Die Müllkinder von Guwahati

Ursula Karven besucht die Mülldeponie der indischen Stadt

Ein Platz, der einem im wahrsten Sinne des Wortes den Atem raubt: Auf der Mega-Müllkippe in der indischen Stadt Guwahati suchen Kinder jeden Tag in Flip-Flops nach Wertstoffen wie Glas und Metall, die sie verkaufen können, oder auch schlicht nach etwas zu essen.

Ursula Karven besucht die sogenannten "Müllkinder"
Ursula Karven besucht die sogenannten "Müllkinder" Quelle: ZDF

Schauspielerin Ursula Karven bietet sich bei Ihrem Besuch in Indien ein erschreckendes Bild: Teilweise barfuß oder nur mit Badeschlappen laufen die Kinder durch den Müll, springen gefährlich eng um die Müllwagen herum, wenn diese frisches Gut abladen, verletzen sich beim Durchsuchen der feuchten, halb vergammelten und mit Scherben durchsetzen Abfälle. Ein stinkender, die Gesundheit gefährdender Moloch. Und doch ist er der Lebensmittelpunkt von mehr als 300 Kindern. Die Region um die Stadt Guwahati zählt zu den ärmsten Gebieten der Welt. Bis heute lebt die große Mehrheit der Bevölkerung unterhalb des Existenzminimums. Vier von zehn Kindern sterben vor dem fünften Geburtstag.

Nach offiziellen Statistiken müssen über 12 Millionen Kinder in Indien Kinderarbeit leisten. Die Dunkelziffer ist um ein Vielfaches höher.

Ursula Karven besucht die sogenannten "Müllkinder"
Viele Kinder arbeiten schon im Vorschulalter.

Arbeitende Kinder sind in Guwahati an vielen Orten zu finden: in Steinbrüchen, auf Müllkippen oder auch in Ziegelleien. Mit schlecht bezahlter, dreckiger Tagelöhnerarbeit kämpfen schon Kinder im Vorschulalter ums Überleben. Nachts finden viele von ihnen Zuflucht am Bahnhof von Guwahati – dort hausen und schlafen sie auf dem Bahnsteig oder in Verschlägen an den Schienen.

Die Helfer vor Ort – Childaid e.V. aus Deutschland

Schule von Childaid
Bildung ist der Schlüssel. Quelle: Childaid

Die deutsche Organisation Childaid e.V. setzt sich seit mehr als 10 Jahren in Guwahati aktiv dagegen ein, dass Kinder ausgebeutet werden. Ihre Mission: Alle Kinder sollen Zugang zu Grundschulbildung und medizinischer Versorgung haben. Childaid Network ist seit 2009 mit Abstand der größte ausländische Partner dieser vernachlässigten und in der Weltöffentlichkeit nahezu unbekannten Region mit rund 45 Millionen Einwohnern.

Und Childaid hat Beeindruckendes geschaffen: Fünf Waisenhäuser wurden gebaut, fünfzig Tageszentren errichtet, in denen die Kinder Essen und Nachhilfe bekommen. In dreißig sogenannten Nachbarschafts-Brückenschulen werden Kinder aus den Slums unterrichtet, die vorher gar nicht zur Schule gingen. Innerhalb von drei Jahren konnten dadurch 1.522 Kinder in das reguläre Schulsystem integriert werden. Childaid hat die Zahl der in Guwahati auf der Straße lebenden Kinder und Waisen in zehn Jahren halbiert und 1000 Jugendlichen eine Berufsausbildung ermöglicht.

Ein Waisenhaus-Projekt ist in Gefahr

Ursula Karven besucht die sogenannten "Müllkinder"
Ursula Karven ist Patin des Projekts und will gemeinsam mit "Ein Herz für Kinder" helfen Quelle: ZDF

Nach ihrem eigenen schlimmen Schicksalssschlag, ihren damals vierjährigen Sohn durch Ertrinken verlieren zu müssen, fühlt Ursula Karven als Mutter ganz besonders mit den in Armut und Elend lebenden Müllkindern von Guwahati mit. Zu helfen ist für die Schauspielerin eine Herzensangelegenheit. Sie engagiert sich in unterschiedlichen Bereichen und besucht oft Projekte vor Ort, um Spenden zu sammeln.

Gemeinsam mit "Ein Herz für Kinder" will sie Childaid helfen, ein Waisenhaus für Mädchen fertigzustellen. Ein großer Sponsor hat sich zurückgezogen und die Realisation des Projektes ist gefährdet. Es fehlen rund 65.000 Euro, um das Waisenhaus zu bauen - ein "Herz für Kinder" will helfen. Mit Ihren Spenden können Sie das auch!

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