Frankreich: Ausschreitungen bei Massenprotesten

    Wegen Rentenreform:Frankreich: Ausschreitungen bei Protesten

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    Hunderttausende Menschen haben am "Tag der Arbeit" in Frankreich gegen die beschlossene Rentenreform protestiert. In mehreren Städten kam es zu schweren Ausschreitungen.

    In Paris demonstrieren Menschen gegen die geplante Rentenreform von Emmanuel Macron.
    In Frankreich kam es bei Protesten gegen die geplante Rentenreform erneut zu Ausschreitungen. Die Gewerkschaften wollen jedoch wieder mit der Regierung in den Dialog gehen. 01.05.2023 | 1:32 min
    In Frankreich haben Hunderttausende Menschen am 1. Mai gegen die weiter umstrittene Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron demonstriert, wobei es vielfach zu Ausschreitungen kam.
    In Paris und anderen Großstädten gab es Festnahmen und Verletzte, die Polizei setzte Tränengas ein. Demonstranten steckten Autos und Mülltonnen in Brand und warfen Scheiben von Banken und Geschäften ein.
    Die Gewerkschaften hatten in Großstädten und kleineren Orten zu über 300 Kundgebungen aufgerufen. Die Behörden sprachen am Abend von landesweit 782.000 Teilnehmern, davon alleine 112.000 in Paris. Nach Gewerkschaftsangaben waren es 2,3 Millionen Menschen.

    Ausschreitungen in mehreren Städten

    Die überwiegende Mehrheit der Demonstranten sei friedlich geblieben, sagte Innenminister Gérald Darmanin. Aber vor allem in Paris, Lyon und Nantes seien die Ordnungskräfte extrem gewalttätigen Randalierern gegenübergestanden, die mit einem Ziel gekommen seien: Polizisten zu töten und das Eigentum anderer anzugreifen.
    In Paris sei ein Polizist schwer verletzt worden, er habe Verbrennungen durch einen Molotowcocktail erlitten. "Diese Gewalt ist vorbehaltlos zu verurteilen." Videobilder aus verschiedenen Städten zeigten massive Sachbeschädigungen.
    Ausschreitungen bei Demo am 1. Mai in Paris
    Ausschreitungen bei Demo am 1. Mai in Paris - es gab Dutzende Festnahmen.
    Quelle: AP

    Landesweit gab es bis zum späten Nachmittag 180 Festnahmen, 53 davon in Paris, berichtete der Sender BFMTV unter Verweis auf die Behörden. In Lyon seien 16 Polizisten und sechs Demonstranten verletzt worden. In der Hauptstadt und weiteren Großstädten setzte die Polizei erstmals Drohnen zur Überwachung der Lage ein.
    Üblicherweise kommen zu Kundgebungen am 1. Mai in Frankreich landesweit zwischen 100.000 und 160.000 Menschen zusammen. Nun aber hatten die Gewerkschaften den 1. Mai zu einem neuerlichen Protesttag gegen die Reform des Präsidenten erklärt.

    Gewerkschaften wollen Umsetzung von Rentenreform verhindern

    Die letzten landesweiten Proteste gegen die Rentenreform hatte es vor zwei Wochen gegeben, nachdem Macron die Anhebung des Renteneintrittsalters von 62 auf 64 Jahre offiziell in Kraft gesetzt hatte. Für Unmut sorgt weiterhin, dass die Regierung die Reform ohne Abstimmung im Parlament unter Nutzung eines Sonderparagrafen durchdrückte.
    Macrons Mitte-Regierung würde die inzwischen beschlossene Rentenreform am liebsten als abgehakt betrachten, die Gewerkschaften und Teile der Opposition protestieren aber weiter, um deren Umsetzung ab 1. September zu verhindern.
    Die Regierung setzt auf eine Beruhigung der Lage und will möglichst schnell zu anderen Themen übergehen. Um wieder mehr Vertrauen in der Bevölkerung zu gewinnen, stellte Premierministerin Élisabeth Borne am Mittwoch ein 100-Tage-Programm mit Verbesserungsschritten in Bereichen wie Bildung, Gesundheit und Innerer Sicherheit vor. Wie schon bei der Rentenreform steckt die Regierung aber in der Klemme, da sie im Parlament seit den Wahlen im vergangenen Sommer nicht mehr über eine absolute Mehrheit verfügt.

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