Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Dabei gerät das Thema Integration aus dem Blickfeld, sagt Petra Bendel, Professorin für Migration, Flucht und Integration gegenüber ZDFheute. Das sei fatal, denn: "Integration ist eine Daueraufgabe und keine, die man an- und ausknipsen kann."
Geflüchtete nach Herkunftsland
ZDFheute Infografik
Ein Klick für den Datenschutz
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Was sind die strukturellen Herausforderungen bei der Integration?
Dass für die Kommunen nicht garantiert ist, dass Integration verlässlich und dauerhaft finanziert wird, sei das Hauptproblem, sagt Bendel. Denn viele Integrationsaufgaben, wie etwa Beratungsleistungen oder zusätzliche Sprachkurse, organisieren die Kommunen freiwillig und werden nicht von den Bundesländern gezahlt. Gerade dort, wo die Haushalte knapp sind, sei das immer weniger finanzierbar.
Und damit variiert die Chancengleichheit der Einwanderungsgesellschaft lokal und regional.
„
Petra Bendel, Professorin für Migration, Flucht und Integration, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg
Oft würden in Krisenzeiten kurzfristig Container aufgebaut oder Integrationsbeauftragte befristet angestellt. Es müsste aber vielmehr akzeptiert werden, dass Integration eine Daueraufgabe sei, meint Bendel. Um die Kommunen verlässlich zu unterstützen, sollten Kernbereiche der Integration auf Landesebene verankert werden, damit die Integrationsarbeit unabhängig von politischen Verhältnissen sichergestellt ist.
In der Stadt Templin in Brandenburg zeigt sich exemplarisch, wie Integration in der Realität funktioniert und auf welche Probleme Einheimische und Geflüchtete stoßen.05.09.2024 | 3:45 min
Geflüchtete eingliedern: Woran mangelt es konkret?
Wohnraum, Kitaplätze, chancengleiche Bildung oder eine angemessene Gesundheitsversorgung seien auch ohne zusätzliche Zuwanderung "eher rar", sagt Bendel. Deswegen brauche es flexiblere und kreativere Lösungen. Statt etwa Container aufzustellen, brauche es langfristige Wohnkonzepte, die auch allen anderen helfen, für die es schwierig ist, eine Wohnung zu finden, wie etwa Studierende oder Seniorinnen und Senioren.
Hinzu kommt der Personalmangel - in Bayern zum Beispiel wurden im August 2024 mehr als 25.700 Asylanträge gestellt, laut dem Bayerischen Staatsministerium für Integration sind rund 1.000 Beratungskräfte in Teil- und Vollzeit angestellt. "Ohne die Ehrenamtlichen geht es eigentlich gar nicht", sagt Jana Weidhaase, Sozialpädagogin im bayerischen Flüchtlingsrat. Doch auch von denen gäbe es immer weniger. Viele seien gefrustet, weil sie das Gefühl hätten, dass sie nur wenig bewirken können.
Von knapp 1.700 geflüchteten ukrainischen Ärzten dürfen bisher gerade einmal 187 in Deutschland arbeiten. Der Grund dafür: Umfangreiche bürokratische Hürden, die die Integration von Ärzten aus Drittstaaten erschweren.28.08.2024 | 2:05 min
Weidhaase meint: "Integration kommt von beiden Seiten". Es brauche den politischen Willen, Prioritäten zu setzen, beziehungsweise Gelder fließen zu lassen - durch Debatten über Abschiebungen würden dagegen Vorurteile geschürt und das Thema Integration gerate in den Hintergrund. Stattdessen müssten die Voraussetzungen geschaffen werden, Vorbehalte und Ängste abzubauen:
Umso schneller Leute Deutsch lernen, umso schneller können sie in Begegnungen treten, damit da wieder ein reales Bild entsteht: Wer ist da eigentlich, wie sind die drauf, was sind deren Geschichten?
„
Jana Weidhaase, Sozialpädagogin Bayerischer Flüchtlingsrat
Inwiefern hat sich die Lage seit 2015 geändert?
"Es gab ja mal die Stimmung 'Wir schaffen das' - und wir haben auch viel geschafft", meint Weidhaase. Ein OECD-Bericht etwa zeigt, dass Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern Rekordwerte bei der Arbeitsmarktintegration erreicht: 70 Prozent der Eingewanderten waren 2022 erwerbstätig. Fast zwei Drittel der Geflüchteten, die seit mindestens fünf Jahren hier leben, sprächen zudem fließend Deutsch.
Über 70 Prozent der Migranten in Deutschland arbeiten. Deutschland ist damit unter den EU-Ländern weit vorne, so eine Studie der OECD. Bei den Frauen gibt es aber Defizite.27.07.2024 | 1:39 min
Eine Studie des Mediendienstes für Integration von 2024 zeigt, dass die große Mehrheit - 70 Prozent - der befragten Kommunen die Lage als "herausfordernd, aber machbar" beschreibt. Der Anteil an überlasteten Kommunen ist seit 2023 zurückgegangen, viele konnten zum Beispiel neuen Wohnraum schaffen oder Absprachen mit übergeordneten Behörden besser koordinieren. Das Überforderungsnarrativ, das den aktuellen Diskurs präge, sei daher teilweise entkoppelt von der Realität, so die Studie.
Kann eine Obergrenze die Probleme lösen?
Die Befragung des Mediendienstes für Integration ergab, dass sich viele Kommunen eine Begrenzung der Zuwanderung wünschen, um Geflüchtete besser integrieren zu können. Professorin Bendel meint jedoch, der rechtliche Spielraum, eine Obergrenze zu diskutieren sei nicht sehr groß.
Wenn man eine solche Obergrenze einführen wollte, dann müsste man aus vielen internationalen Verträgen ausscheiden. Man kann das. Aber dann müsste man letztendlich auch aus der EU austreten.
„
Petra Bendel, Professorin für Migration, Flucht und Integration
Denn weder die Genfer Flüchtlingskonvention noch das europäische Flüchtlingsrecht würden eine solche Zahl der Begrenzung kennen.
Quelle: dpa
Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie beim ZDFheute-WhatsApp-Channel richtig. Hier erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Podcast "Kurze Auszeit" inspirieren. Zur Anmeldung: ZDFheute-WhatsApp-Channel.
Um dir eine optimale Website der ZDFmediathek, ZDFheute und ZDFtivi präsentieren zu können, setzen wir Cookies und vergleichbare Techniken ein. Einige der eingesetzten Techniken sind unbedingt erforderlich für unser Angebot. Mit deiner Zustimmung dürfen wir und unsere Dienstleister darüber hinaus Informationen auf deinem Gerät speichern und/oder abrufen. Dabei geben wir deine Daten ohne deine Einwilligung nicht an Dritte weiter, die nicht unsere direkten Dienstleister sind. Wir verwenden deine Daten auch nicht zu kommerziellen Zwecken.
Zustimmungspflichtige Datenverarbeitung • Personalisierung: Die Speicherung von bestimmten Interaktionen ermöglicht uns, dein Erlebnis im Angebot des ZDF an dich anzupassen und Personalisierungsfunktionen anzubieten. Dabei personalisieren wir ausschließlich auf Basis deiner Nutzung der ZDFmediathek, der ZDFheute und ZDFtivi. Daten von Dritten werden von uns nicht verwendet. • Social Media und externe Drittsysteme: Wir nutzen Social-Media-Tools und Dienste von anderen Anbietern. Unter anderem um das Teilen von Inhalten zu ermöglichen.
Du kannst entscheiden, für welche Zwecke wir deine Daten speichern und verarbeiten dürfen. Dies betrifft nur dein aktuell genutztes Gerät. Mit "Zustimmen" erklärst du deine Zustimmung zu unserer Datenverarbeitung, für die wir deine Einwilligung benötigen. Oder du legst unter "Einstellungen/Ablehnen" fest, welchen Zwecken du deine Zustimmung gibst und welchen nicht. Deine Datenschutzeinstellungen kannst du jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in deinen Einstellungen widerrufen oder ändern.