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ZDF-Politbarometer : Kaum Erwartungen an Weltklimakonferenz

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Die Mehrheit der Deutschen hat keine oder geringe Erwartungen an die Ergebnisse der Weltklimakonferenz. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer.

Aktuell beherrschen die Themen Energie und Klima die politische Agenda, die zum Teil zwei Seiten derselben Medaille sind. Jetzt rechnen 50 Prozent diese Themen zu einem der beiden wichtigsten politischen Probleme in Deutschland. Auf Platz zwei folgt mit 37 Prozent der damit auch zusammenhängende Bereich "Kosten, Preise und Löhne".

Noch bis Ende nächster Woche tagt die von der UN organisierte Weltklimakonferenz in Ägypten. Dass dort sehr viel oder viel für den Klimaschutz erreicht wird, glauben nur sechs Prozent der Befragten. 67 Prozent erwarten davon nur wenig und 23 Prozent sind der Meinung, dass die Konferenz überhaupt nichts bringen wird (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht").

Cop27
Wenig Hoffnung für das Klima: Die Erwartungen an das internationale Treffen sind gering.
Quelle: ZDF

Klimaschutz: Mehrheit fordert mehr Geld für ärmere Länder

Dass die Industrieländer, die vor allem für den Klimawandel verantwortlich sind, den ärmeren Ländern mehr zahlen sollen, damit diese die Folgen des Klimawandels besser bewältigen können, meinen 73 Prozent aller Befragten, 20 Prozent sind dagegen.

Politik, Wirtschaft und Bürger tun zu wenig

Sehr kritisch fällt das Urteil der Befragten mit Politik, Wirtschaft, aber auch mit den Bürgern aus, was deren Engagement für den Klimaschutz in Deutschland angeht. So bemängeln 57 Prozent bei der Politik, 64 Prozent bei den Unternehmen und 63 Prozent bei den Bürgern einen unzureichenden Einsatz für den Klimaschutz. Jeweils rund ein Viertel (Politik: 26 Prozent, Unternehmen: 23 Prozent, Bürger: 26 Prozent) äußert Zufriedenheit. Zwölf Prozent wiederum meinen, die Politik tue für den Klimaschutz zu viel, drei Prozent sehen das bei den Unternehmen und fünf Prozent bei den Bürgern so.

Mehrheit: Klimaaktivisten gehen zu weit

Die in letzter Zeit zunehmenden illegalen Aktionen von Klimaaktivisten, die z.B. durch Blockaden von Hauptverkehrsstraßen einen Teil des öffentlichen Lebens lahmlegen, gehen nach Meinung von 83 Prozent zu weit. Nur 14 Prozent sehen das nicht so.

Bürgergeld statt Hartz IV: Mehrheit nicht überzeugt

Gestern hat der Bundestag das neue Bürgergeld der Ampelkoalition verabschiedet, das Hartz IV nächstes Jahr ablösen soll. Dafür gibt es anders als im Bundestag bei den Befragten keine Mehrheit: Lediglich 35 Prozent finden das neue Bürgergeld eher gut, aber 58 Prozent eher schlecht. Mehrheitliche Unterstützung (68 Prozent) erhält hingegen die Kritik der CDU/CSU am Bürgergeld, dass es dabei zu wenig Anreize für Arbeitslose gibt, sich um einen neuen Job zu bemühen. 26 Prozent teilen diese Kritik nicht.

Dem ZDF-Politbarometer zufolge finden 58% der Befragten das neue Bürgergeld eher schlecht. Die Kritik, dass es wenig Anreize für einen neuen Job gibt, halten 68% für berechtigt.

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Projektion: Grüne legen leicht zu

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die SPD weiterhin auf 19 Prozent und die CDU/CSU auf 28 Prozent (unverändert). Die Grünen könnten sich auf 22 Prozent verbessern (plus eins), die FDP erreichte nur noch fünf Prozent (minus eins), die AfD bliebe bei 15 Prozent und die Linke bei fünf Prozent. Die anderen Parteien lägen zusammen bei sechs Prozent (unverändert), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde. Bei einem solchen Ergebnis hätte die Ampel-Koalition weiterhin keine parlamentarische Mehrheit. Reichen würde es hingegen für eine Koalition der CDU/CSU mit den Grünen.

Top Ten: Baerbock an der Spitze, Scholz verliert an Ansehen

Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung ("Was halten Sie von?") liegt jetzt erstmals Annalena Baerbock auf Platz eins. Sie wird auf der Skala von +fünf bis -fünf mit einem Durchschnittswert von 1,0 (Okt.: 0,9) eingestuft. Auf Platz zwei kommt mit 0,9 (0,8) Robert Habeck. Danach folgen Olaf Scholz jetzt nur noch mit 0,5 (0,9), Karl Lauterbach mit 0,1 (0,3), Markus Söder mit minus 0,2 (0,0), Christian Lindner ebenfalls mit minus 0,2 (minus 0,1), Friedrich Merz mit minus 0,4 (minus 0,2), Christine Lambrecht, die jetzt wieder zu den Top Ten gerechnet wird, mit minus 0,5 und Sahra Wagenknecht mit minus 0,8 (minus 0,9). Schlusslicht bleibt Alice Weidel mit extrem negativen minus 2,5 (minus 2,7).

Mehrheit gegen deutsche Teilnahme an der Fußball-WM in Katar

Dass die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar stattfindet, wird aus ganz unterschiedlichen Gründen kritisiert. Nur 39 Prozent aller Befragten finden es richtig, dass Deutschland an der WM in Katar teilnimmt, 53 Prozent sind dagegen.

Katar, Lusail: Bauarbeiter arbeiten am Lusail-Stadion, einem der Stadien der WM 2022.
WM-Gastgeber Katar steht unter anderem wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik.
Quelle: Hassan Ammar/AP/dpa

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 8. bis 10. November 2022 bei 1.310 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: SPD: 21 Prozent, CDU/CSU: 29 Prozent, Grüne: 27 Prozent, FDP: vier Prozent, AfD: elf Prozent, Linke: fünf Prozent. Das nächste bundesweite Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 25. November 2022. Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de

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