Warten auf den Regen - seit zwei Jahren!

Johannes B. Kerner besucht Dürre-Gebiet in Kenia

Die Region Marsabit im Norden Kenias gehört zu den trockensten und ärmsten Gebieten auf der ganzen Welt. Seit zwei Jahren herrscht extreme Dürre. Seit zwei Jahren warten die Menschen auf den Regen. Doch der bleibt aus. Zwei Drittel aller Wasserquellen in der Region sind versiegt. Für immer. Der Grund laut Experten: die Klimaerwärmung.

Wasser- und Hungersnot in Kenia
Johannes B. Kerner in Kenia Quelle: ZDF

In der Region Marsabit ist die Lage besonders dramatisch. Im Schnitt haben die Familien hier zwischen zehn und fünfzehn Litern Wasser zur Verfügung. Pro Tag. In Deutschland verbrauchen wir pro Kopf das Zehnfache – 121 Liter. Johannes B. Kerner besucht das Gebiet, um das Ausmaß der Katastrophe mit eigenen Augen zu sehen.

Weltweit haben heute 750 Millionen Menschen keinen Zugang mehr zu der kostbaren Ressource. Alle 30 Sekunden verdurstet auf der Welt ein Kind oder stirbt an verunreinigtem Wasser.

Wassermangel geht mit Hunger einher

Kinder leiden unter der anhaltenden Dürre in Kenia

Neben akuter Wassernot grassiert in Marsabit derzeit auch der Hunger. UNICEF schlägt Alarm: der Norden Kenias erlebt derzeit die größte humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Hier, an der Grenze zu Äthiopien, leben hauptsächlich Nomaden mit und von ihren Viehherden. Früher zogen die Menschen durchs Land, von Wasserstelle zu Wasserstelle. Jetzt sind die Tiere dazu nicht mehr in der Lage.

Tausende Tiere sind aufgrund der langanhaltenden Dürre gestorben. Für die Menschen hat das fatale Folgen. Ohne ihr Vieh haben sie keine Milch, kein Fleisch, keine Einnahmen durch Zucht und Verkauf. Die bittere Folge: die Lebensmittel werden knapp und die Preise steigen enorm. Um bis zu 70 Prozent sind die Lebensmittelpreise in der Region Marsabit gestiegen.

Ohne Wasser keine Bildung

Wasser- und Hungersnot in Kenia
Viele Kinder können vor Schwäche nicht mehr zur Schule gehen. Quelle: ZDF

Das Ringen um Wasser prägt den Alltag der Viehhirten so sehr, dass sie keine Möglichkeit haben, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die Kinder müssen mithelfen, Wasserquellen zu finden oder sind oft einfach zu schwach, um den weiten Weg zur Schule zu gehen. Aufgrund der schlechten Wasserqualität und den damit verbundenen Hygieneproblemen droht auch immer mehr Schulen die Schließung.

Laut UN-Kinderhilfswerk Unicef gehen rund 6 Millionen Kinder in Afrika infolge der Dürre nicht mehr zur Schule.

Hilfe vor Ort - Caritas International und PACIDA

Seit Beginn der aktuellen Dürre ist die Caritas International mit ihrer Partnerorganisation PACIDA vor Ort, um zu helfen. Sie verteilen Nahrungsmittelpakete und Wasser, versorgen Schulen mit Essen und akut unterernährte Kinder und ihre Mütter mit hochangereicherter Spezialnahrung.  

Aber auch Brunnen werden gebaut – in Dörfern und Schulen. Um die größte Not zu lindern, liefern Tankerfahrzeuge im Auftrag der Caritas auch Trinkwasser in entlegene von Dürre geprägte Dörfer. Und es werden kostenlos Chlortabletten verteilt. Damit kann verschmutztes Wasser aufbereitet und gereinigt werden. Über 8.000 Familien erhalten Nahrungsmittelpakete. 15.000 Kinder in Internatsschulen werden mit Nahrungsmitteln unterstützt. Rund 180.000 Menschen werden in Nordkenia durch den Einsatz der Caritas und ihrer Partnerorganisation insgesamt erreicht.

Durch die Hilfe von "Ein Herz für Kinder" sollen in Kenia neue Brunnen gebaut werden. Das können Sie durch Ihre Spenden unterstützen.

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