Sie sind hier:

EU-Flüchtlingspolitik in Afrika

Niger als ein Türsteher Europas

Politik | Frontal 21 - EU-Flüchtlingspolitik in Afrika

Auch auf ihrer Reise nach Algerien versuchte die Bundeskanzlerin Verbündete für die EU-Flüchtlingspolitik zu finden. Denn der nordafrikanische Staat ist eines der wichtigsten Durchgangsländer für Migranten, die mit dem Boot nach Europa übersetzen wollen.

Beitragslänge:
10 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.09.2019, 21:00

Die EU will Migranten dort stoppen, wo sie herkommen - in Afrika. Das war schon eine der zentralen Botschaften von Kanzlerin Merkel, als sie vor Kurzem die westafrikanischen Länder Senegal, Ghana und Nigeria besuchte. Auch Algeriens Nachbar, der Niger, spiele als Transitland eine wichtige Rolle. Das betonte Kanzlerin Merkel bereits Mitte August 2018 bei einem Besuch des nigrischen Staatspräsidenten im brandenburgischen Schloss Meseberg und sagte finanzielle Hilfe im Kampf gegen illegale Migration zu.

Die Europäische Union unterstützt Niger, das als eines der ärmsten Länder der Welt gilt, seit 2016 ebenfalls mit viel Geld. Der Deal: Für den Stopp der Migration bekommt die nigrische Regierung bis 2020 eine Milliarde Euro, um die Grenze im Norden zu Libyen und Algerien zu schließen und Rückführungen von Flüchtlingen zu kontrollieren. Ein Gesetz mit der Nummer 2015-36 gegen Menschenschmuggel kriminalisiert seitdem Migranten und ihre Fluchthelfer. In Libyen gebe es keinen funktionierenden Staat, deswegen sei Niger de facto die Grenze zu Europa, erklärt der nigrische Innenminister Mohamed Bazoum gegenüber Frontal 21-Reportern.

Viele Tote in der Wüste Sahara

Rund 2000 Kilometer legten diese zurück, um sich ein Bild in Afrika vom europäischen Grenzmanagement und den Folgen zu machen. Das Team begleitet Rückkehrer von der algerischen Grenze bis in die nigrische Hauptstadt sowie Menschen, die in Richtung Libyen unterwegs sind, und trifft verzweifelte Einwohner, die von der Europäischen Union Ausgleichszahlungen erhalten sollten - aber vergessen wurden.

Das ganze Ausmaß der EU-Politik wird allerdings erst da sichtbar, wo kaum einer mehr hinfindet, mitten in der Sahara. Hier arbeitet Al Murabidu als Totengräber: Seit dem Gesetz gebe es viele Tote, die meisten seien Ausländer. "Für sie ist die Durchreise über Niger nach Algerien verboten worden", so Al Murabidu. "Sie reisen nun heimlich, verlaufen sich, sterben vor Durst und Müdigkeit."

Frontal 21 über kurzfristige Symbolpolitik in Afrika mit langfristigen Folgen für eine ganze Region.

Mehr zum Thema

Feist-niger-algerien

Nachrichten | heute plus - Tod in der Sahara

Die EU bezahlt viel Geld an afrikanische Staaten wie den Niger, um Flüchtlinge auf dem Weg zur …

Videolänge:
2 min
EU-Flagge

Nachrichten | heute - in Europa - EU: Kampf gegen die Schleuser

Jährlich sollen Schleuser auf der Route zwischen Niger und Libyen mehrere Millionen Dollar verdienen. Um das …

Videolänge:
2 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.