auslöser der Protestwelle war eine "Correctiv"-Recherche über ein Treffen von AfD-Vertretern mit Rechtsextremisten Ende November. Dabei war den Angaben zufolge über die massenhafte Ausweisung von Menschen mit Migrationsgeschichte gesprochen worden.

    Protest von Augsburg bis Potsdam

    Am Wochenende wird aber nicht nur in Berlin demonstriert, sondern auch in zahlreichen anderen Städten und Ortschaften in ganz Deutschland. Auf der Homepage des DGB finden Sie eine

    In Hannover etwa rief das Bündnis "Bunt statt Braun" für Samstag zu einer Kundgebung und einer Menschenkette rund um den Landtag auf. Weitere Demonstrationen sind unter anderem für Samstag in Augsburg, Nürnberg, Potsdam, Kassel, Darmstadt, Krefeld, Bochum, Münster, Mainz, Saarbrücken, Ludwigshafen, Halle, Dresden und Jena angekündigt. Am Sonntag wollen Menschen beispielsweise in Bonn, Bremen, Magdeburg, Halberstadt und Landau auf die Straßen gehen.
    In Bremen plant das "Bremer Bündnis gegen Rechts" am Sonntag einen Demonstrationszug, der am Domshof starten und am Leibnizplatz enden soll. Dort ist auch eine Kundgebung geplant. Im Vorfeld hatte es allerdings eine Kontroverse um die Organisatoren gegeben. So zählen die "Basisgruppe Antifaschismus" und das "Bündnis gegen Preiserhöhungen" dazu, die beide als linksextremistisch im Bremer Verfassungsschutzbericht genannt werden.

    Politologe zu Politbarometer
    :AfD und BSW: Was die Umfragewerte bedeuten

    Im aktuellen ZDF-Politbarometer verliert die AfD, während das "Bündnis Sahra Wagenknecht" zulegt. Politikwissenschaftler Korte erklärt, was das für das Parteiensystem bedeutet.
    von Jonas Kapp
    Prof. Korte vor Umfragewerten, AfD Logo und Deutschland-Karte
    mit Video
    Quelle: epd

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