Nächstes Duell gegen Bayern: Freiburg peilt Meilenstein an

    Nächstes Duell gegen FC Bayern:SC Freiburg peilt Meilenstein an

    von Andreas Morbach
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    Nach ihrem Pokal-Triumph in München setzen die Freiburger beim nächsten Duell mit den Bayern wieder auf ihre Ruhe - und peilen die erstmalige Teilnahme an der Champions League an.

    Freiburgs Lucas Hoeler feiert den zweiten Treffer gegen Bayern München im DFB-Pokal
    Freiburgs Lucas Höler feiert den zweiten Treffer gegen Bayern München im DFB-Pokal.
    Quelle: Reuters

    Die Grenzen des Erlaubten sind Freiburgs Fußballern bestens bekannt. Deswegen versprach Abwehrchef Matthias Ginter, als er nach dem Pokal-Triumph in München bei den Bayern mit einem Bier in der Hand in der Interviewzone auftauchte, auch sofort, er werde es bei der einen Flasche belassen. Und Angreifer Lucas Höler meinte sogar artig: "Wer heute noch feiern kann, der hat nicht alles gegeben."

    Bayern zum dritten Mal unter Thomas Tuchel

    Das nächste Kräftemessen mit den frisch gereizten Münchnern, die Höler mit seinem verwandelten Handelfmeter zum 2:1 in der Nachspielzeit am Dienstag aus dem Pokal befördert hatte, waberte da bereits in den Köpfen der Breisgauer herum. Treffpunkt ist diesmal Freiburg, dort geht es am Samstag, 15.30 Uhr, nun um Punkte in der Liga.
    Bayern wohl mit Mane im Sturm07.04.2023 | 0:36 min
    Im dritten Spiel unter ihrem neuen Cheftrainer Thomas Tuchel wollen die Bajuwaren die Tabellenführung verteidigen. Und der Sport-Club plant nach dem erneuten Sprung ins Pokal-Halbfinale den nächsten Schritt hin zu einem besonders verlockenden Ziel: die erstmalige Qualifikation für die Champions League.

    Das unvollendete Vorjahr nun vollenden

    Es wäre ein Meilenstein für den 1904 gegründeten Verein. Im Vorjahr hatte Freiburg bis zum letzten Spieltag Chancen auf die Königsklasse, verlor das Pokalfinale gegen Leipzig erst im Elfmeterschießen.
    Als Plan für den nationalen Cup vermeldete Nationalverteidiger Ginter, im vergangenen Sommer aus Gladbach zum Sport-Club zurückgekehrt, deshalb schon mal: "Wir versuchen das zu schaffen, was im letzten Jahr nicht ganz zu Ende vollbracht wurde." Und Christian Streich injiziert seinen Kickern dank des Coups von München dazu verbal eine Dosis Selbstbewusstsein.

    Wichtigste Werkzeuge perfekt eingesetzt

    "Die Spieler wissen, sie haben etwas Tolles erreicht - und das trägt", betont der Cheftrainer der Schwarzwälder, dem als entscheidender Punkt für das österliche Duell zugleich dämmert:

    Die Frage ist, ob wir es wieder so fokussiert hinkriegen vom Kopf, ob wir es mental hinbekommen. Denn der Stress, gegen Bayern zu spielen, ist brutal.

    Christian Streich

    Ihre wichtigsten Werkzeuge haben die Freiburger beim ersten Sieg in München im 24. Versuch immerhin schon mal perfekt eingesetzt: die exzellente Struktur in der Defensive, gepaart mit einer enorm hohen Laufbereitschaft, ausgeprägter Arbeitsmoral und einer guten Raumaufteilung.

    Unbeeindruckt von der Bayern-Führung

    Nicht ohne Grund beschrieb der Mainzer Trainer Bo Svensson das Ensemble aus Südbaden kürzlich als "eine sehr gut geölte Maschine". Da werde kein Spieler nervös, jeder bleibe der vorgegebenen Linie treu, erläuterte der Däne seine Beobachtungen noch.
    Der SC Freiburg hat im DFB-Pokal für eine große Überraschung gesorgt und beim FC Bayern gewonnen. Ein Handelfmeter in der Nachspielzeit brachte dem Sport-Club den 2:1-Sieg.04.04.2023 | 5:58 min
    Den Bayern hat das Streich-Ensemble mit seiner beharrlichen, stabilen Spielweise unter der Woche den Zahn gezogen. Auch den umstrittenen Führungstreffer für das Tuchel-Team, bei dem sich Torschütze Dayot Upamecano bei Freiburgs Maximilian Eggestein aufgestützt hatte, steckten die Gäste unbeeindruckt weg.

    Zwei Mal "maximale Herausforderung"

    "Wir hatten einen richtig guten Plan, haben uns auch dadurch nicht aus der Ruhe bringen lassen", kommentierte Offensivkraft Höler. Und exakt diese Grundhaltung wünscht sich der zuständige Übungsleiter von seiner Mannschaft, auf Champions-League-Rang vier aktuell mit zwei Punkten Vorsprung auf Leipzig ausgestattet, nun auch beim Gegenbesuch der Münchner.
    Das neuerliche Duell mit den Bayern beschreibt Streich als "die maximale Herausforderung, vier Tage nach der maximalen Herausforderung". Dabei solle sein Team "nicht zu euphorisch, sondern klar sein", fordert der 57-Jährige - und kündigt zudem an, die Grenzen des Erlaubten für den weiteren Osterverlauf etwas zu dehnen. "Danach", lautet Streichs Plan jedenfalls, "kriegen die Spieler wahrscheinlich zwei Tage frei."

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