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Jetzt ist einfach mal Schluss!

Dr. Eva Maria Prohacek (Senta Berger) steht vom Nebel umgeben an einem See und blickt in die Ferne.
Quelle: ZDF, Wolfgang Aichholzer

Es fällt verdammt schwer, sich von einer Ausnahme-Reihe wie "Unter Verdacht" zu verabschieden: Fast 20 Jahre und 30 Folgen lang haben wir gemeinsam an dieser besonderen Krimireihe gearbeitet: Senta Berger, Gerd Anthoff und Rudolf Krause als Hauptcast, Mario Krebs als Produzent, ein Großteil des Teams und die Redaktion waren von Anfang bis zum Ende dabei. Wir haben für die besten Geschichten gestritten, haben über die Figuren gewacht, heiße Eisen angepackt und hatten auch immer große Freude bei der Arbeit. Wir haben Preise verliehen bekommen, gute Kritiken und vor allem enormen Zuspruch von den Zuschauern. 

Und jetzt soll damit einfach Schluss sein?! Ja, denn wir wollten aufhören, bevor wir gefragt werden, wann denn die Prohacek nun in Rente geht. Und deshalb ist jetzt die Gelegenheit, Rückschau zu halten, was für ein Geschenk es war, an dieser Reihe mitarbeiten zu dürfen. Allein eine Figur wie die Prohacek, die Alexander Adolph damals erfand, über diese lange Zeit begleiten zu können und immer besser kennenzulernen, sie an Grenzen zu führen und von Senta Berger zu lernen, wie scharf oder unscharf die Konturen einer Charakterzeichnung sein können. Oder ihr einfach nur zuzuhören, wenn sie Geschichten erzählt. 

Was für ein Geschenk war es, an einem Format mitzuarbeiten, in dem man gesellschaftspolitisch relevante und brisante Themen aufgreifen und komplexe Zusammenhänge erklären und dabei auch noch unterhaltsam sein kann. Ob Reiter in der Kantine anhand von Wassergläsern und einer Blumenvase Karussell-Geschäfte erklärte, Langner in seiner unkonventionellen Art Gedankensprünge machte, die neue Perspektiven eröffneten oder die Prohacek um sich biss, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlte und sie Grenzen überschritt, um nichts unversucht zu lassen, für Gerechtigkeit zu sorgen. Wir erzählten ja keine Mordermittlungen, sondern Amtsdelikte in ihrer ganzen Breite, die häufig als kleine und unbedeutende Verfehlungen begannen und dann immer mehr Druck erzeugten und größere Kreise zogen.

Unser Dank gilt allen, die mit großem Einsatz und persönlichem Engagement an dieser Reihe mitgewirkt haben. Und auch wenn jetzt Schluss ist, wirken die vielen außergewöhnlichen Filme lange nach. Wahrscheinlich auch, weil sie so oft kein "Happy End" hatten. Aber diesmal sollte die Prohacek wenigstens beruhigt von dannen ziehen können. Und wir sagen: Lebe wohl!

Elke Müller
Hauptredaktion Fernsehfilm / Serie I

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