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EU-Flüchtlingspolitik in Afrika

Niger als ein Türsteher Europas

Lastwagen mit Migranten in der Sahara

Auch auf ihrer Reise nach Algerien versuchte die Bundeskanzlerin Verbündete für die EU-Flüchtlingspolitik zu finden. Denn der nordafrikanische Staat ist eines der wichtigsten Durchgangsländer für Migranten, die mit dem Boot nach Europa übersetzen wollen.

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Verfügbarkeit:
Video verfügbar gegen 22.30 Uhr

Die EU will Migranten dort stoppen, wo sie herkommen - in Afrika. Das war schon eine der zentralen Botschaften von Kanzlerin Merkel, als sie vor Kurzem die westafrikanischen Länder Senegal, Ghana und Nigeria besuchte. Auch Algeriens Nachbar, der Niger, spiele als Transitland eine wichtige Rolle. Das betonte Kanzlerin Merkel bereits Mitte August 2018 bei einem Besuch des nigrischen Staatspräsidenten im brandenburgischen Schloss Meseberg und sagte finanzielle Hilfe im Kampf gegen illegale Migration zu.

Die Europäische Union unterstützt Niger, das als eines der ärmsten Länder der Welt gilt, seit 2016 ebenfalls mit viel Geld. Der Deal: Für den Stopp der Migration bekommt die nigrische Regierung bis 2020 eine Milliarde Euro, um die Grenze im Norden zu Libyen und Algerien zu schließen und Rückführungen von Flüchtlingen zu kontrollieren. Ein Gesetz mit der Nummer 2015-36 gegen Menschenschmuggel kriminalisiert seitdem Migranten und ihre Fluchthelfer. In Libyen gebe es keinen funktionierenden Staat, deswegen sei Niger de facto die Grenze zu Europa, erklärt der nigrische Innenminister Mohamed Bazoum gegenüber Frontal 21-Reportern.

Viele Tote in der Wüste Sahara

Rund 2000 Kilometer legten diese zurück, um sich ein Bild in Afrika vom europäischen Grenzmanagement und den Folgen zu machen. Das Team begleitet Rückkehrer von der algerischen Grenze bis in die nigrische Hauptstadt sowie Menschen, die in Richtung Libyen unterwegs sind, und trifft verzweifelte Einwohner, die von der Europäischen Union Ausgleichszahlungen erhalten sollten - aber vergessen wurden.

Das ganze Ausmaß der EU-Politik wird allerdings erst da sichtbar, wo kaum einer mehr hinfindet, mitten in der Sahara. Hier arbeitet Al Murabidu als Totengräber: Seit dem Gesetz gebe es viele Tote, die meisten seien Ausländer. "Für sie ist die Durchreise über Niger nach Algerien verboten worden", so Al Murabidu. "Sie reisen nun heimlich, verlaufen sich, sterben vor Durst und Müdigkeit."

Frontal 21 über kurzfristige Symbolpolitik in Afrika mit langfristigen Folgen für eine ganze Region.

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