Bundesliga: Robin Knoche will Meistertitel mit Union Berlin

    Union Berlin mischt die Liga auf:Robin Knoche: Noch Chancen auf drei Titel

    von Florian Vonholdt
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    Union Berlin ist das Überraschungsteam dieser Bundesliga-Saison und Abwehrchef Robin Knoche ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs. Er will den Meistertitel.

    Mit einer "Super-Selbstdisziplin" der Spieler erklärt Union Berlins Robin Knoche den Erfolg seines Klubs. Champions League höre sich gut an und liege "im Bereich des Machbaren".04.03.2023 | 9:35 min
    Das 0:0 gegen den 1. FC Köln war für Union Berlin das dritte sieg- und torlose Bundesligaspiel in Folge. Dennoch bleiben die Köpenicker elf Spieltage vor Saisonende als Tabellendritter auf Kurs Champions League. Eine Leistung, die Fans, Spieler und Experten kaum für möglich gehalten hatten. Auch Robin Knoche nicht:

    Das hätte natürlich keiner so erwartet, dass wir so eine Saison hinlegen. Aber es ist schön, dass man die Liga doch noch so überraschen kann.

    Robin Knoche, Union Berlin

    Knoche hat am Höhenflug der "Eisernen" großen Anteil, stand er doch in 22 von 23 Bundesligaspielen über 90 Minuten auf dem Platz.

    Knoche hat seit 2020 ligaweit die zweitmeisten Einsätze

    Ohnehin: Der 30-Jährige, der im Sommer 2020 vom VfL Wolfsburg an die Alte Försterei wechselte, ist die Konstanz in Person. In seiner Zeit bei Union fehlte er lediglich in zwei Partien. Einzig Freiburgs Christian Günter absolvierte bundesligaweit in diesem Zeitraum mehr Einsätze. Knoche gibt nicht nur der Defensive Halt, sondern sorgt neuerdings auch für Torgefahr, seitdem er die Elfmeter schießen darf.
    Vier seiner sechs Treffer in allen Wettbewerben erzielte er vom Punkt. "Normalerweise ist das Stürmersache", sagt Knoche. Doch die etatmäßigen Schützen Max Kruse und Taiwo Awoniyi verließen den Klub. So rutschte er zufällig in die Rolle - und überzeugte. Seine simple Devise:

    Solange die Dinger drin sind, kann keiner meckern.

    Robin Knoche, Union Berlin

    Union-Spieler Robin Knoche feiert einen Sieg auf dem Spielfeld.
    Auf Torejagd: Robin Knoche
    Quelle: epa

    Knoche: "Würde die Meisterschaft bevorzugen"

    Für Knoche und die Berliner läuft es längst nicht nur in der Liga herausragend. Auch im DFB-Pokal und in der Europa League ist man noch mit von der Partie. Welcher Titel Knoche da am liebsten wäre? "Ich persönlich würde die Meisterschaft bevorzugen, weil es über 34 Spieltage die Konstanz einer Mannschaft ausdrückt."
    Würde die Sensation gelingen, gäbe es in der Hauptstadt wohl kein Halten mehr, prophezeit Knoche: "Dann feiert Berlin die größte Party, die es je gesehen hat. Zumindest Köpenick."
    Sehen Sie hier das Gespräch mit Studiogast Robin Knoche von Union Berlin im aktuellen sportstudio.04.03.2023 | 82:43 min

    Champions League "im Bereich des Machbaren"

    Wenn nicht gleich die Meisterschaft, so erscheint zumindest die erstmalige Teilnahme an der Champions League für das Team von Trainer Urs Fischer absolut realistisch. "Wenn wir weiter das hinkriegen, was wir die ganze Saison über hinbekommen haben, ist es auf jeden Fall im Bereich des Machbaren", ist Knoche überzeugt.
    Das Erfolgsgeheimnis erklärt er so: "Es ist einfach das Kollektiv. Zum einen das Trainerteam, das immer wieder neue Spieler integriert in die Abläufe, in die Organisation. Und zum anderen die Spieler, die eine super Selbstdisziplin mitbringen, sich dem Spielstil unterordnen und alles für den Erfolg tun."

    Geplatzter Isco-Transfer "vielleicht gar nicht so verkehrt"

    Deswegen erachtet er es als "vielleicht gar nicht so verkehrt", dass der Transfer vom früheren Real-Madrid-Profi Isco in der Winterpause nicht zustande kam:

    Wir haben nicht die großen Stars bei uns in der Truppe. Natürlich hätte Isco viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, aber im Endeffekt passt es so, wie es ist, ganz gut.

    Robin Knoche

    Die Mannschaft ist erfolgreich; er spielt konstant gut - national wie international. Deswegen hat Knoche auch als bald 31-Jähriger den Traum vom Nationalmannschaftsdebüt noch nicht begraben: "Natürlich wünscht man es sich. Die Leistungen sind in Ordnung und alles andere liegt beim Bundestrainer. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich würde es mir nicht noch mal wünschen."
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